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Sonntag, 23.09.2018

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Jubiläumsglocken läuten

Neuberger feiert ­– Besonderer Auftrag beim Chedi Andermatt - 12.09.2018 13:18 Uhr

Erfolgreich: Neuberger-Geschäftsführer Klaus Lenkner und Siegfried Weishaupt, Chef der Weishauptgruppe. © Archiv-Foto: Weber


Eine Festveranstaltung am Donnerstagabend im Wildbad für geladene Gäste und eine Party für die Beschäftigten am Samstagabend in der Mehrzweckhalle setzen die Akzente.

Mit Abstand größter Auftrag  der Firmengeschichte war bisher die Gebäudeleittechnik für den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Vor vier Jahren wurde das Projekt bezogen. Jetzt liegt die Schlussrechnung vor.

Klaus Lenkner, Geschäftsführer bei Neuberger Gebäudeautomation, ist stolz, dass bei dem Auftrag alles termingerecht und ohne kritische Störfälle gelaufen ist. "Technisch wie auch von der Kapazität her ist so etwas für uns aber nicht jeden Tag zu erreichen," räumt er bei einem Gespräch mit unserer Redaktion im Vorfeld des großen Firmenjubiläums ein.

Auch für Weishaupt

Gleichwohl sei die EZB nicht nur für das Rothenburger Unternehmen als Imageprojekt zu sehen. Es sei auch das größte Einzelprojekt in der ge-samten Weishauptgruppe. Wichtig für den Gebäudeleittechnik-Spezialisten am Kaiserweg sei im Anschluss gewesen: Es darf kein Loch entstehen bei der Auslastung der Firma. Das sei erreicht worden. Größtenteils mit Aufträgen, die  im Schnitt zwischen 5000 und 5 Millionen Euro lagen.

Darüber hinaus konnte Neuberger auch beim einen oder anderen etwas  größeren Vorhaben zum Zug kommen. Beispielsweise bei dem für Forschung und Produktion von Roche Mannheim in Penzberg, bei der Vetta Ravensburg für die Produktion und Lagerung von Pharmazie-Erzeugnissen, bei der Erweiterung der Messe Stuttgart, beim Reparaturwerk der Deutschen Bahn in München und auch bei Vektor für Autokommunikation in Regensburg und Stuttgart.

Im Abendlicht, bei stimmungsvoller Beleuchtung: das Chedi Andermatt, ein Hotelprojekt der Superluxus-Klasse in den Schweizer Bergen. © PR


Rekordbecken von Mark Spitz 

Und nicht zu vergessen, als kleinerer, aber interessanter Auftrag: die Erneuerung der Schaltanlage im Münchner Olympiabad mit den vor über 45 Jahren von Neuberger montierten Schaltkästen. Im Becken dort holte ein gewisser Mark Spitz aus den USA, 1972 innerhalb von acht Tagen sieben Goldmedaillen, stellte sieben Weltrekorde auf und zwei Olympische Rekorde.

Projekte wie das in Besitz einer reichen ägyptischen Familie befindliche Hotel Chedi Andermatt mit 106 Zimmern und Suiten im 5-Sterne-Deluxe-Bereich in den Schweizer Bergen gehören zu den Vorzeigeaufträgen des Spezialisten für Gebäudeleittechnik aus Rothenburg.  Neuberger hat hier vom Schaltschrank ab sein ganzes  Repertoire in puncto Temperatur, Klima, Sonnenschutz, Audio und Beleuchtung auffahren und zum Einsatz bringen dürfen.

Jeder Gast hat ein i-pad zur Verfügung, mit dem er sämtliche Funktionen in der Hand hat und steuern kann. Dazu ist von Neuberger eigens eine App entwickelt worden. Insgesamt ein Auftrag von 12 Millionen Euro für das Rothenburger Unternehmen. Inzwischen ist alles abgearbeitet. Ein Mitarbeiter der als Schweizer Tochter firmierenden Neuberger AG (insgesamt 15 Beschäftigte) ist als ständiger Ansprechpartner vor Ort. Für das Chedi in Andermatt gibt es weitere Pläne. Zusätzliche Residenzen sollen dort entstehen, mit Gebäudeleittechnik-Folgeaufträgen für Neuberger.

