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Samstag, 22.09.2018

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Gotteshäuser für besondere Marienandachten geöffnet

Zwei Termine im Mai in Gebsattler Schlosskapelle und Kobolzeller Kirche - 20.05.2018 14:09 Uhr

Pfarrer Harald Sassik beim Gebet vor dem Hochaltar der Schlosskapelle mit dem Heiligen Laurentius – eingerahmt von den Seitenaltären. © Schäfer


Der nächste Termin in der Kapelle "Unsere liebe Frau" im Schloss Gebsattel ist am Freitag, den 25. Mai, um 18 Uhr. In Kobolzell findet die nächste Maiandacht am Sonntag, den 27. Mai, um 19 Uhr statt. Die Marienkirche zu Kobolzell gehört der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannis. Die Schlosskapelle ist wie das Schloss in Privatbesitz von Dr. Fried­rich Weinschrod, er ist Mitglied der katholischen Gemeinde und stellvertretender Vorsitzender des Pfarrge­meinderats.

Kapelle in Familienbesitz

Ursprünglich gehörten Schloss und Kapelle zum Chorherrenstift Comburg bei Schwäbisch Hall. Zusammen mit dem umgebenden Schloss­anwesen wechselte die Kapelle nach der Säkularisation mehrfach den Besitzer, bis das Anwesen 1901 von der Familie der Freiherren von Gebsattel zurückgekauft wurde. Seither wurde es in der Familie weitervererbt und rücksichtsvoll behandelt. Der Hausherr legt selbst mit Hand an bei der Pflege als Ausgleich zu seinem Beruf als Arzt.

Die jüngste Maiandacht in der Schlosskapelle hielt Pfarrer Harald Sassik, seit 2006 der zuständige Seelsorger für die Gemeinden St. Johannis in Rothenburg und St. Laurentius in Gebsattel. Der Wortgottesdienst mit Liedern, Texten und Gebeten aus dem Gotteslob stellten das Heilswirken Gottes im Leben Mariens in den Mittelpunkt, begleitet vom Gesang der Gläubigen ohne Orgel. Ein schöne Atmosphäre: eindringlich, herzlich, ernst. Zum Abschluss erteilte der Geistliche den sakramentalen Segen.

Maria steht für Solidarität und Verständnis

In allen Lebenslagen wandten und wenden sich die Gläubigen noch heute an Maria. Sei es während Naturka­tastrophen, bei Krankheiten oder in seelischen Nöten. Nach Christus ist Maria die zentrale Figur, die in der katholischen Kirche verehrt wird, weil sie die Menschen versteht. Die Mater dolorosa, so der Glaube, teilt die Sorgen der Menschen und trägt sie vor Gott und Christus.

In allen Religionen, in denen weibliche Gottheiten verehrt werden, steht die mitfühlende Seite des Göttlichen im Vordergrund. Auch bei der Marienverehrung geht es letztendlich um das Weibliche in der Gottheit, um Attribute wie Fürsorge, Solidarität und Verständnis. Die Verehrung Marias war und ist grenzenlos. Noch heute kennt die katholische Kirche über 30 Mariengedenk- und Feiertage.

Der Monat Mai ist vollständig der Gottesmutter Maria gewidmet. Im Oktober wird das liturgische Fest "Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz" gefeiert. Der September ist der "Schutzengel-Monat", der November der "Totenmonat".

Keine Frau wurde häufiger gemalt

Zu den ältesten Marienbildnissen gehören die schwarzen Madonnen. Sie sind ein wichtiger Kultgegenstand im bayerischen Altötting oder im polnischen Tschenstochau, aber der Ursprung der schwarzen Madonnen reicht zurück in die Hochkulturen von Ägypten und Mesopotamien. Aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur ergibt sich die Mariensymbolik des Monats Mai: Maria als Gottesmutter, Fürsprecherin der Gnade und Mutter der Christenheit.

Keine Frau wurde häufiger gemalt, besungen, gepriesen. Die innigste Dichtung aus zwei Jahrtausenden ist ihr gewidmet, Hymnen und Gebete wurden an sie gerichtet, auf Altäre wurde sie gestellt, Kirchen und Kathedralen ihr zu Ehren gebaut. Sie erhielt die größte Verehrung, die je einer irdischen Frau zuteil wurde: die Jungfrau, die Magd, die Mutter, die Königin, die göttliche Frau. Maria als Frau aus der Bibel, aber auch Thamar, Rahel, Debora, die Tochter Jiphtachs, Ruth und Judith machen deutlich: Die Ordnung der Frauen lässt sich mit der männlichen Gewalt- und Herrschaftsordnung nicht übereinbringen. 

sis

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