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Freitag, 14.12.2018

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Kulturförderverein Schillingsfürst bleibt Liszt treu

Mit dem großen Komponisten weiter auf Erfolgskurs - 28.11.2017 13:17 Uhr

Der Vereinsvorstand (v.l.): Dieter Gottschling, Hans Emmert und Fürst Constantin zu Hohenlohe Schillingsfürst. © Privat


So resümierte der Vorsitzende, Constantin Fürst zu Hohenlohe Schillingsfürst anlässlich der Jahreshauptversammlung des Vereins. Die turnusmäßig anfallenden Neuwahlen bestätigten ihn als Vorsitzenden, Hans Emmert bleibt sein Stellvertreter und Dieter Gottschling der Schatzmeister.

Nach den Vorstellungen der Vereinsführung soll das Liszt-Festival auch künftig der Kernpunkt des Kulturangebotes bleiben. Dank vieler großzügiger Spender, an die Dieter Gottschling Anerkennung und Dank richtete, sei die Finanzierung der teils sehr kostspieligen Veranstaltungen in 2017 ohne Defizit gelungen. Dies stimme auch für das kommende Jahr zuversichtlich, zumal die Zuwendungen der "Neuen Lisztstiftung Weimar" bis zum Jahr 2022 gesichert seien, wie Fürst Constantin aus der Stifterversammlung in Weimar, der er auch angehört, berichten konnte.

Ungarischer Akzent

Im Einzelnen erläuterte Hans Emmert Besonderheiten und Ablauf des Festivals. Demnach habe es einen deutlichen ungarischen Akzent gehabt. Am markantesten sei dies durch die Ausstellung "Franz Liszt im Spiegel der bildenden Künste seiner Zeit" im Doerfler-Museum zum Vorschein gekommen. Sie hatte eindrucksvoll und wissenschaftlich fundiert den Einfluss vor allem der Malerei aus der Renaissance auf viele Kompositionen von Liszt aufgezeigt.

Sie wurde von der Direktorin des Lisztmuseums Budapest, Dr. Zsuzsanna Domokos, und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Anna Peternak, erstellt. Die Übersetzung der Texttafeln ins Deutsche lieferte der aus Nürnberg stammende David Spischak, ebenfalls Mitarbeiter des Liszt-Gedenkmuseums in der ungarischen Hauptstadt.

2018 soll die Ausstellung im Geburtsort Liszts, dem österreichischen Raiding, zu sehen sein. Dies sei ein nachahmenswerter Synergieeffekt der Zusammenarbeit der Liszt-Orte untereinander, betonte Emmert. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass ebenfalls im kommenden Jahr die Sammlung der Liszt-Gemälde von Rainer Grunwald aus Ansbach in der Budapester Liszt-Akademie zu sehen sein werde. Man werde mit dieser internationalen Zusammenarbeit dem europäischen Gedanken, den der Komponist schon zu seiner Zeit sehr förderte, gerecht.

Süßes für neuen Flügel von Thomas Ortner. © Emmert


Darüber hinaus sei auch das sehr gelungene Mittwochskonzert, in dessen Rahmen Dr. Zsuzsanna Domokos über das Leben Liszts in Ungarn referierte, in diesem Kontext zu sehen. Dazu sang Margriet Buchberger unter der Klavierbegleitung von Leslie Howard Liszt-Lieder. Abgerundet worden sei dieser ungarische Anstrich durch die Veranstaltung "Essen wie Liszt in Ungarn" im Hotel "Post".

Auf Weltklasseniveau

Das Eingangskonzert mit der Moskauer Pianistin Olga Kozlova habe Weltklasseniveau gehabt. Leider habe man die Kosten mit den Eintrittsgeldern bei weitem nicht decken können, so Emmert. Der junge Organist Michael Schöch aus Innsbruck beeindruckte ebenfalls mit seinem Spiel in der evangelischen Kirche. Ein grandioses musikalisches Feuerwerk stellte wieder das Abschlusskonzert der Meisterstudenten dar. Viele Besucher haben es nur vom Gang und dem Nebenraum aus miterleben können, weil der Andrang so groß gewesen sei, berichtete Hans Emmert. In der anschließenden Aussprache beschloss man, das im Oktober ausgefallene Symposium zum Thema "Möglichkeiten, die Jugend für Klassik im Allgemeinen und für Franz Liszt im Besonderen zu interessieren" im Rahmen des kommenden Festivals vom 7. bis 14. Juli nachzuholen. Dazu haben bereits Experten aus den Liszt-Orten Weimar, Bayreuth, Budapest und Raiding ihre Teilnahme zugesagt.

Der Kauf eines dringend notwendigen neuen Konzertflügels ist unumstritten, jedoch ist die Frage der Finanzierung des etwa 50000 Euro teuren Instruments ein ungelöstes Problem. Spenden und Rücklagen reichen, so Schatzmeister Gottschling, bei weitem nicht aus, um eine solide Finanzierung zu gewährleisten. Konditormeister Thomas Ortner, bisher schon durch großzügige Unterstützung des Festivals bekannt, hat leckere Lisztplätzchen gebacken, die in der Vorweihnachtszeit in seinem Café und beim Weihnachtsmarkt im Schlosshof verkauft werden sollen, um mit dem Erlös einen Beitrag zur Finanzierung des Flügels zu leisten. Karl-Heinz Lechler hat zudem Tasten eines Flügels dekorativ auf eine schwarze Platte montiert. Leslie Howard hat seine Unterschrift darauf gesetzt, sie sollen für 100 Euro verkauft werden und so das Vorhaben ebenfalls unterstützen.

Abschließend lobte der Vereinsvorstand die gute und vor allem kons­truktive Zusammenarbeit mit dem Doerfler-Museum und dessen Leiterin, Hai Yan Waldmann-Wang.

 

he

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