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Gitarre, Schlagzeug und Keyboard - Die Realschule musiziert

Rock und Pop als Stoff: Das Bandprojekt stößt bei den Kindern auf Anklang - 29.03.2012 14:58 Uhr

Ganz auf Gitarre, Bassgitarre, Schlagzeug, Percussion und Keyboard geeicht: die 5 c als Bandklasse der Oskar-von-Miller-Realschule. © Weber


Denn das gemeinsame Musikmachen an populären Stücken und Instrumenten setzt etliches frei an frischen Akzenten und erzeugt nicht zuletzt auch ein neues Gemeinschaftsgefühl.

„Die Bandklasse macht uns zu etwas Besonderem“, „Eine coole Idee. Durch die Bandklasse konnte ich mit dem Schlagzeugspielen anfangen“, „Bei meinem privaten Musikunterricht sind keine Freunde dabei. Hier machen wir zusammen Musik“, „Das Zusammenspiel mit der ganzen Klasse macht sehr viel Spaß“ – In den Kommentaren der Schülerinnen und Schüler wird Begeis­terung deutlich.

In vier Gruppen sind sie eingeteilt, und zwar nach den Grundinstrumenten. Neun spielen Gitarre, fünf Schlagzeug (Drums und Percussion) vier Bass und zehn Keyboard (elektrophones Tasteninstrument). Im ganz normalen Musikunterricht lernen die Mädchen und Buben ihr Instrument und fügen sich von Anfang an in ein Orchester, eine Bigband oder Rockband vom Zusammenspiel bis hin zum Singen im Chor.

Schon nach drei bis vier Wochen konnten sie sich an den ersten Titel wagen, der mit viel Begeisterung einstudiert wurde. Als Probierstück war zwar kein ausgesprochener Rock- oder Pop­hit ausersehen, aber doch ein Klassiker, der als Shanty und Arbeitslied der Matrosen aus dem Englisch-Unterricht wohl bekannt ist: „What shall we do with the drunken sailor.“ Außerdem können inzwischen alle „Hang on Sloopy“ von den McCoys spielen. Als besondere Herausforderung und Stück Nummer drei im Repertoire gilt das danach einstudierte latein-amerikanische und von von Rhythmusinstrumenten dominierte „Oye como va“ von Carlos Santana.

Musik bietet Kindern Möglichkeiten, soziale, persönliche und schulische Kompetenzen zu erweitern. Darauf baut das Programm „klasse.im.puls“ gezielt. Das Bandprojekt an der Realschule ist Teil davon. Bundesweit wird dabei in enger Kooperation von Universität und Staatsministerium das Musikmachen in den Mittelpunkt des Unterrichts der Sekundarstufe I gestellt und somit zum Teil des Lehrplans gemacht. Unterrichts- und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat die Schirmherrschaft übernommen und möchte damit sein großes Interesse an der Förderung musikalischer Praxis und an einer gelingenden Integration zum Ausdruck gebracht wissen.

Insgesamt 72 musizierende Klassen in ganz Bayern

Das Projekt geht zurück auf die Initiative des Faches Musikpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit September 2009 werden an insgesamt 72 Haupt-, Mittel- und Realschulen in ganz Bayern musizierende Klasse geführt. Neben dem Erlernen eines Instruments und dem Zusammenwirken als Ensemble geht es in einer zusätzlichen dritten Musikstunde um die Differenzierung.

Entsprechenden Unterricht erteilen in den verschiedenen Stimmgruppen in der Regel sowohl die Instrumentallehrkräfte als auch Studierende. Bei dem Projekt gilt es als Herausforderung, den Schülerinnen und Schülern die erforderlichen Ins­trumente zur Verfügung zu stellen. Die Hermann-Gutmann-Stiftung mit Sitz in Weißenburg griff in diesem Punkt erfreulicherweise großzügig unter die Arme und auch das örtliche Musikgeschäft „Musicpoint“ ließ sich in dieser Hinsicht nicht lumpen.

Die Grundlagen eines Instruments erlernen

Die Lehrer sind erfreut, dass sich das Konzept wohltuend von anderen unterscheidet, in denen nach dem Prinzip „Vormachen, nachmachen“ und ohne große theoretische Grundlage verfahren wird. Bei „klasse.im.puls“ soll jedes Kind zumindest die Grundlagen eines Instruments kennenlernen. Das Üben in den Instrumentengruppen findet immer an einem passenden Titel statt. Im regulären Musikunterricht wird parallel dazu die Singstimme eingeübt.

Als Lehrer sind bei dem Projekt eingesetzt: Leiter Sebastian Felbel (er unterrichtet Gitarre und Bassgitarre), Helge Dreßler (Keyboard), Klaus Hümmer (Gitarre) und Dirk Semmler (Schlagzeug und Rhythmusinstrumente; er unterrichtet an der städtischen Musikschule in Rothenburg).

Sobald alle Instrumentalisten das jeweilige Stück relativ gut beherrschen, wird es mit der ganzen Band geübt und gespielt. Bei den jungen Rock- und Popfreunden kommt das Erlebnis, in der Gruppe zu musizieren, gut an und motiviert zusätzlich. Rektor Dieter Schulz ist stolz, dass seine Schule jetzt eine solche Bandklasse aufbieten kann.

Auch die im elften Jahr bestehende Tradition der Bläserklassen an seiner Schule wird fortgeführt. Ab dem Schuljahr 2012/2013 gibt es immerhin schon die bisher sechste Bläserklasse der Schule. „Damit können wir uns sehen lassen,“ betont Rektor Schulz. 

ww

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