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Rudolf Schwemmbauer: Großes Vertrauen der Bürger

Scheidender Landrat erfährt umfassende Würdigung als Politiker und Mensch - 02.05.2012 11:55 Uhr

Unter anderem der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (links) würdigte die kommunalpolitischen Verdienste des scheidenden Landrats Rudolf Schwemmbauer (Mitte). © Fränkischer Anzeiger


Im Kreis von vierhundert geladenen Gästen und Vertretern aus Bundes-, Landes- und Regionalpolitik sowie der Kirche und der Bundeswehr, erfuhr der erfahrene und verdiente Kommunalpolitiker viel Anerkennung in mehreren Reden. Die Tauberzeller Blasmusik umrahmte den Empfang, zu dem sich eine lange Gästeschlange gebildet hatte, hunderte Hände wurden geschüttelt.

So gab es Abschiedsworte vom Präsidenten des Bayerischen Landkreistages, Dr. Jakob Kreidl, für den Kreistag vom stellvertretenden Landrat Heinz Henninger und für den Bayerischen Gemeindetag vom Vorsitzenden Bürgermeister Franz Winter und vom stellvertretenden Landrat Kurt Unger. Für sein kirchliches Engagement bedankte sich Regionalbischof Christian Schmidt vom Kirchenkreis Ansbach-Würzburg beim Landrat und der Bürgermeisterchor bedankte sich mit Liedbeiträgen bei seinem Leiter Rudolf Schwemmbauer und eröffnete den Liedreigen mit „Herr Deine Güte reicht so weit“.

Rückblick auf die Anfänge

Innenminister Joachim Hermann blickte in seiner ausführlichen Laudatio auf die kommunalpolitischen Anfänge zurück und dabei auf die 24 Jahre als 1. Bürgermeister von Geslau sowie auf zwölf Jahre als Vorsitzender in der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg. Auf Schwemmbauers Initiative gehe auch die Gründung der Kommunalen Allianz Obere Altmühl zurück. Er habe schon frühzeitig erkannt, dass kommunale Zusammenarbeit sinnvoll sei.

Mit der Wahl in den Kreistag 1996 habe dann das Wirken auf Kreisebene begonnen und 2002 hatte sich Schwemmbauer gegen fünf Mitbewerber bei der Landratswahl durchgesetzt. Die Wiederwahl sei dann ein weiterer Vertrauensbeweis der Bürger gewesen. Rudolf Schwemmbauer habe in den zehn Jahren vieles „angestoßen und bewegt“, wobei der persönliche Kontakt zu Betrieben und Unternehmen ihm wichtig gewesen sei. Er habe mit zur Entwicklung als „attraktiver Industriestandort“ beigetragen. Besonders sei ihm die Bildungspolitik am Herzen gelegen. Der Landkreis habe 87 Millionen Euro in Schulbauten investiert und umfangreich modernisiert. Der Neubau der Realschule in Herrieden sei ein Meilenstein gewesen.

Aber auch für seinen engagierten Einsatz zur medizinischen Nahversorgung sagte der Innenminister dem scheidenden Landrat Dank. Er erinnerte an die Wiedereröffnung des Krankenhauses Feuchtwangen und die laufende Neustrukturierung mit dem Verbundklinikum. Ebenso hinterlasse Landrat Schwemmbauer „Spuren im Sozialen“, wenn es um Familienfreundlichkeit als Standortfaktor gehe. Er habe das Bündnis für Familie als Netzwerk aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gegründet.

Grundsicherung garantiert

Hinzu komme die Seniorenpolitik und ferner, dass der Kreis alle Aufgaben der Grundsicherung für Arbeitssuchende in alleiniger Trägerschaft übernimmt. Nicht zuletzt habe man in der Umwelt- und Energiepolitik Maßstäbe gesetzt, denn schon heute würden über sechzig Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt, während der Bundesdurchschnitt bei 17 Prozent liegt. Mit „Lieber Rudi“ sprach Joachim Herrmann seinen Parteifreund auch als langjähriges Mitglied des Bezirkstages und als stellvertretender Bezirkstagspräsident an. Hier habe er sich ebenso bleibende Verdienste erworben. In vielen Ausschüssen habe er mitgearbeitet und sich für die Kultur eingesetzt.

In der überregionalen Verantwortung kämen die Funktionen im Bayerischen Gemeindetag, im Landkreistag und im Verwaltungsrat des Sparkassenverbandes hinzu. „Vor über zwanzig Jahren ging für dich als erfahrener Chorleiter des Männergesangvereins Geslau mit der Gründung des Bürgermeisterchors ein Herzenswunsch in Erfüllung“, fuhr der Innenminister fort und hob hervor, dass durch die Auftritte des Chores ein Betrag von 75.000 Euro für gemeinnützige Organisationen zusammen kam. Staatsminister Herrmann sagte wörtlich, Schwemmbauer habe sich „mit ganzer Kraft und großem Erfolg für die Heimat und für ganz Bayern eingesetzt“. Dies habe er immer „ehrlich, gerecht, glaubwürdig, bodenständig, umgänglich, fleißig und auch humorvoll“ getan. Stets habe er für seine Mitbürger ein offenes Ohr gehabt und es verstanden „Menschen zu verbinden und Brücken zu schlagen“. Rudolf Schwemmbauer habe sich erfolgreich für das Gemeinwohl engagiert und um die Belange der kommunalen Selbstverwaltung verdient gemacht.

Als Dank und Anerkennung überreichte Staatsminister Herrmann die Kommunale Verdienstmedaille in Silber. Auch seiner Frau galt der Dank für das große Verständnis und das „Rücken-frei-halten“, was in der Partnerschaft nicht selbstverständlich sei. Die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen das Mandat niederzulegen, verdiene Respekt ebenso wie der Umgang des Landrats mit seiner Erkrankung.

Schwemmbauer dankt

Moderiert wurde die zweistündige Feier von Abteilungsleiterin Karin Christ als langjähriger Mitarbeiterin aus dem Landratsamt und eine besondere Überraschung gab es unter Leitung von Lehrerin Inge Mohr durch die Schüler des Schulspielzentrums Binzwangen, die sich nach der Landrats-Rede mit Szenen und dem „Dankeschön“ bedankten, wie es Peter Alexander einst gesungen hat. Rudolf Schwemmbauer zeigte sich tief beeindruckt von soviel Lob und Dankesworten, die er auf humorige Art erwiderte und die Loyalität seiner Mitarbeiter hervorhob. Seiner Frau Erika dankte er für 34 Jahre kommunalpolitischer Begleitung besonders herzlich, ebenso der ganzen Familie. „Es war eine wunderbare Zeit als Landrat und ich möchte sie nicht missen“ zog Rudolf Schwemmbauer sein Fazit, wünschte dem Nachfolger Dr. Ludwig Glück und freut sich darauf auch künftig beim Bürgermeisterchor noch den Taktstock schwingen zu können. 

diba

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