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Donnerstag, 21.06.2018

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Schillingsfürst: Ein Abend für Feinschmecker

Genießer kamen voll auf ihre Kosten - 06.06.2018 10:50 Uhr

Bürgermeister Trzybinski und Altbürgermeister Schneider lauschten bedächtig der Violinistin. © B. Schwandt


Bürgermeister Michael Trzybinski eröffnete den Abend und konnte zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen den stellvertretenden Landrat Stefan Horndasch, begrüßen. Die amtierende Tauberzeller Weinprinzessin, Jasmin I., begleitete den Adelshofer Altbürgermeister Hermann Schneider in die Schloss-Stadt und auch der Schillingsfürster Altbürgermeister Gerhard Götz war gekommen.

Prinz Constantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1828 bis 1896) war der Abend gewidmet. Leider gibt es von ihm bisher keine Biografie, lediglich  einige markante Lebensdaten sind dokumentiert. Er erblickte am 8. September 1828 auf Schloss Wildegg in Kurhessen das Licht der Welt, erwarb an einem der traditionsreichsten deutschen Gymnasien, dem Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau, sein Abitur und trat 1848 in den Dienst der österreichischen Krone. 

Gebildet und mächtig 

Er erblickte am 8. September 1828 auf Schloss Wildegg in Kurhessen das Licht der Welt, erwarb an einem der traditionsreichsten deutschen Gymnasien, dem Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau, sein Abitur und trat 1848 in den Dienst der österreichischen Krone. 1854 nahm er seine Tätigkeit am Wiener Hof auf, wurde 1859 Major und Flügeladjutant Kaiser Franz Josephs I. Es folgte eine militärische Karriere, bis er 1884 General der Kavallerie und Oberst sämtlicher Leibgarden war.

1859 heiratete Prinz Constantin in Weimar Prinzessin Marie zu Sayn-Wittgenstein (1837 bis 1920), die Tochter von Fürstin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein, die seit 1849 mit Franz Liszt zusammenlebte. Marie galt damals als die reichste Frau Europas, sie war eine große Förderin des Wiener Kunst- und Kulturlebens und engagierte sich für soziale Einrichtungen.

Edle Weine garnierten den Abend 

Altbürgermeister Hermann Schneider moderierte gekonnt und er hatte markante Weine ausgewählt, um den fränkisch-österreichischen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Beginnend mit dem fränkischen Weinklassiker, einem trocken ausgebauten Silvaner des Weinguts Stahl, startete er die Weinprobe. Die ersten Silvaner-Reben wurden 1659 in Franken gepflanzt: "Österreicher Fechser“ nannte man die Stecklinge damals und mundartlich bezeichnet so mancher Winzer die Silvaner-Rebe noch heute als "Österreicher“. 

Auch in Schillingsfürst erfreut sich der Rebensaft großer Beliebtheit. © wein


Nach der Verkostung eines fränkische Grauburgunders und einer Scheurebe aus dem Hause Meier in Ulsenheim durften die Gäste österreichische Weine probieren – schließlich hat Constantin Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst in seinem Leben wohl mehr österreichischen Wein als Frankenwein getrunken. Auch hier startete Hermann Schneider mit einem Klassiker: Er ließ einen Veltliner aus der Wachau einschenken. 

Mit einem gelben Muskateller, einem äußerst bukettreichen Wein vom Neusiedler See, erreichte die Weinprobe einen weiteren Höhepunkt: Dieser Wein sei in Österreich der Renner, so Schneider. Hermann Kaiser aus Ansbach hatte – wie im letzten Jahr – den Weg nach Schillingsfürst gefunden, zur großen Freude der Gäste. Er ist bekannt für seinen Humor, seine Spontanität und seine unvergleichliche Rezitationsgabe und er garnierte den Abend mit witzigen Anekdoten und heiteren Gedichten.

Bürgermeister als Hobbykoch 

Die Museumsleiterin, Hai Yan Waldmann-Wang, präsentierte im Laufe des Abends drei Werke von Ludwig Doerfler, die alle Motive des Schlosses zeigten: Doerfler sei ein Künstler wie ein Regisseur oder ein großer Fotograf, der geniale Perspektiven für die Darstellung des Schlosses gewählt habe und zudem mit dem Licht und den Farben spiele, seinen Bildern Leben einhauche.

Dass Schillingsfürsts Bürgermeister Michael Trzybinski über viele Talente verfügt, ist inzwischen bekannt, doch dass er in seiner Freizeit gerne in der Küche werkelt, war so manchem Gast des Abends neu: Unter seiner Leitung hatte sich ein Team zusammengefunden, das ein leckeres Fingerfood-Buffet zauberte – mit Köstlichkeiten passend zum Wein.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Violinistin Mariola Pult: Sie hatte traditionelle Wiener Walzer ebenso im Repertoire, wie einen ungarischen Csárdás, Filmmusikklassiker und Rockiges – passend zur jeweiligen Rebsorte. Wieder einmal mehr ist es dem Team um den Bürgermeister gelungen, einen würdigen Abend für den großen Sohn des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst zu gestalten: geistreich, sinnlich, tiefgründig.

  

sw

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