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Außerdem ging es um einen Kultursommer und eine neue Wanderbroschüre neben den Themen Toppler Theater, Kartenvorverkauf und Märchenzauber. Generell aufgeschlossen und in allen Beschlüssen einstimmig reagierte das Gremium in der Sitzung (die letztgenannten Themen siehe unten in eigenen Beiträgen behandelt), wobei einiges in diesem beschließenden Ausschuss damit auf den Weg gebracht wurde.
Zumindest im Namen „Kultur- und Fremdenverkehrsamt“ war früher die Kultur angesiedelt, aber ein eigenes Referat oder Büro mit entsprechender Befugnis und Ausstattung gab es noch nie. Nun ist dank des Programms der Sozialen Stadt mit der Halbtagesstelle für Kultur auf ein weiteres Jahr befristet wenigstens ein Einstieg gemacht, der Früchte trägt, wie sich der Ausschuss anhand der Sitzungsthemen und des Keller-Vortrags überzeugen konnte.
Beschlossen wurde nun einstimmig, dass die im Thesenpapier formulierten kurzfristig realisierbaren Schritte bis zur nächsten Sitzung umgesetzt werden sollen. Annika Keller bemängelt grundsätzlich, dass es bislang keinen klar zu beziffernden Kulturhaushalt gibt und die Haushaltsstellen schwer zuzuordnen sind, was jegliche Kulturförderung ebenso wie Prioritäten erschwere. Voraussetzung seien aber zunächst kulturpolitische Ziele. Im Rahmen der Sozialen Stadt habe nun eine erste Bestandsaufnahme in mehreren Arbeitskreisen stattgefunden. Es gelte Schwerpunkte in einem qualitätsvollen Kulturprogramm zu setzen, mit dem man eine regionale Zentrumsfunktion wahrnehmen könne, heißt es.
Im „Visions-Papier“, das bereits im letzten Herbst an die Fraktionen ging, finden sich einleitend die zumeist auswechselbaren Grundsätze wie: dass „Kultur von Menschen für Menschen gemacht wird“ und eine vielseitige Kulturlandschaft vorhanden ist. „Qualität, Professionalität, Engagement und Kreativität sind Leitbegriffe der Rothenburger Kulturarbeit“ steht dort. Aber es gehe auch um „die stetige Optimierung des Besucherservices“, wozu man Erhebungsdaten brauche.
Die Stadt müsse sich ihres Bildungsauftrags bewusst sein und im Kulturangebot „eine wichtige Facette des Images“ sehen. Doch außer den immer zustimmungsfähigen Allgemeinplätzen hat Annika Keller genügend Konkretes auf den Tisch gebracht, an dem man nicht so leicht vorbei kann. Was die notwendige „Priorisierung der Kulturarbeit“ anbelangt so betont Keller, dass alle Anbieter gleich wichtig seien, aber trotzdem gesagt werden müsse, was man wie und warum mehr oder weniger fördern wolle. Die letztliche Entscheidung, da waren sich alle einig, kann kein Einzelner, sondern muss immer das politische Gremium treffen.
In drei Punkte hat Annika Keller die übergeordneten erstrebenswerten Ziele wie folgt definiert:
1. Verbesserung der Strukturen, z.B. durch einen Kulturhaushalt und ein dauerhaftes Kulturbüro über das Programm Soziale Stadt hinaus.
2. Die Sicherung der kulturellen professionellen Infrastruktur.
3. Die Stärkung und den Ausbau von kulturellen Bildungs- und Vermittlungsangeboten.
Um so etwas zu realisieren gäbe es organisatorisch verschiedene Wege. Entweder die Eingliederung in die Verwaltung oder die Aufgabenauslagerung in einen Verein, eventuell auch Konstruktionen wie im Landkreis Regen mit einem Dienstleistungsvertrag. Annika Keller erinnerte an die Vorarbeiten wie sie vor allem von Vereinsseite in einem umfangreichen Konzept des Kulturforums 2008 vorgelegt wurden.
Außerdem hatte aus dem Stadtrat die CSU-Fraktion ein entsprechendes Papier erarbeitet. Dank der Arbeitskreise und der Tätigkeit von Frau Keller sowie der Beratungen im Rathaus liegt nun genug vor, um zu handeln. Zumindest aus den Wortmeldungen von den Grünen, dem UR-Vorsitzenden und dem CSU-Vorsitzenden war deutlich herauszuhören, dass man ein Kulturbüro nur bei der Stadt und nicht bei einem Verein angesiedelt sehen möchte, was wohl in organisatorischer wie finanzieller Hinsicht sowie in der inhaltlichen Ausrichtung die größte Klarheit und Unangreifbarkeit schaffen würde.
Annika Kellers Angebot auch in die Fraktionen zu gehen, um zu informieren, fiel auf fruchtbaren Boden. Mit dem einstimmigen Ausschuss-Beschluss steigt man nun in die Zielpräzisierung ein, wobei es wesentlich darum geht, ob aus der Hängepartie Teilzeit-Kulturreferat letztlich ein dauerhaftes städtisches Kulturreferat wird.