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Ponys lassen alte Menschen in Schillingsfürst strahlen

Im Altenheim Elisenstift kam es zu bewegenden Szenen - 05.06.2018 13:21 Uhr

Die Pferde können von den wohltuenden Streicheleinheiten der Bewohner gar nicht genug bekommen. © Scheuenstuhl


Zwar stellt das Elisenstift stets ein buntes Programm an Ausflügen und Beschäftigungsangeboten wie Kochen oder Backen auf die Beine. Doch einige können daran aufgrund ihrer körperlichen oder geis­tigen Verfassung gar nicht beziehungsweise nicht aktiv teilnehmen. Und genau für diese besonders pflegebedürftigen Bewohner ging man nun diesen außergewöhnlichen Weg.

Die Idee für den berittenen Besuch gab eine Bewohnerin, deren Zimmer mit zahlreichen Pferde-Postern geschmückt ist. Sie selbst kann sich nicht mehr mitteilen. Die Mitarbeiter des Elisenstifts waren aber überzeugt, ihr mit dem Besuch der Ponys eine große Freude zu machen. Und wenn man die Bewohner - und zwar ausnahmslos alle - beobachtete, wie sie auf die Ponys reagierten, lag das Fachpersonal mit dieser Einschätzung goldrichtig.

Ponys öffneten die Herzen

Selbst jene, die sonst in sich gekehrt und körperlich verkrampft sind, lockerten sich beim Anblick der Ponys, erklärte Pflegedienstleiterin Barbara Weber. Einige konnten gar nicht genug davon bekommen, die irischen Unpaarhufer mit Streicheleinheiten zu verwöhnen. Und diese genossen die Zuwendung sichtlich. Von den Reiterinnen war deshalb nur wenig Zutun nötig, damit die Tiere auf Tuchfühlung mit den Senioren gingen.

Es ist eine schöne Geste des Thiergartenhofes, der vor den Toren der Schloss-Stadt gelegen ist, im Elisenstift vorbeizuschauen. Eigentlich hatten sie zu diesem Zeitpunkt nämlich gerade Reitstunde. Dass man auch gleich mit zehn Ponys angeritten kam überraschte und freute Bewohner wie Mitarbeiter des Elisenstifts deshalb umso mehr.

Ein Fohlen sorgt für Stimmung

Der Pavillon im Garten der Einrichtung war der ideale Ort für das Treffen: Die Senioren saßen im Schatten und die Pferde konnten so nacheinander hin- und wieder weggeführt werden, um sich zwischenzeitlich das leckere Gras schmecken zu lassen. So richtig Leben in die beschauliche Szenerie brachte das Fohlen, das Gelände und Anwesende neugierig in Augenschein nahm und auch nähere Bekanntschaft mit einem Ameisenhaufen machte.

Barbara Weber führt die Hand einer Bewohnerin zum Pony. © Scheuenstuhl


"Wir freuen uns, dass wir den Bewohnern mit unseren Ponys eine Freude machen können“, sagt Romy Buchschmid vom Thiergartenhof. Bedenken gab es von Seiten der Verantwortlichen keine. Nicht nur, weil sie ihre Tiere besonders gut kennen, sondern, weil die Connemara-Ponys an sich schon ganz besondere Zeitgenossen sind. Connemaras sind die Alleskönner unter den Ponys. Man kann sie sowohl für die Dressur, fürs Wanderreiten sowie zum Springreiten einsetzen. Oder eben auch als Therapiepferd.

Tiere als Medizin

Die Sinnhaftigkeit eines derartigen tierischen Besuchs ist übrigens wissenschaftlich untermauert. So zeigen zahlreiche Studien, dass sich Tiere positiv auf das physische, psychische und soziale Wohlbefinden insbesondere von demenzerkrankten Menschen auswirken und somit ihre Lebensqualität verbessern. Der Umgang mit Tieren kann Erinnerungen an die Kindheit wachrufen und den Demenzkranken auf diese Weise in eine positive Gefühlslage versetzen.

Angesichts der eindeutig guten Resonanz der Bewohner auf die Ponys sind sich die Verantwortlichen vom Elisenstift sowie des Thiergartenhofs einig, dass dies nicht der letzte Besuch sein wird. Wer sozusagen von Angesicht zu Angesicht mehr über Connemara-Ponys erfahren möchte, dem bietet sich im Sommer die passende Gelegenheit dazu. Am Sonntag, 26. August, ist der Thiergartenhof nämlich Austragungsort der Connemara-Bundesschau.   

mes

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