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Schneeglätte macht Autofahrer vernünftig

Dach eines Supermarks in Hof eingestürtzt - Unfälle in Roth und Oberfranken - Flüge immer noch mit Verspätung - 20.12.2010 21:16 Uhr

Bei dem Unfall wurde eine Frau schwer verletzt.

Bei dem Unfall wurde eine Frau schwer verletzt. © News5


Am Nachmittag und Abend kam es in der Region zu glättebedingten Unfällen, die größtenteils glimpflich ausgingen. "Offensichtlich wird aufgrund der Ereignisse in den letzten Wochen vernünftig gefahren", sagte ein Polizeisprecher.

Am Bahnübergang Kleingründlach fuhr ein LKW in die Schrankenanlage und sorgte ab 18.40 Uhr für eine Sperrung des Schienenverkehrs zwischen Nürnberg und Erlangen. Der LKW-Fahrer blieb unverletzt.

Am Nachmittag fuhr die 53-jährige Rotherin mit ihrem Wagen auf der Bundesstraße und kam auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern. Dabei stieß sie mit dem Wagen einer 59-Jährigen zusammen, der ihr entgegenkam. Die 53-Jährige wurde in ihrem Auto eingeklemmt und musste mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen ebenso wie die leicht verletzte 59-Jährige ins Krankenhaus gebracht werden. Die Staatsstraße war bis in die Nachmittagsstunden gesperrt.

In der Nacht auf Montag ereigneten sich in Oberfranken 20 Verkehrsunfälle. Alle verliefen jedoch glimpflich, es kam nur zu Blechschäden. Mehrere Straßen im Landkreis Kronach mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Da die umgeknickten Bäume auch Stromleitungen beschädigt hatten, waren in der Nacht mehrere Bewohner ohne Elektrizität.

In Unterfranken sperrte die Polizei in der Nacht die Bundesstraße 279 bei Bischofsheim. Zwei Bäume waren unter der Schneelast zusammengebrochen und blockierten die Fahrbahn. In Oberfranken kam es auf der Autobahn 9 an der Steigungen des Sophienbergs kurzfristig zu einem Lkw-Stau, der sich aber durch massiven Streusalzeinsatz der Räumdienste schnell auflöste.

Auf der A 72 bei Hof-Töpen führte eine sich lösende Eisplatte von einer Lkw-Plane zu einen Unfall. Durch die herabfallende Eisplatte wurde der dahinter fahrende Pkw stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Zahlreiche umgestürzte Bäume führten auch bei Kronach zu massiven Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen.

Besonders betroffen waren Steinbach am Wald und die Region um Teuschnitz. In Friesen und Wilhelmsthal sowie in einem Stadtteil Kulmbachs fiel der Strom aus, als Bäume auf die Oberleitungen stürzten. Zudem kam es zu einem Trafobrand.

Eingestürztes Hallendach und geschlossene Schulen

Durch die Schneelast stürzte in Hof das Dach eines Einkaufsmarktes teilweise ein. Der Markt war bereits am Vortag für den Kundenverkehr geschlossen worden. Verletzt wurde auch hier niemand. Unter der Schneelast brach in Teuschnitz (Kreis Kronach) das Dach eines Stalls ein.

In Haag in Oberbayern hat das Vordach eines Supermarktes unter den Schneemassen nachgegeben. Ähnliches passierte am Wochenende in Hof. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand.

In Haag in Oberbayern hat das Vordach eines Supermarktes unter den Schneemassen nachgegeben. Ähnliches passierte am Wochenende in Hof. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand. © dpa


In Unterfranken fiel wegen der Unwetterwarnung der Unterricht an den Schulen in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Main- Spessart aus. Am Nürnberger Flughafen wurden am Montag insgesamt zwölf Flüge nach Frankfurt, Berlin und Paris gestrichen, weil die Flugzeuge dort nicht hätten landen können.

Am Flughafen in München lief am Montagmorgen der Betrieb zunächst normal, nur zehn Flüge mussten gestrichen werden. Ein Flughafensprecher erklärte, es könne aber zu erneut zu Behinderungen kommen, da viele europäische Flughäfen gesperrt waren.

Verspätete Züge

Probleme hatte erneut auch die Deutsche Bahn im Regional- und Fernverkehr. Die meisten Zug-Verspätungen lagen am Morgen allerdings unter 30 Minuten. Noch am Sonntag hatte die Bahn Reisende wegen der chaotischen Wetterzustände gebeten, die Züge wegen Überfüllung nicht zu nutzen.

Insgesamt bleibt die Wetterlage in Teilen Bayerns noch angespannt. Im Nordwesten Bayerns, vor allem im Landkreis Bayreuth kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilweise heftige Sturmböen an.

Nürnberg soll davon weitgehend verschont bleiben, hier kommt es laut Einschätzung der Wetterexperten lediglich zu Windböen. In den Landkreisen Bamberg, Forchheim, Erlangen-Höchstadt und Neustadt Aisch besteht immer noch Glättegefahr.

Trotz landesweiten Fahrverbots auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen haben dort in der Nacht zum Montag mehrere Lastwagen Unfälle verursacht. Wie die Kölner Polizei mitteilte, fuhren auf der Autobahn 61 bei Gymnich und am Kreuz Meckenheim jeweils in Richtung Venlo zwei Lastwagen in die Leitplanke.

Bei beiden Unfällen wurde niemand verletzt. Auf der Autobahn 4 im Kölner Osten an der Verbindung zur Autobahn 3 fuhr sich ein Laster im Schnee fest.

Chaos an den Flughäfen

Anders als in München gestaltete sich die Lage an anderen deutschen Flughäfen. Auf Deutschlands größtem Luftdrehkreuz Frankfurt/Main war nach einem turbulenten Wochenende nur wenig Besserung in Sicht.

Mit Stand vom frühen Morgen waren von den 1.325 für Montag geplanten Starts und Landungen 315 Flüge gestrichen worden – also ein gutes Fünftel. Das berichtete der Flughafenbetreiber Fraport.

Am Sonntag hatten die Fluggesellschaften bis zum Abend erst knapp die Hälfte der geplanten Flüge abgewickelt. Über Nacht mussten rund 150 Passagiere in Feldbetten schlafen – einige von ihnen zum dritten Mal in Folge.

Auch der Flugverkehr der beiden Berliner Flughäfen war erneut beeinträchtigt. Es gab in Tegel mehr als zehn Flugstreichungen, in Schönefeld verlief der Verkehr dagegen nahezu normal. 

dpa/lby

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