Mittwoch, 14.11.2018

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Wettbewerb: Talentbühne "LiedEuropa"

Wettbewerb auf Schloss Habelsee – Minnesang und Schuberts "Winterreise" - 10.09.2018 12:27 Uhr

Gisela Wiedenmann, hier 2009 mit ihrem im Mai 2018 verstorbenen Mann am Rande eines bildnerischen Denkmal-Wettbewerbs, setzt mit dem aktuellen Gesangswettbewerb ein Zeichen. © Weber


Zur Erinnerung an ihren im Mai dieses Jahres verstorbenen Mann Reinhold Wiedenmann und dessen musikalische Wegbegleiter sowie wissenschaftliche Berater, Wolfgang Gayler und Professor Dr. Ulrich Müller, knüpft sie an die bisherige lange Tradition der Schülerwettbewerbe ihres Hauses an, beschreitet mit der Ausrichtung dieser jüngsten Konkurrenz aber auch Neuland.

Die Brücke zum Minnesang um Wolfram von Eschenbach und seinen "Titurel" ist nicht von ungefähr gewählt. Reinhold Wiedenmann war als Sänger der Pionier schlechthin bei der Ausdeutung und Interpretation mittelhochdeutscher Sangvers-Epen in der Moderne, machte Schloss Habelsee zum Zentrum dieser Szene um das Erbe dieses wirkungsreichsten deutschsprachigen Dichters des Mittelalters. In den 80er Jahren  überzeugte er  beispielsweise beim "Sängerkrieg auf der Wartburg" vor Originalkulisse im dortigen Sängersaal in einer von der Fachwelt vielbeachteten Aufführung.

Schirmherrin: Katharina Wagner

"LiedEuropa" nennt Gisela Wiedenmann ihren ersten Schloss Habelseer Schülerwettbewerb Gesang für  das in Kürze beginnende Schuljahr 2018/2019 in der von einem geeinten und seinen gemeinsamen Wurzeln überzeugten Tradition ihres Hauses. Als Schirmherrin konnte sie mit Katharina Wagner, Intendantin der Bayreuther Festspiele, eine überaus prominente Vertreterin des klassischen Kulturbetriebs und große Fördererin des Gesangs gewinnen.

Insgesamt 19 zeichnerische Schülerwettbewerbe zum Denkmalschutz sind von Schloss Habelsee zwischen 1980 und 2015 ausgerichtet worden. Dabei ging es immer um eine zweigeteilte Aufgabenstellung: das ausgewählte Denkmal in einer ersten Darstellung möglichst originalgetreu umzusetzen und in einer zweiten Darstellung entweder ein Detail davon herauszuarbeiten oder es phantasievoll zu variieren.

Schloss Habelsee bleibt dieser Tradition treu – auch für den aktuellen Schülerwettbewerb. Aufgabe 1: Die Verse 64 und 65 des "Titurel" von Wolfram von Eschenbach sind bei eigener Interpretation und Wahl des Instruments "darzustellen".

Dazu heißt es in der Ausschreibung: "Während die Damen diese zwei Verse sehr begeistert nachempfinden, geben sich die im Smoking anwesenden Herren reservierter, da ihnen die Texte zu kindlich erscheinen.

Wolfram von Eschenbach und seine Kollegin müssen zudem darauf achten, Sponsoren zu finden und Zugeständnisse machen. Deshalb verzichten sie auf nochmalige mittelalterliche Hits, da sie Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise" sehr wohl kennen." Womit zur Aufgabe 2 hingeleitet wäre: Aus dieser Komposition wird der "Lindenbaum" als Sologesang gewünscht. Für den Pianisten steht ein Bechstein-Flügel zur Verfügung. Das Stück kann entweder im Original dargeboten werden, mit einem Instrument eigener Wahl oder Schubert darf auch instrumental und zeitgenössisch umgerüstet werden.

Schloss Habelsee stehe auch für großes Engagement in der musikalischen Denkmalpflege, hat schon 1986 der spätere Minister und Staatssekretär Hans Maurer als schlichter Landtagsabgeordneter bestätigt. Im Juni 1997 wurde dort im Duett mit dem Schloss-Herrn das Talent einer blutjungen Sängerin entdeckt und gefeiert. Sie ist heute auf den großen Bühnen der Welt gefragt, zuletzt bei den Salzburger Festspielen als "Pamina" in der "Zauberflöte": Christiane Karg aus Feuchtwangen.

Der erste Preis ist beim aktuellen Wettbewerb mit 1000 Euro dotiert, platz 2 und 3 mit jeweils 500 Euro.  Ex-MdB Melanie Oßwald (CSU, Preisträgerin eines bildnerischen Wettbewerbs auf Schloss Habelsee) unterstützt die Initiatorin der Konkurrenz in digitaler Hinsicht. 

-ww-

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