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Pfarrverwalter Dörrer tritt Stelle in Neusitz und Schweinsdorf an

Ganz präsent sein - Umfassende theologische Bibliothek im Arbeitszimmer - 12.09.2014 10:05 Uhr

Pfarrverwalter Markus Dörrer und seine Familie bringen Leben ins Pfarrhaus neben der Heilig-Kreuz-Kriche. © Scheunenstuhl


Der Garten ist schon für die drei Kinder mit verschiedenen Spielgeräten hergerichtet. In Markus Dörrers Arbeitszimmer hingegen stapeln sich noch ein paar Kartons, die darauf warten, ausgepackt zu werden. Er ist sichtlich erleichtert, dass der Stress des Umziehens von Wildenholz nach Neusitz bald vorbei sein wird. Die neue Pfarrfamilie wurde bei ihrer Ankunft von den beiden Kirchenvorstehern mit Salz und Brot willkommen geheißen.

„Neusitz ist nicht so dörflich wie Wildenholz und liegt infrastrukturell sehr günstig“, beschreibt er die ersten Eindrücke seiner neuen Heimat, die er bei Spaziergängen mit Söhnchen Leopold (2 Jahre) und Hund Jack bislang sammeln konnte. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Die Familie muss auf einen Bäcker am Ort verzichten. Beruflich bietet die volle Pfarrstelle jedoch eine neue Perspektive. Es ist eine hundertprozentige Gemeindestelle, die keine anderen funktionalen Aufgaben beinhaltet.

In Wildenholz war Markus Dörrers Aufgabenbereich nämlich weiter gesteckt. Zusätzlich zu Wildenholz betreute er auch ­einen Gemeinde­sprengel in Schnelldorf und war in Feuchtwangen in der Seelsorge in zwei Altenheimen und auf einer Station für Kurzzeitpflege tätig. Nun wird er sich intensiv der Gemeindearbeit widmen können. Dies umfasst auch einige Wochenstunden Religionsunterricht an der Grundschule in Gebsattel und an der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule.

Enger Kontakt mit der Gemeinde

Neu für Markus Dörrer ist die Betreuung der Neusitzer evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte „Regenbogen“. Es gibt schon Wünsche und Träume, die er sich vorstellen kann in Neusitz zu verwirklichen, gibt er zu. Es gelte jedoch zunächst anzukommen und zu sondieren, was in der Gemeinde durch die monatelange Vakanz am dringendsten angepackt werden muss. Besonders wichtig ist dem 36-jährigen Pfarrer in engem Kontakt mit den Gemeindegliedern zu stehen. „Ich möchte präsent in der Gemeinde sein und nicht als U-Boot wahrgenommen werden, dass nur einmal in der Woche beim Gottesdienst auftaucht“, erklärt er.

Die Stelle in Neusitz und Schweinsdorf markiert auch einen weiteren Schritt in Markus Dörrers beruflichem Werdegang. Nach Wildenholz kam er gemäß des Sendungsprinzips als Pfarrverwalter zur Anstellung. Nach etwa drei Jahren wurde er von seinem Dekan und dem Senior auf seine Bewerbungsfähigkeit hin beurteilt. Diese wurde ihm bestätigt, so dass er sich in ganz Bayern als Pfarrverwalter bewerben konnte. So kam er dann nach Neusitz.

Als Pfarrverwalter hat er dieselben Pflichten, Rechte und Aufgaben wie ein Pfarrer. Die unterschiedliche Bezeichnung deutet lediglich darauf hin, dass Markus Dörrer an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau das Seminar für Spätberufene besuchte, wo er 2008 sein erstes Theologisches Examen ablegte. Sein zweijähriges Vikariat absolvierte er anschließend an St. Jakob in Rothenburg und St. Peter und Paul in Detwang unter Pfarrer Peter Noack, an das sich sein zweites Theologisches Examen anschloss.

Erst Altenpfleger, dann Theologiestudium

Er wollte als Kind schon Pfarrer werden. Sein damaliger Jugendpfarrer habe ihn mit seinem Wesen, seinem Glauben und wie er diesen gelebt hat sehr stark geprägt, erzählt er. Markus Dörrer wurde 1978 im thüringischen Bad Frankenhausen geboren und wuchs im katholischen Eichsfeld auf. Sein Wunsch Pfarrer zu werden scheiterte zunächst daran, dass er damals kein Abitur machen konnte. Stattdessen ließ er sich zum staatlich anerkannten Altenpfleger ausbilden und arbeitete auch einige Jahre in diesem Beruf.

2004 nahm er dann als Quereinsteiger sein Theologiestudium auf. Kirchengeschichte sowie das Neue Testament mit Jesus, Paulus und den jungen Gemeinden haben Markus Dörrer im Studium besonders interessiert. Die Einblicke in altisraelische Archäologie sind seiner Meinung nach eine gute Hilfe, um sich vorzustellen, wie die Menschen damals gelebt haben. Zusammenhänge könne man dadurch besser verstehen.

Dementsprechend umfassend ist seine theologische Bibliothek, die ihren Platz im Arbeitszimmer schon eingenommen hat. Seine Frau Katja lese sogar noch mehr, als er, meint der Pfarrverwalter. Es darf zum Entspannen für ihn aber auch gerne klassische Musik sein oder eben der nachmittägliche Spaziergang durch Wald und Flur. Ansonsten nimmt natürlich die Familie mit den drei Kindern Ida (7), Marlene (5) und Leopold (2) den größten Raum ein.

Am kommenden Sonntag bekommt Markus Dörrer offiziell die Pfarrstelle übertragen. Dekan Hans-Gerhard Gross installiert ihn in einem festlichen Gottesdienst um 14 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Neusitz. 

mes

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