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Freitag, 14.12.2018

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Schorndorf feierte 125-jähriges Bestehen der Floriansjünger

Ehrung der Feuerwehrleute und Rückschau in die Vergangenheit - 18.09.2018 12:27 Uhr

Geehrte mit Ehrengästen um die alte Feuerwehrspritze: Hintere Reihe die für 25 Jahre Ausgezeichneten mit Landrat Dr. Jürgen Ludwig (ganz rechts), 3. von links Hans Markert (40 Jahre Dienst), vordere Reihe von links Norbert Mögel (40 Jahre Dienst), Bürgermeister Michael Trzybinski und Stefan Sterner, Kommandant der Feuerwehr Schillingsfürst. © Dominik Schwab


Das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Schorndorf gab Gelegenheit zur Rückschau in die Vergangenheit. Außerdem wurde es genutzt, um Feuerwehrleute zu ehren, die im gesamten Bereich der Stadt Schillingsfürst einschließlich der Ortsteile viele Jahre Dienst tun.

Kreisheimatpfleger Claus Broser hatte im Vorfeld des Schorndorfer Jubiläums im Schillingsfürster Stadtarchiv eine Namensliste von Feuerläufern aus Faulenberg gefunden. Die jüngsten und die schnellsten Männer waren es, die von Ort zu Ort liefen, damit die Bürger gewarnt und die Nachbarwehren gerufen wurden. Diese Liste von Feuerläufern stammt noch aus der Zeit, als es noch keine Sirenen und noch keine SMS-Alarmierung per Handy gab. „Mittlerweile funktioniert die Alarmierung der Feuerwehrleute per Handy. Obwohl Google, Facebook und Whatsapp in dem weit entfernten China nicht funktionieren, so habe ich als aktiver Feuerwehrmann doch während meines Aufenthaltes dort im letzten Jahr eine SMS-Benachrichtigung erhalten, dass ich mich wegen eines Alarmfalles sofort im Feuerwehrgerätehaus in Schillingsfürst einfinden soll,“ betonte der Schillingsfürster Bürgermeister Michael Trzybinski bei seiner Ansprache im Schorndorfer Festzelt.

Wichtiger Faktor

Neben dem Stadtoberhaupt waren weitere Ehrengäste zum Jubiläum nach Schorndorf gekommen, darunter Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Kreisbrandrat Thomas Müller. Beide hoben in Ansprachen den freiwilligen Feuerwehrdienst als wichtigen Faktor in unserer Gesellschaft hervor und gratulierten der Schillingsfürster Ortswehr herzlich zu ihrem besonderen Geburtstag. Kommandant Roland Kraft kleidete seine Betrachtungen zum Jubiläum mit Blick auf die immer mehr abhanden kommenden Werte in nachdenkliche Worte. „Ich glaub’, uns geht’s zu gut!“

Im September 1893 wurde die Schorndorfer Wehr gegründet. Es folgten bewegte Zeiten: der 1. und 2. Weltkrieg, der Wiederaufbau nach dem verlorenen Krieg. All diese Jahre hat die Freiwillige Feuerwehr Schorndorf überdauert und letztendlich zusammengehalten. Mit Stolz kann sie ihr 125-jähriges Bestehen feiern: „Dazu gratulieren der Bürgermeister, der Stadtrat und die ganze Gemeinde,“ betonte das Schillingsfürster Stadtoberhaupt. Sie ist gegründet worden, um Brandherde zu bekämpfen und Nachbaranwesen vor Feuer und Schaden zu beschützen. Mit der Technisierung wuchsen die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr enorm. Die Stadt habe ihre kleinen Feuerwehren immer tatkräftig unterstützt, betonte der Bürgermeister. Die von Schorndorf genauso wie die in Faulenberg und Stilzendorf.

Meilensteine in den 60ern

Früher befanden sich Stützpunkte in den einzelnen Weilern. Im Juni 1968 wurde in Schorndorf ein neues Feuerwehrhaus gebaut und somit eine zentrale Anlaufstelle für die Außengemeinden Schorndorf, Leipoldsberg, Altengreuth, Neureuth und Ziegelhütte geschaffen. Der Fuhrpark in Form einer Handpumpe wurde durch die alte Gemeinde Stilzendorf-Schorndorf 1967 modernisiert, als ein Tragkraftspritzen-Fahrzeug der Marke Ford Transit angeschafft wurde.

Allerdings gehört das Fahrzeug mit seinen 51 Jahren Dienstzeit auf dem Buckel eher ins Feuerwehrmuseum als zu Einsätzen zu den Brandherden. Im Bedarfsplan der Stadt ist bereits eine Ersatzbeschaffung vorgesehen. Eine Arbeitsgruppe zur Beschaffung eines Fahrzeuges für die Feuerwehr Schorndorf ist bereits gegründet worden und stellt Überlegungen an, wie das Projekt im Anschluss an den Neubau des Schillingsfürster Feuerwehr-Gerätehauses umzusetzen ist.

