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Ungetüm aus Stahl und Beton als barrierefreie Hilfe

Am Bahnhof Dombühl wurde eine Fußgängerunterführung eingeschoben - 28.06.2017 10:27 Uhr

Nördlich der Bahngleise wurde eine 23 Meter lange und 430 Tonnen schwere Personenunterführung angefertigt. © Meyer


Nachdem am Sonntag, den 18. Juni, die letzten Züge in Richtung Nürnberg und Stuttgart unterwegs waren, begannen bereits einen Tag danach umfangreiche Baggerarbeiten. 28 Stunden später waren die Gleise am Bahnhof Dombühl teilweise entfernt und eine große Baugrube ausgehoben. Diese war notwendig geworden, um den in den vergangenen Monaten vor Ort nördlich der Gleise angefertigten Fußgängertunnel an seine Endposition zu bringen.

Pünktlich um 19.30 Uhr begannen am Dienstagabend bei besten äußeren Bedingungen die Vorarbeiten für den Einschub des Ungetüms aus Beton und Stahl. Nachdem zwei Verschubbahnen aus Stahl installiert waren, konnte das Monstrum bei Einbruch der Dunkelheit mittels hydraulischer Pressen und Kolben auf einer Gleitbahn mit Teflonband langsam in südliche Richtung in Bewegung gesetzt werden. Es dauerte etwa rund drei Stunden, bis eine Strecke von etwa 20 Metern bewältigt war, so die Projektleiterin Silke Lenhardt.

Zeitgleich neue Weichen

In den Nachtstunden war der Zielpunkt dann erreicht und es begannen weitere Folgearbeiten. So nutzt die Bahn die Streckensperrung über fünf Tage hinweg, um weitere Arbeiten für die S-Bahn-Verlängerung durchzuführen. Eine längere Beeinträchtigung für Zugreisende kann dadurch vermieden werden. So wird die Betriebsruhe genutzt, um in Dombühl zeitgleich neue Weichen einzubauen.

"Die Unterführung sorgt dafür, dass die Reisenden den neuen S-Bahnsteig barrierefrei erreichen können", so Florian Liese von der Deutschen Bahn AG. Nach dessen Mitteilung entsteht in Dombühl in den folgenden Monaten zwischen den künftigen Gleisen 3 und 4 ein neuer, 170 Meter langer Mittelbahnsteig, welcher barrierefrei über eine mit Aufzügen ausgestattete Unterführung erreichbar sein wird.

Am Mittwochmorgen war der Tunnel eingeschoben und es wurde  mit dem Auffüllen der Baugrube begonnen. © Meyer


Während die Regional-Express-Züge in Richtung Crailsheim und Stuttgart wie bislang auch künftig am Gleis 1 halten werden, verkehren die Regional-Express-Züge in Richtung Nürnberg künftig am Gleis 3. Am vierten Gleis wird die S-Bahn künftig wenden. Gleis 2 bleibt dagegen den durchfahrenden Personen- und Güterzügen vorbehalten. Zusätzlich zum Bau der neuen Bahnsteige werden Gleise, Weichen, Oberleitungen und die Signaltechnik am Bahnhof Dombühl angepasst.

"Meilenstein" bewältigen

Gleiches geschieht auch am neuen Bahn-Haltepunkt in Leutershausen-Wiedersbach, wo die jetzige Vollsperrung für Bahnsteigarbeiten genutzt wird. Zeitgleich soll in Ansbach eine schnellere Ausfahrt der Züge in Richtung Dombühl ermöglicht werden. Mit den Arbeiten in der laufenden Woche wird in Dombühl "ein Meilenstein im Zuge der S-Bahn-Verlängerung" bewältigt werden, so Liese.

Rund 85 Prozent der Bauarbeiten werden dann von Bahnseite getätigt sein. Alles Weitere seien Restarbeiten. Man liege "voll im Zeitplan", so dass die geplante Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember gesichert sei. Während der jetzigen fünftägigen Sperrung werde "rund um die Uhr" im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet. Ersatzweise wurde mit  Bussen ein Schienenersatzverkehr auf der Strecke von Ansbach nach Crailsheim eingerichtet.

Mit besonderer Lärmentwicklung auch in den Nachtstunden sei darüber hinaus vor Ort voraussichtlich ebenfalls vom 12. bis 30. August zu rechnen, wenn eine so genannte "Verschwenkung" der Gleise stattfindet. Ähnliches gilt für die Zeit vom 21. bis 22. Oktober, wenn das Nachstopfen der Schienen über die Bühne gehen soll. Der Bund und der Freistaat Bayern investieren rund zehn Millionen Euro in das Gesamtprojekt S-Bahn-Verlängerung. Vor Ort in Dombühl sind es rund 7,5 Millionen.

Ab dem Dezember dieses Jahres entstehen dadurch ein stündliches Zug­angebot und eine verbesserte Busanbindung. Täglich werden dann bis zu 20 Züge und Bahnen von Nürnberg nach Dombühl und umgekehrt verkehren. Im Anschluss an die jetzigen Baumaßnahmen plant die Marktgemeinde Dombühl im Umgriff die Anlage zudem weiterer Parkplätze sowie die Einrichtung eines Dorfladens mit Bistro im Erdgeschoss des alten Bahnhofsgebäudes. 

hm

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