"Andermatt Swiss Alps" nennt sich das gesamte Projekt. Mit innovativem und nachhaltigem Ansatz, so heißt es, wird das traditionelle Schweizer Bergdorf zur attraktiven Ganzjahresdestination weiterentwickelt. Im Endausbau umfasst es sechs Hotels im 4- und 5-Sterne-Bereich, 490 Ferienwohnungen in 42 Gebäuden, rund 25 exklusive Chalets, Kongresseinrichtungen sowie eine Schwimmhalle und einen 18-Loch-Golfplatz. Zudem werden die Skigebiete Andermatt und Sedrun zur attraktiven SkiArena Andermatt-Sedrun zusammengefü̈hrt.

Stolze Zahlen 

Unter dem Strich ergibt sich bei Neuberger eine überaus stolze Bilanz mit stolzen Zahlen. Im vergangenen Jahr kam der Spezialist für Gebäudeautomation mit seinen inzwischen 540 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro.

Und die Zukunft? Was wird sie bringen für Neuberger? Einige große Herausforderungen, prognostiziert Klaus Lenkner. Da wäre zum Beispiel das Rekrutieren und Halten von Fachkräften. Gerade auf dem Gebiet der Ausbildung möchte sich das Unternehmen noch stärker platzieren als bisher.

Der Anfang wurde schon gemacht. Neu aufgenommen worden ist jetzt ganz frisch mit dem Elektro-Anlagen-Monteur ein vierter Ausbildungsberuf bei Neuberger Gebäudeautomation, neben dem Elektroniker und Automatisierungstechniker, Fachinformatiker und dem der Industriekaufleute. Eine gute Handvoll Beschäftigte des Unternehmens machen sich mit dem dualen Studium im technischen Bereich fit für kommende größere Herausforderungen.

Vorausblicken

Zweites großes Ziel bei Neuberger Gebäudeautomation ist nach Einschätzung des Geschäftsführers, vorausblickend die Technologien anzugehen, die gefragt sind und Dienstleistungen und Produkte daraus zu entwickeln. Dritte Herausforderung: Es gilt im Wettbewerb zu bestehen. Dabei wird, so ist Klaus Lenkner überzeugt, neben dem Preis, Vertrauen eine immer größere Rolle spielen. Zuverlässigkeit (bei den Menschen und bei den Produkten) und Nachhaltigkeit ("die leben wir") gewinnen an Bedeutung. Neuberger betreibt für Deutschland und für die Schweiz einen Notdienst rund um die Uhr. Selbst für weit zurückliegende Geräte und Schaltanlagen wird eine Verfügbarkeit der Ersatzteile garantiert.

Aus kleinsten Anfängen hat sich das Unternehmen zu seiner heutigen Größe entwickelt. Es gehört inzwischen nicht nur zur Gruppe der führenden Firmen in Rothenburg, sondern hat sich in der gesamten Branche einen Namen gemacht.

In einer Garage hat Gerhard Neuberger 1968 ganz bescheiden begonnen. Er  gründete damals jene Firma, die sich zum gefragten Spezialisten entwickelte und aus der Rothenburger Industriesparte nicht mehr wegzudenken ist. Zunächst wurden mit zwei Mitarbeitern Schaltschränke und Schaltanlagen hergestellt. Auf dem Dachträger eines VW-Käfers kamen die ersten Schaltschränke zur Auslieferung.  Von da an etablierte sich das Unternehmen schnell als verlässlicher Zulieferer für Heizungs-, Lüftungs- und Regelungstechnik am Markt.

Steuermodule, Handbedienebenen und Störmeldesysteme in Relaistechnik, Regelsysteme, Klartext-Bediengeräte und Regler in einem Gerät, Reinraumterminals zur Messwerterfassung, Messwert­anzeige und Schleusensteuerung, später mit interaktivem Touchdisplay: Ein Entwicklungsschritt jagte den nächsten bei Neuberger.

Und weiter: Automationssystem zur Steuerung und Regelung von Räumen in Büro- und Verwaltungsgebäuden, modularer Aufbau, offene Schnittstellen, flexible und grafische Programmierung mit höchsten Anforderungen der Raumautomation für wirtschaftliche und optimale Lösungen. Ständig gab es Neues. Und das wird so bleiben bei Neuberger. Darauf wird angestoßen am Donnerstag und auch am Samstag, wenn es ans Feiern geht beim Experten für Gebäudeautomation mit seinen Gästen und Mitarbeitern. 

-ww-

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