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Mit 300.000 Euro musste für den Ausgleich des Etats der seit langem größte Kredit aufgenommen werden. Dennoch hat die Gemeinde Adelshofen allen Grund, zufrieden auf das Jahr zurückzuschauen, das mit fast 1,1 Millionen Euro im Vermögenshaushalt einen einsamen Rekord beschert hat. Fast die Hälfte davon geht allerdings zurück auf den insgesamt 860000 Euro teuren Ausbau der Ortsdurchfahrt Tauberscheckenbach. Die Kosten für die Arbeiten im Gehwegbereich und alle Folgeprojekte in diesem Bereich muss die Gemeinde übernehmen, wobei von ihrem gut 450000 Euro großen Anteil nur knapp 180000 Euro als zuwendungsfähig gelten.
Die Taubertalstraße ist bei den im Sommer abgeschlossenen Arbeiten südlich der Ortschaft gleich neu in den Hang trassiert und so ausgelegt worden, dass in den Kurven dort keine Tempobeschränkung erforderlich ist, obwohl die Straßenführung flüssigeres Fahren zulässt. Der Hang musste dazu angeschnitten werden, was allerdings auf Bewirken der Naturschützer bei weitem nicht in dem Maß erfolgte, wie das in der ursprünglichen Planung der Straßenbauer vorgesehen war.
Innerorts zieht sich einseitig auf voller Länge ein Gehsteig durch Tauberscheckenbach, was für Fußgänger wesentlich bessere Voraussetzungen bringt als bisher. Im südlichen Bereich liegt er tauberwärts an der Ortsdurchfahrt. An der Straße nach Adelshofen wechselt er auf die gegenüberliegende Seite. Auffällig am nördlichen Ortsausgang ist die von einem Kellerausgang vorgegebene Fahrbahn-Verengung. Optisch eigens hervorgehoben, sorgt sie für ein kleines Ausrufezeichen. Ans Kriegerdenkmal schräg gegen-über der Kirche führt eine neue Treppe aus Muschelkalkstein hinauf. Nach dem Abbruch eines dortigen Gebäudes ist Platz entstanden für die Gestaltung des Bereiches am Tauberscheckenbacher Gotteshaus.
In diesem Jahr sollen in diesem Bereich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eine Holzauflage auf einer noch kommenden Stützmauer wird Gelegenheit zum Sitzen und Verweilen bieten. Außerdem steht vor der Kirche die Pflanzung eines Baumes an, der Grün in diesen Bereich bringen wird und ihn sicher bereichern dürfte. Ein gutes Stück Richtung nördlicher Ortsausgang verlegt und zusammengefasst worden ist die Bushaltestelle. Sie kommt auf eine frisch gepflasterte, platzartige Erweiterung einen Steinwurf unterhalb des zur Tauber fließenden Gickelhäuser Bachs. Das Buswartehäuschen fehlt dort noch. Es wird in diesem Jahr aufgestellt. Für die andere Richtung befinden sich Zu- und Ausstieg auf der Straßenseite gegenüber.
Über die Ortsdurchfahrt hinaus konnten 2011 weitere Projekte in Angriff genommen und zum Teil schon abgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise auch die Erneuerung der Brücke bei der Hautschenmühle in Tauberzell, der Kauf eines Jugendhauses für die Evangelische Landjugend (ELJ) Großharbach, die Anschaffung eines neuen Schneepflugs für den Gesamtbereich Adelshofen, der Ausbau der Feldwege im Hinblick auf eine erleichterte Abfuhr der Zuckerrüben und auch verschiedene Verbesserungen an Straßen und Wegen. In Gickelhausen konnte außerdem der Kinderspielplatz eingeweiht werden.
Darüber hinaus brachte die Gemeinde eine Reihe von wichtigen Entscheidungen und Weichenstellungen auf den Weg. Das betrifft beispielsweise die Planung für den dieses Jahr vorgesehenen Ausbau des Adelshöfer Kindergartens mit Kinderkrippe. Auch die Versorgung des Gemeindegebiets mit einem kleinen Internet-Zugang per LTE-Funktechnik über einen zu errichtenden Funkturm oben auf dem rechten Tauberhang bei Tauberscheckenbach. Eine Studie zur Situation der Kläranlagen Adelshofen, Gickelhausen und Großharbach war außerdem fällig.
Ergebnis: In den nächsten fünf Jahren müssen 1,5 Millionen Euro investiert werden, weil die Genehmigungen auslaufen. Die Gickelhäuser Anlage soll aufgerüstet werden und schon Ende 2013 das aus Adelshofen herübergeleitete Abwasser aufnehmen. Für Großharbach soll 2014 entschieden werden, ob es mit angebunden wird oder eine eigene Lösung kommt. 2011 musste die Gemeinde wegen der (für ihre Verhältnisse) umfangreichen freiwilligen Investitionen eine Neuverschuldung von 300000 Euro eingehen. Für 2012 steht eine Darlehensaufnahme von rund 200000 Euro an. Ende des vergangenen Jahres betrug der Schuldenstand rund 393600 Euro.
Daraus errechnet sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 420 Euro. Ende dieses Jahres wird sie voraussichtlich auf rund 640 Euro angestiegen sein. Der Landesdurchschnitt für Gemeinden unter 1000 Einwohnern lag 2010 bei 569 Euro. Bürgermeister Johannes Schneider sieht die Situation für seine Gemeinde angesichts der wichtigen Aufgaben positiv. Die Investitionsquote im Haushalt 2011: 51 Prozent. Der Etat für 2012 (mit einer Investitonsquote von 35 Prozent) ist bereits vom Gemeinderat beschlossen und auch schon von den Aufsichtsbehörden genehmigt.
Für den Ausbau des Adelshöfer Kindergartens sind knapp 207000 Euro vorgesehen. Inzwischen musste auf 289000 Euro korrigiert werden. Aber nicht nur der Endbetrag steigt. Auch die Zuschüsse wachsen. „Es hat sich gelohnt, dass wir bisher gespart haben. Wir sind handlungsfähig“, sagte er bei den fünf Bürgerversammlungen, zu denen jeweils 50 Bewohner kamen. Große Zufriedenheit bei den Bürgern habe er feststellen können, betont Schneider, und bis auf ein paar Kleinigkeiten seien keine offenen Wünsche vorhanden.