Noch unter dem vorletzten Kommandanten Hermann Sindel senior waren Planungen für ein kleines Florianstüberl (immerhin mit zwei Toiletten, für Frauen und Männer) entwickelt worden. Umgesetzt wurde das Vorhaben dann von Mitgliedern der Feuerwehr und von Mitgliedern des Knutvereins im Ort gemeinsam.

Heute wird die Wehr von dem 1. Kommandanten Roland Kraft und dem 2. Kommandanten Michael Schurz geleitet. Beide wurden zusammen mit Kassier Thomas Wirth im März 2016 einstimmig gewählt. Der Stadtrat hat das per Beschluss Anfang April 2016 bestätigt.

Im Namen der Stadt Schillingsfürst bedankte sich Bürgermeister Trzybinski bei allen Feuerwehrkameraden, die in der Feuerwehr Schorndorf über Familientraditionen hinweg im Namen des Schutzpatrons Florian zur Feuerwehr standen und zuverlässig dienten.

In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Legende. Florian sei demnach ein römischer Offizier und Staatsbeamter aus der heutigen Region Niederösterreich gewesen. Weil er Christ wurde, habe ihn sein Chef, Kaiser Diokletian, ziemlich unchristlich im Jahre 304 in der Ems ertränken lassen.

Der Dank der Stadt galt ganz besonders den Verantwortlichen, den Vorständen, den Kommandanten, den Stellvertretern, den Gruppenführern, Zeugwarten, und auch den Maschinisten, die in all den Jahren ihren Beitrag als Mitglieder der Feuerwehr selbstlos geleistet haben.

Ganz in die Anfangszeit der Schorndorfer Wehr reichen die vorhandenen Aufzeichnungen in den Archiven nicht zurück. Aber es besteht eine Feuerwehr-Mitgliederliste aus dem Jahr 1902. Sie setzt sich aus 25 Namen zusammen, die am Jubiläumsabend verlesen wurden.

Im Einzelnen sind auf der Urkunde verzeichnet: Michael Klein, Landwirt aus Leipoldsberg, Kommandant Leonhard Kallert, Köhler aus Schorndorf, Heinrich Emmert, Köbler aus Schorndorf, Adjutant Friedrich Wirth aus Schorndorf, Georg Preißinger aus Leipoldsberg, Georg Reingruber aus Altengreuth, Friedrich Schurz (Sohn des damaligen Bürgermeisters) aus Leipoldsberg, Johann Schurz aus Leipoldsberg, Johann Dänzer aus Altengreuth, Georg Rühl aus Altengreuth, Georg Guttropf aus Schorndorf, Michael Grüner aus Altengreuth, Georg Wirt aus Schorndorf, Johann Grüner aus Schorndorf, Wilhelm Haßelt aus Schorndorf, Friedrich Albig aus Altengreuth, Johann Seiferlein aus Schorndorf, Leonhard Lutz aus Schorndorf, Johann Strauß aus Leipoldsberg, Gastwirt Albert Schaffner aus Schorndorf, Albert Binder aus Schorndorf, Friedrich Kettler aus Altengreuth, Georg Kraft aus Schorndorf, Georg Böckler aus Schorndorf und Johann Wagner aus Schorndorf.

Es sei mehr als erfreulich, dass sich immer wieder junge Menschen der Freiwilligen Feuerwehr anschließen und so der Gedanke „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ auch für das nächste Jahrhundert erhalten bleibe. Sein Appell, sich aktiv in der Feuerwehr einzusetzen, richte sich an alle, insbesondere auch an die Damen der Gesellschaft, betonte das Stadtoberhaupt.

Wieder eingeschlafen

Wie besagtes Projekt um das Florianstüberl mit den Toiletten für beide Geschlechter zeigt, hat es in Schorndorf schon vor rund 40 Jahren, als dieses Thema noch Neuland war, Bestrebungen gegeben, Frauen in den Feuerwehr-Dienst einzubinden. Es wurde sogar eine weibliche Wehr gegründet. Allerdings zeigte sich die Riege damals nicht vital genug für einen stabilen Bestand. Die Aktivitäten sind deshalb wieder eingeschlafen.

Alle zwei Jahre, so der Plan von Stefan Sterner, Kommandant der Schillingsfürster Feuerwehr, soll von nun an ein zentraler Ehrungsabend für die langgedienten Floriansjünger stattfinden. Dabei erhalten die verdienten Wehrleute aus den vier Wehren der Stadt ihre Auszeichnung für 25 oder 40 Jahre geleisteten Dienst. Eine erste solche Ehrung fand jetzt beim Schorndorfer Jubiläum statt.

Dabei durften Hans Markert und Norbert Mögel die Auszeichnung für 40 Jahre Feuerwehrdienst in Empfang nehmen. Für 25 Jahre Dienst als Floriansjünger wurden Andreas Schurz, Wolfgang Strauß, Marcus Burkhardt, Alexander Strauß, Gerhard Büttner, Thomas Wirth, Klaus Büttner, Bernd Büttner und Werner Wiesinger geehrt. 

ww

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