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Schnorcheln mit Gepäck: Sporttrends auf der Messe Ispo

Seatrekking, Longboarding oder Natural Running sind jetzt angesagt - 03.02.2013 18:55 Uhr

München  - Rund ein Drittel aller Menschen in Deutschland treibt gar keinen Sport. Allen anderen will die weltgrößte Sportartikelmesse Ispo zeigen, was in diesem Jahr auf der Piste, im Wasser und auf der Straße angesagt ist. Auch neue Sportarten gehören dazu.

Eine Frau läuft auf der weltgrößte Sportartikelmesse ispo in München an einem Stand mit bunten Skiern vorbei.
Eine Frau läuft auf der weltgrößte Sportartikelmesse ispo in München an einem Stand mit bunten Skiern vorbei.
Foto: dpa
Eine Frau läuft auf der weltgrößte Sportartikelmesse ispo in München an einem Stand mit bunten Skiern vorbei.
Eine Frau läuft auf der weltgrößte Sportartikelmesse ispo in München an einem Stand mit bunten Skiern vorbei.
Foto: dpa

Radfahren, Schwimmen und Turnen war gestern: Neue Trends im Sport heißen Seatrekking, Longboarding oder Natural Running. Auf der weltgrößten Sportartikelmesse Ispo in München zeigen rund 2500 Aussteller seit Sonntag, was an Land und im Wasser angesagt ist. Nicht alles ist neu: Bei Laufschuhen geht die Entwicklung eher zurück zu den Wurzeln – klingt aber heute hipper als früher.

Auf der Straße

Die Zeit der maximal gefederten Laufschuhe ist vorbei, nun heißt es „Natural Running“: Fast alle großen Sportschuhhersteller sind auf den Zug aufgesprungen und bieten Laufschuhe mit dünnen Sohlen an, die minimal gedämpft sind und die Fußmuskulatur dadurch fordern.

Mit einem Gewicht von deutlich unter 200 Gramm und einer anschmiegsamen Oberfläche sollen sie dem Läufer das Gefühl geben, barfuß zu laufen. So billig wie barfuß sind sie aber nicht: Unter 50 Euro sind die Leichtläufer kaum zu haben. Bei Skateboards geht die Entwicklung in die andere Richtung: Mehr ist mehr. Nach kleinen Waveboards kommen nun meterlange Longboards auf die Straßen, die „Limousinen unter den Boards“, wie es in den Ispo-News heißt.

Auf der Piste

Mit der Seilbahn auf den Berg fahren kann jeder - ambitionierte Sportler steigen selbst hinauf und fahren mit dem Snowboard wieder hinunter. Möglich machen das Splitboards, die sich für den Aufstieg als Tourenski nutzen lassen und am Berg zum Snowboard zusammengesteckt werden.

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Jedes Jahr öffnet die ispo, die weltgrößte Sportmesse, in München ihre Tore für Sportbegeisterte und solche, die es werden wollen. Neuheiten sind in diesem Jahr Seatrekking, Longboarding oder Natural Running. Noch bis zum 6. Februar können Fachbesucher durchsichtige Skateboards, Snowboards, die sich zu Skiern umfunktionieren lassen und neuartige Wintermode bestaunen.

Auf der Ispo zeigen die Hersteller neue Boards, die wesentlich leichter sind als ihre Vorgänger und sich noch schneller vom Ski zum Board umbauen lassen. Tiefschnee-Fans können sich auf der Messe neue Longboards ansehen, die mit Brettlängen von mehr als zwei Metern aussehen wie Surfbretter.

Gegen den harten Aufprall bei Sprüngen schützen Bindungen mit eingebauten Airbagsystemen. Bei Alpin-Ski haben sich Rocker-Ski endgültig durchgesetzt, die durch eine leicht gebogene Fläche das Wenden erleichtern sollen.

Im Wasser

Wer gerne schwimmt, schnorchelt und neue Strände entdeckt, kann dies nun in einer neuen Sportart vereinen: Seatrekking. Dabei wird das Gepäck in einem wasserdichten Rucksack verstaut, mit dem man an der Küste entlang von einem Strand zum nächsten schwimmt und dort unter freiem Himmel übernachtet.

Ein Seatracking-Pack einer Münchner Firma gehört in diesem Jahr zu den Siegern bei den Ispo-Neuheiten. Auf dem Wasser ist das Stand-up-Paddling angesagt, bei dem man auf dem Surfbrett steht und sich mit einem langen Stechpaddel fortbewegt.

Am Körper

Nach dem jahrelangen Boom atmungsaktiver Kunstfasern erlebt Wolle ihr Comeback: Als Unterwäsche für den Wintersport oder gestylte Jacke für das Trekking ist sie seit einiger Zeit wieder schwer in Mode. Bunte Wollmützen mit Bommel gibt es wie schon im vergangenen Winter.

Wer sich in Daunenjacken fühlt wie im Schlafsack mit Ärmeln, kann auf Besserung hoffen: Leichte Daunenjacken mit neuen Schnitten, die sich wie eine Regenjacke in einer integrierten Packtasche verstauen lassen, wenn es zu warm wird. Zu den Neuheiten gehört auch Kleidung aus Kokosfaser, die den Körper nicht nur warm halten soll, sondern auch trocken beim Sport.

Um zwischendrin E-Mails zu checken, müssen Handschuhe beim Wintersport nicht mehr ausgezogen werden: Mit Touchscreen-Handschuhen lassen sich Smartphones auch ohne direkten Hautkontakt steuern.

Auf dem Sofa

Wer Sport am liebsten im Fernsehen verfolgt, ist damit in bester Gesellschaft: Rund ein Drittel aller Menschen in Deutschland betreibt Studien zufolge gar keinen Sport. Der Präsident des Europäischen Sportartikelherstellerverbands FESI, Frank Dassler, sieht darin ein enormes Risiko: „Wer Sport treibt, bleibt länger gesund und kann Krankheiten vorbeugen“, appelliert er.

Selbst Sport auf der Spielkonsole am Fernseher ist aus seiner Sicht besser als nichts: Wer mit dem Controller in der Hand Tennis spielt oder sich im Fechtkampf übt, sitzt immerhin nicht nur herum. „Hauptsache, die Couch-Potatoes kommen in Bewegung.“ 

Daniela Wiegmann, dpa


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