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Bei der Eröffnung des Reiterlesmarktes wird Oberbürgermeister Walter Hartl persönlich den Generalschalter drücken und damit die genau 336 elektrischen Kerzen auf der elf Meter hohen Blautanne entzünden. Dieses Zeremoniell, das traditionell mit vielen Ahs und Ohs begleitet wird, ist ein wichtiger Teil des Programms zum Auftakt der Weihnachtsmarktzeit in Rothenburg. Fast so bedeutend wie der Abstecher des Reiterle, ohne den die Eröffnung undenkbar wäre. Die Rothenburger lieben ihr Reiterle und auch bei den vielen Besuchern und Gästen, die zum Start des Weihnachtsmarktes vors Rathaus kommen, steht diese Figur im Handumdrehen hoch im Kurs. Obwohl sie leider nur kurz vorbeischaut und, kaum dass sie auf dem Pferd herangeritten ist und den Prolog gesprochen hat, schon wieder davonreitet. Auch in diesem Jahr wird wieder Hans-Georg Baumgartner, den man sonst als den Rothenburger Nachtwächter kennt, das Reiterle geben.
Ihren Ursprung hat die Figur in grauer Vorzeit. Unseren Vorfahren galt sie als Abgesandter einer anderen Welt, der zur Winterzeit mit den Seelen der Verstorbenen durch die Lüfte schwebte. Über die Jahrhunderte hat sich jedoch das Bild dieser mystischen Figur gewandelt. Während man früher vor dieser unheimlichen Figur zitterte, freuen sich heute Groß und Klein auf sein Erscheinen. Aus dem wilden Gesellen ist ein freundlicher Bote geworden, der die Herzen mit der Mission vom herannahenden Weihnachtsfest erwärmt und damit alle Sympathien sicher hat.
Im Hinblick auf den immer näher rückenden Start des Reiterlesmarktes am kommenden Freitag gehen die Vorbereitungen in diesen Tagen in die allerletzte Phase. Für Marktorganisator Martin Kamphans und vielen Beteiligten läuft die hohe Zeit.
Nachdem sich das Konzept nach den zuletzt 2008 vorgenommenen Veränderungen bewährt hat, gibt es diesmal keine großen Neuigkeiten zu vermelden bei der Ausstattung und beim Zuschnitt der Budenstadt. Insgesamt 64 Stände zähl der Reiterlesmarkt in diesem Jahr.
Eine kleine Premiere gibt es doch: Für die Auftritte verschiedener Gruppen auf dem Grünen Markt ist dort eine Bühnenkonstruktion geschaffen worden, mit wind- und wetterfestem Dach. Insgesamt sei sie bei allen funktionellen Voraussetzungen so angelegt, dass sie leicht wirke und den Blick auf die schöne Kulisse nicht störe, betont der Marktorganisator.