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Studieren ist bald auch in Rothenburg möglich

Die Entscheidung über das Hochschul-Konzept fällt auf Minister-Ebene in München - 22.03.2013 12:01 Uhr

Bald "Internationaler Campus" für Studierende?: die Luitpoldschule. © Schärfer


In einem ersten von Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Ute Ambrosius vorgestellten Sondierungskonzept wurden die Kompetenzfelder der Hochschule Ansbach und die Regionalkompetenzen der Städte Feuchtwangen und Rothenburg gegenübergestellt. Diese erste Analyse und die dahinter stehenden Ideen werden auch vom Vorsitzenden des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag, Oliver Jörg, und vom Landtagsabgeordneten Klaus Dieter Breitschwert unterstützt.

Zu den Eckpunkten des Konzepts zählen die vertiefende Förderung der Fachkräfteausbildung in der Region und die Stärkung der heimischen Wirtschaft durch Forschungsinnovationen aus dem Hochschulbereich.

Feuchtwangen hat sich mit dem Angebot des Landesverbands des bayerischen Baugewerbes und mit dem Fort- und Weiterbildungsangebot der Bayerischen Bauakademie ein Kompetenzfeld geschaffen, das, wenn der geplante Ansatz realisiert würde, in einem Bau-Energie-Technik-Campus mit einem Studien- und Forschungszentrum münden könnte. Studierende hätten in Feuchtwangen die Möglichkeit, in einem praxisorientierten Studiengang den Bachelor als Studienabschluss zu erwerben.

Internationaler Studiengang

Die Stadt Rothenburg bietet mit seinem breit aufgestellten Branchenmix im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau, Kunststofftechnik, Informations- und Datenverarbeitung, Dienstleistung oder Handwerk und seinen jahrzehntelangen Erfahrungen als bekannter Tourismusstandort den Schwerpunkt in der internationalen Ausrichtung des möglichen Studienangebots.So könnte am „Internationalen Campus Rothenburg“ ein Studiengang „Technologie-Management“, mit abgestimmten spezifischen Programmen für ausländische Studierende, mit dem Bachelor oder dem Master abgeschlossen werden.

Als Forschungsschwerpunkte in Rothenburg finden sich Anknüpfungspunkte zu den Themen „Mobile Business und Mobile Technology“, „Neue Medien“ und zum Lehrbereich der „Interdisziplinären Kompetenz und Internationalität“.

Luitpoldschule vielleicht bald Unigebäude

Es gibt konkrete Überlegungen, die altehrwürdige Luitpoldschule mit ihren großen, lichten Räumen als neue Bildungsstätte mit ihrem historischen Flair zu nutzen. Durch den Stadtratsbeschluss, die Grundschule an einen Standort mit der Topplerschule zusammenzulegen, wird das architektonisch reizvolle Gebäude im Umgriff der Altstadt frei.

Es wurde um 1900 von einem der prominentesten Architekten der damaligen Zeit, Theodor Fischer, errichtet. Er war Professor in München und Stuttgart, zeitweise auch Berater der Stadt Rothenburg. Neben dem Charme des kunst- und stadtgeschichtlich bedeutsamen Bauwerks erleichtern die Vorzüge der Kleinstadt mit ihren kurzen Wegen Studierenden die alltägliche Bürokratie und Kommunikation und kommt der persönlichen Betreuung zugute.

Gerade im Sommer sind die schönsten Flecken Rothenburgs schnell gefunden: der Burggarten, das Taubertal, ein lauschiges Plätzchen an der Tauber, die Engelsburg, von der aus man auf die ganze Altstadt blicken kann oder einen der zahlreichen reizvollen Sitzplätze, wo man bei Kaffee, Bier, Wein oder Eis auf hohem Niveau fachsimpeln oder mit Einheimischen und Touristen über Gott und die Welt reden kann. Seit Jahren bemüht sich Oberbürgermeister Walter Hartl darum, für Rothenburg eine Hochschuleinrichtung zu gewinnen oder eine Akademie. In der Vergangenheit fehlten die nötigen Räumlichkeiten dafür.

Mit der Luitpoldschule eröffnen sich neue Möglichkeiten. Bei der Wirtschaftsmesse 2012, wo sich auch die Hochschule Ansbach präsentierte, ergaben sich tiefere Gespräche. Sein Argument, dass die Hochschule Ansbach bei den jungen Leuten nicht genügend im Blickfeld ist und deshalb eher in Würzburg oder Nürnberg studieren, stieß auf offene Ohren.

Rothenburg attraktiv durch weltweite Bekanntheit

Auch die weltweite Bekanntheit Rothenburgs als gute Adresse für internationale Studenten warf er in die Waagschale sowie die Nähe zum württembergischen Umland, von der die Hochschule Ansbach profitieren könnte. Bisher zieht es die Studierenden vorrangig in Richtung Schwäbisch Hall und Heilbronn.

„In den vergangenen Monaten war viel Hintergrundarbeit zu leisten“, so Hartl. „Unser Ziel war, gemeinsam in München mit einem Konzept vorstellig werden zu und nicht nur mit einer Forderung“. Unternehmen wurden mit eingebunden. Die Zusage vom Vorsitzenden des Hochschulrates, Oliver Jörg, dass er dieses Konzept unterstützt, stimmt Hartl zuversichtlich. Im nächsten Schritt muss nun versucht werden, auf Minister-Ebene die Zustimmung zu bekommen.

Parallel zu den Rothenburg-Gesprächen gab es zwischen der Hochschule und der Stadt Feuchtwangen eine ­Abstimmung. Mit der Bau-Akademie stehen dort bereits Räumlichkeiten zur Verfügung. „Bei uns wird es wahrscheinlich ab dem Jahr 2016 möglich sein. Den genauen Zeitplan muss man noch abstimmen“. In Gesprächen mit dem Bayerischen Finanzminister Markus Söder hat er betont, wie wichtig es ist, „Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch in das Land zu streuen, um junge Menschen an den Standort zu binden und von außerhalb zu bekommen, als Maßnahme gegen den demografischen Wandel“. Davon profitieren die Unternehmen auf der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften, aber auch der örtliche Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie. Das Konzept war gestern Abend auch Thema der öffentlichen Stadtratssitzung.
  

sis

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