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Donnerstag, 20.09.2018

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Großübung in Wörnitz verlangt Rettungskräften alles ab

Auch eine Hundestaffel kam zum Einsatz - 12.06.2018 11:17 Uhr

Mit vereinten Kräften wird der Gesuchte (Ernst Keitel) per Schleifkorbtrage abtransportiert. © Scheuenstuhl


Denn an dem gestellten Unfallort gegenüber des Bastenauer Weihers angekommen, fanden die Feuerwehrleute nur noch ein leeres Fahrzeug vor. Der Schlüssel steckte, doch von dem oder den Insassen keine Spur. Die Suche am nahegelegenen Weiher und im Wald am Heinerberg mit eigenen Kräften brachte keinen Erfolg. Profi-Spürnasen waren gefordert.

Und so wurde um 9.17 Uhr die Rettungshundestaffel alarmiert. Da es eine von langer Hand geplante Übung war, befand diese sich bereits in Bereitschaft am Feuerwehrhaus. Das ausgedachte Szenario war vorab nur Constanze Decker, Fachdienstleitung der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Ansbach, bekannt. Sie fungierte bei der Übung als Einsatzabschnittsleitung Rettungshunde. 

An der Übung nahmen neben ihren Kollegen aus Ansbach auch Mitglieder der Hundestaffeln aus Kitzingen, Regensburg und dem Nürnberger Land teil. Insgesamt kamen zehn Flächensuchhunde und zwei Personensuchhunde zum Einsatz. Es galt diese einzuteilen und zu koordinieren - natürlich in ständiger Rücksprache mit der örtlichen Feu­erwehr. Technisches Herzstück waren dabei die mobile Leitstelle des BRK sowie die sogenannte Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG – ÖEL) der Feuerwehr für den Landkreis Ansbach.

Immer der Nase nach 

Nach Abstimmung der verschiedenen Einsatzabschnittleitungen wurden zunächst zwei Personenspürhunde – auch "Mantrailer" genannt – auf den Weg geschickt. Sie kommen zum Einsatz, wenn Geruchsproben von der vermissten Person vorliegen, das heißt, sie suchen Personen anhand ihres Individualgeruchs. Im verunfallten Fahrzeug befand sich hierfür ein Hemd von einem der Insassen. Zudem wurde das Lenkrad abgewischt, um auf jeden Fall den Geruch des Fahrers aufzunehmen. Das Hemd könnte ja schließlich auch von einem Beifahrer gestammt haben.

Während die "Mantrailer" ab dem letzten Verschwindepunkt, also dem Fahrzeug, die Spur verfolgten, wurde das weitere Gebiet für den Einsatz der Flächensuchhunde eingeteilt. Dies nimmt zwar einerseits viel Zeit in Anspruch. Genauigkeit ist aber andererseits enorm wichtig, um das Suchgebiet – hier 50 Hektar, die vom Bayerischen Staatsforsten für die Übung zur Verfügung gestellt wurde – lückenlos zu erfassen und somit auch absuchen zu lassen.

Komplizierte Rettung

Flächensuchhunde suchen ein Gebiet generell nach menschlicher Witterung ab. Sie zeigen also alle Personen an, die sich in dem Bereich befinden. Jedes Suchteam besteht aus zwei Personen. Der Hundeführer konzentriert sich vor allem auf seinen Hund. Der Begleiter hat die Umgebung im Auge und kümmert sich um die Kommunikation mit der Einsatzleitung. 

Ein Flächensuchhund spürt jedem menschlichen Geruch nach. © Scheuenstuhl


Über GPS kann jederzeit ihr Standort ermittelt sowie der abgelaufene Weg nachvollzogen werden. Mit dem Auffinden der Personen allein ist die Arbeit der Hundeführer noch nicht getan. Als BRKler erfassen sie auch den gesundheitlichen Zustand des Verschwundenen und geben diese Informationen an die Einsatzleitung weiter. So waren etwa die Feuerwehrleute darauf vorbereitet, die um 11 Uhr gefundene Person per Schleifkorbtrage retten zu müssen.

43 Minuten später wurden die Floriansjünger für die Rettung der zweiten Person angefordert. Auch hier ging es durch unwegsames Gelände zum Gesuchten, der allerdings mit tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehrler auf eigenen Beinen zum bereitstehenden Fahrzeug laufen konnte.

Retter ziehen positives Fazit 

Der dritte Verschwundene musste etwas länger ausharren, denn die äußeren Umstände stellten die Personensuchhunde auf eine harte Probe. Dennoch fiel das Fazit von Constanze Decker positiv aus: "Die Hunde haben gut funktioniert bei dem Wetter." Die Übung war für die knapp 30 Personen vom BRK "wahnsinnig toll und wichtig", so die Ansbacher Fachdienstleitung, weil die Hunde im Training sonst immer nur mit den gleichen Leuten und in dem gleichen Gebiet zum Einsatz kommen. Mit der Feuerwehr Wörnitz sei es eine "sehr angenehme Zusammenarbeit" gewesen, lobt Constanze Decker.

Und auch von Seiten der Floriansjunger war es eine "gelungene Übung", wie Bernd Uhl (1. stellvertretender Kommandant) und Helmut Fetzer (2. stellvertretender Kommandant) erklärten. Insgesamt war man mit 25 Kameraden (auch Mitglieder der Jugendfeuerwehr), drei Lkw und einem Mehrzweckfahrzeug dabei. Ein besonderer Dank erging an Ernst Keitel, Manfred Barthelmeß und Thomas Zachai, die sich ihren (ehemaligen) Kameraden als vermisste Personen zur Verfügung gestellt haben. "Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, dass es sie gibt, wenn Not am Manne ist", unterstrich Bürgermeister Karl Beck beim abschließenden Grill-Ausklang die gesellschaftliche Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Feuerwehr und allen weiteren Hilfsdiensten.  

  

mes

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