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Diesmal beginnt das hiesige Theater mit dem weltbekannten Zweipersonen-Stück „Love Letters“, in dem der Regisseur auch „eine Hommage an den Brief“ sieht, denn es geht um Lebenserzählungen aus Briefen entsprechend mit vielen Zwischentönen in Szene gesetzt. Mit vier Personen (eine Dame, drei Herrn) sollen die aus dem Kino bekannten „39 Stufen“ von Alfred Hitchcock und John Buchan als Krimi ihr Publikum begeistern.
Damit weicht man auch von den bisher üblichen Beziehungsgeschichten ab. Räthel spricht von einer sehr unterhaltsamen „Agentenkomödie, die besondere Verwandlungsfähigkeit der Schauspieler erfordert“. Das weitgehend neu besetzte Ensemble wird gerade zusammengestellt, alle Spieltermine und Stücke sind schon im Internet zu finden. Eingangs hatte Erich Landgraf darauf hingewiesen, dass man wieder ein umfangreiches Gastspielprogramm hat und dabei mit zwei Preisträgern glänzen kann: so bringt Reiyk Bergemann ein Solo des Deutschen Buchpreisträgers Eugen Ruge als Autor – und mit Bettina Mittendorfer und ihrem Programm „Weibsbilder“ kommt eine Schauspielerin auf die Topplerbühne, die jüngst den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin verliehen bekam.
Zu seiner Arbeit im zweiten Jahr auf der Rothenburger Topplerbühne sagte Clemens Räthel, es sei faszinierend, dass man hier ein Theater aufmache, während andernorts welche geschlossen würden. Und: „Mich beeindruckt wieviele Leute sich in Rothenburg ehrenamtlich für das Theater engagieren und damit den Bewohnern wie auch den Touristen ein Geschenk machen!“ Fordern und fördern In Berlin habe man inzwischen verstanden, dass sich Investitionen in Kultur und Theater rentierten und junge Leute nicht nur auf gute Parties gehen wollten.
Das Toppler Theater erhöhe die Attraktivität der Stadt und habe als Freilicht-Kammerspiel in seiner Art ein Alleinstellungsmerkmal. Clemens Räthel schilderte eine Begegnung mit der bekannten Darstellerin Eva Mattes (Tatort-Kommissarin), in der es um Rothenburg und die Bewunderung für die Theaterarbeit ging. Der Berliner Regisseur, der auch schon mit Zadek gearbeitet hat, meinte abschließend im Ratsausschuss: „Ich habe einige Theater gesehen, aber was sie hier haben ist etwas ganz Besonderes und bereichert ihre Stadt. Fordern und fördern sie ihr Theater, es lohnt sich!“ diba