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Gebsattel will Schönheit vor eigener Haustür zeigen

Naturerlebnis mit Weitblick auf rund 10 Kilometern - 12.04.2017 09:46 Uhr

Die Kirnberger Kirche bietet Besinnlichkeit auf dem Weg. © Scheuenstuhl


Anstoßgeber für diesen Ertüchtigungspfad durch die Gebsattler Flur war Peter Hirsch, Vorsitzender der Wanderabteilung des FV 68 Gebsattel. Er machte Bürgermeister Gerd Rößler darauf aufmerksam, dass die auf der gemeindlichen Homepage ausgewiesenen Wanderwege schon lange nicht mehr aktuell sind. Da musste etwas geschehen. Bereits im Januar 2015 traf sich der dafür ins Leben gerufene Arbeitskreis zum ersten Mal.

Bis zu 20 Personen, auch aus den anderen Ortsteilen, stecken seitdem ihre Köpfe zusammen, damit der neue Wanderweg Gestalt annehmen kann. Mit Unterbrechungen widmete man sich etwa zwei Jahre lang den grundlegenden Vorbereitungen. Da die Idee dazu aus der Bevölkerung kam, wollte man soviel wie möglich selbst machen.

Warten auf Förderbescheid

Nach der fachlich kompetenten Beratung durch Ute Lippert, Geschäftsführerin des Naturpark Frankenhöhe, entschied man sich, die abschließende Ausarbeitung der Konzeption in professionelle Hände zu legen. Tobias Pape vom Ansbacher Fachbüro "Grünweg" wurde schließlich mit dieser Aufgabe betraut. Mittlerweile ist der Förderantrag fertiggestellt und sobald der positive Bescheid vorliegt, geht es zügig an die Umsetzung, verspricht das Gemeindeoberhaupt.

Der "Berglesweg" wird dann offiziell Teil des Naturpark Frankenhöhe werden. Das hat vermarktungstechnische Vorteile, aber auch finanzielle. So rechnet man mit einer etwa 50-prozentigen Förderung auf die Gesamtkosten von zirka 23.000 Euro. Während ein Teil der Arbeiten ausgelagert wurde, blieb es den Bürgern vorbehalten, dem "Kind" einen Namen zu geben, was im Vergleich zu anderen Ortschaften auch reibungslos klappte.

Belohnung für Gipfelstürmer: Mit dem „Kreuzlesberg“ ist der erste Anstieg der Route geschafft. © Scheuenstuhl


Der Sieger-Name "Berglesweg", bezieht sich auf die drei markantesten Punkte der Wegstrecke: den "Kreuzlesberg" und den "Wolfsberg", die beide laut Route bestiegen werden sowie den "Förlesberg", den man lediglich an dessen Fuße passiert. Startpunkt für Wanderbegeisterte wird am Sportplatz sein, wo der bereits bestehende Parkplatz ertüchtigt wird.

Von dort geht es auf den Kreuzlesberg, der durch die Gebsattler schon immer gut besucht war und der als Trockenrasengebiet eine besondere ökologische Vielfalt bietet. Dass direkt dahinter die Autobahn vorbeiführt, kann die Freude über den Ausblick über Gebsattel bis hin nach Rothenburg nicht trüben. Um die Aufenthaltsqualität dort zusätzlich zu verbessern, könnten sich die Verantwortlichen eventuell auch die Anbringung von Liegebänken vorstellen.

Der Name "Kreuzlesberg" wird für diese Erhöhung übrigens nur von den Gebsattlern verwendet, erklärt Gerd Rößler. Den Kirnbergern ist er nämlich ausschließlich als "Schinderbuck" bekannt, wie er auch im Flurgebrauch genannt wird und was auf eine einstige Richtstätte hindeutet. Von dort führt der Wanderweg durch den Autobahntunnel bei Erlbach und geht weiter über einen Feldweg zum "Wolfsberg", der in einem Naturschutzgebiet liegt. Da dort bereits vor der offiziellen Ernennung zum besonders schutzwürdigen Gebiet ein Weg angelegt war, darf die Wanderroute dort durchführen, was mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt wurde.

Mit Stadt übereingekommen

An der stets offenen Kirnberger Kirche vorbei, die zu einem Moment der Besinnung und inneren Einkehr einlädt, geht es am Waldrand entlang zum Förlesbergbrunnen. Mit der Stadtverwaltung von Rothenburg sei man übereingekommen, so Bürgermeister Rößler, dass man auf dem Grund des dort befindlichen Stadtwaldes eine Sitzgruppe errichten dürfe.

Von diesem Punkt aus hat man dann auch einen ganz besonderen Ausblick auf die Landschaft um Wildenhof samt dem idyllisch daliegenden Weiher, an dem man im weiteren Streckenverlauf vorbeikommt. Den Wildenhofer Bach entlang in Richtung des Spielplatzes in Kirnberg geht es dann allmählich zurück zum Ausgangspunkt.

Der neue „Berglesweg“ wird auf etwa zehn Kilometern durch die abwechslungsreiche Landschaft der Gebsattler Flur führen. © Scheuenstuhl


Am Wegesrand sollen Hinweis- beziehungsweise Übersichtstafeln angebracht werden. Zudem wurden zwei imposante Insektenhotels von zwei ortsansässigen Schreinereien angefertigt und gestiftet. Fachlich vorbereitet und begleitet vom Obst- und Gartenbauverein sollen diese im Sommerferienprogramm der Gemeinde bestückt werden.

Die Fixpunkte des "Bergleswegs" stehen fest. Darüber hinaus gibt es noch ein paar zusätzliche Optionen, über die man noch nachdenkt. Eine mögliche Ergänzung wäre beispielsweise das Thema "Weiher" miteinzubeziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Streuobstwiese mit Infotafel und Honigbienenstand­ort am "Ochsenweg" hinauf zum "Kreuzlesberg" realisiert werden. Diese ist eine Ausgleichsflächenmaßnahme für das neue Baugebiet "Am Schleifweg".

Wie jeder gute Vater wird sich auch Peter Hirsch um sein "Kind" kümmern. Zusammen mit seinem Stellvertreter in der Wanderabteilung, Kurt Fluhrer, hat er nämlich extra eine Fortbildung zum Wanderwegwart absolviert. 

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