Montag, 19.11.2018

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Reichsstadttage: Ganz weit zurück

Hofstaat von König Rudolf I. holt aus bei den Reichsstadttagen - 10.09.2018 12:36 Uhr

Beliebte Aktion bei den Besuchern: Hennamalen der "Freien Sarazenen". © Weber


Der Hofstaat des Königs Rudolf I. von Habsburg macht auf seiner Reise Station in der mittelalterlichen Stadt und hält Hof an der mittelalterlichen Schafscheune, eingerahmt von der mächtigen mittelalterlichen Stadtmauer oberhalb der vom Projektschmiede-Team errichteten Stöberleinsbü̈hne. Die Edelleute des Königs nehmen die Gäste mit auf die Reise in die Sitten und Gebräuche am Hofe eines Königs.

Der Gastgeber König Rudolf I. hat sich wieder illustre Gäste mitgebracht. Seit ü̈ber einem Jahrzehnt ist der "Badische Drachenbund" fester Bestandteil des Lagers von König Rudolf I. Er zeigt Schaukampf und das Schießen mit Pfeil und Bogen.

Aus dem fernen Morgenland sind der Einladung gefolgt: "Sahid", der Tuareg, und die "schwarzen Perlen". Sie  stammen aus dem sü̈dwestlichen Libyen um das Jahr 1150. Er ist Salzhändler, außerdem Krieger und Karawanenfü̈hrer, zeigt die Kunst der Fertigung von Ledertaschen.

Frauen gaben den Ton an

Tuareg – das von Gott verlassene Volk. Die Tuareg sind autonome Bewohner der westlichen Sahara. Sie stammen direkt von den alten Berbern Libyens ab. Ihre Sprache ist das Tamaschek, mit eigener Schrift, dem Tiffinagh. Die Ursprü̈nge der Stadt Timbuktu gehen auf eine Siedlung der Tuareg zurück.

Obwohl sie dem muslimischen Glauben angehören, pflegen sie eine matriarchale Gesellschaftsordnung. Die Frauen haben einen hohen Status, oft höher als der der Männer,  und verfügen über eigenen Besitz. Die Kinder gehören dem Stamm und der sozialen Schicht der Mutter an. Die Frauen bewahren die althergebrachten Traditionen und spielen die "Imzad" (eine Violine).

Die "Freien Sarazenen" aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter des Islam, kommen sie als Schriftgelehrte und mit dem Wissen aus Medizin und Technik, um den König zu beraten und berichten von den neuesten Erkenntnissen. Sie bieten ein offenes Lager mit vielen originellen Gegenständen, die vor allem bei Kindern beliebte Hennamalerei, verschiedene Handarbeiten und Produkte aus der Naturkosmetik zur Hautpflege an.

"Comites stuporis mundi" stellen Sarazenen aus dem 12. Jahrhundert dar und werden den Hofstaat mit Märchen aus 1001 Nacht sowie Gesang und Musik auf Laute und Flöte unterhalten. Die Sarazenin (Gudrun Brylka) dieser Gruppe hat einen Fantasyroman unter dem Titel "Seitenweg" veröffentlicht, der von ihr im Lager angeboten wird. Außerdem kann man Specksteine bearbeiten und verschönern.

Die Wikingerfamilie "Tyra und Fiffi von Falkensteyn" zeigen das Gewandnähen von Hand, mittelalterliches Sticken und das Wikingerspiel Huefatafl. Außerdem stellt sie Gehstöcke her, nicht nur für den Bettler und sein Weib. "Mittelerde" gibt als Wesen der fiktiven "Unterwelt" ihre Visitenkarte ab. Sie diente den Mächten des Bösen als willige Vollstrecker.

Hüter des Waldes 

"Orks": In der römischen Mythologie war "Orcus" (lat. Unterwelt) ein alternativer Name für Pluto, Hades oder Dis Pater, dem Gott des Totenreiches. In Tirol und dem angrenzenden Alpenland kennt man ihn als Org Norg, Nörgelein, Lorko und Orko. Er steht für einen bösartigen Dämon, der auf Berghöhen, Almen und in Felslöchern haust.

Er kann auch in Zwergen- oder Tiergestalt erscheinen, als Hü̈ter des Waldes oder Herr der Tiere auftreten, warnt unter anderem die Tiere des Waldes vor den Jägern.

Als Weinnörgele lebt er in Weinstuben und Torkelkellern. Im christlichen Frü̈hmittelalter wurde aus dem Ork, wie aus vielen keltischen und uralten Sagenfiguren oder Ritualen, eine böse und teuflische Gestalt. Sie inspirierte nicht zuletzt J.J.R. Tolkien zu seiner Trilogie "Der Herr der Ringe". Es gibt Mittel und Wege, den Ork milde zu stimmen. "Das werden wir unseren Gästen verraten", heißt es aus dem Lager.

Melanie und Matthias vom Schlossberg stellen Landsknechte aus dem 30jährigen Krieg dar. Sie führen den nach historischer Vorlage gebauten Pendelgrill mit. Auf ihm brutzelt Fleisch von Geflü̈gel, Rind und Schwein. Mit von der Partie: Die zwei fahrenden axtwerfenden Gauckler "Ax Terax"
Als Freilagerer setzen sich Ritter Thomas Riegel, Freiherr zu Fried-richsthal und Laineck mit Familie aus dem 11. Jahrhundert, in Szene. Er ist Feldherr und Anfü̈hrer der Truppen des christlichen Glaubens gegen Jerusalem. Als geläuterter Christ und Freund der Muslime kommt er vom Kreuzzug zurück, um das Erbe zu verwalten und dem König zu dienen.

Zu sehen in seinem Bereich: ein Schauzelt, in dem das Stabweben gezeigt und in die Waffenkunde eingeführt wird. Ritter Christian und Edeldame Marthe von Chemnitz weilen zu Besuch sowie Gunter von der Rheinaue. 

rs/-ww

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