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Schulweg mal anders: Abenberger holte Enkel mit Pferd ab

Hans Watzl ist 550 Kilometer weit nach Münster geritten - 05.10.2017 13:00 Uhr

Versprechen gehalten. Wanderreiter Hans Watzl begleitet seine beiden Enkelkinder Hannes (links) und Esther auf dem Rücken von zwei Pferden von der Schule nach Hause. © Foto: Bernd Thissen/dpa


Um ein Versprechen einzulösen, ist er einen knappen Monat lang geritten: Mit zwei Pferden hat Hans Watzl seine Enkelkinder Hannes (7) und Esther (5) in Münster von der Schule abgeholt. Auf dem Hof der Bodelschwinghschule wurde er mit einer kleinen Feier willkommen geheißen.

"Na klar", hatte Schulleiterin Petra Bönisch gesagt, als Hans Watzl sie bei der Einschulung von Esther im Sommer gefragt hatte, ob er seine Enkel mit dem Pferd von der Schule abholen dürfe. Gesagt, getan – Watzl plante seine Route, trainierte mit den Pferden im Straßenverkehr, Anfang September ging es im Abenberger Ortsteil Wassermungenau (Kreis Roth) los.

Vier Wochen war er unterwegs, die Pferde dienten abwechselnd als Pack- und Reitpferd, Pause gab’s an jedem sechsten Tag. Übernachtet hat Watzl auf Reiterhöfen und Wanderreitstationen. Der 62-Jährige ist leidenschaftlicher Wanderreiter und hat schon mehrere lange Touren hinter sich. So weit wie diesmal ist er aber noch nie geritten.

Mit Enkeln den Feiertag verbringen

"Pitschnass" sei er zwischendurch geworden, erzählte Watzl am Zielort. Aber er ist extra zu dieser Jahreszeit geritten: Er will den heutigen Feiertag nutzen, um mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen zu können. Am Samstag war er in Münster angekommen, gestern war es endlich so weit: Hans Watzl führte seine Islandpferde Solfari und Fluga auf den Schulhof der Bodelschwinghschule.

"Ich dachte, ich hol’ sie ab, setz’ sie drauf und los geht’s!", hatte er sich vorher überlegt. Aber ihn erwartete eine kleine Überraschung. Auf dem Schulhof warteten der Zweitklässler Hannes, seine kleine Schwester Esther aus der ersten Klasse und ihre Mitschüler schon gespannt auf das Trio. Als der Großvater ankam, hielten sie ein Willkommensschild hoch, sangen ein eigens eingeübtes Lied und die Schulleiterin hielt eine kleine Rede. Für die Pferde gab es Äpfel und Möhren. "Eine sehr großartige und sympathische Aktion" sei das, sagte Petra Bönisch. "Echt cool, aber auch irgendwie verrückt", fand ein Mitschüler die Aktion.

Als der Trubel sich etwas gelegt hatte, durften Hannes und Esther endlich aufsitzen. Ob er vorher überhaupt daran geglaubt hat, dass sein Opa mit zwei Pferden vor der Schule aufkreuzen würde? "Klar, das habe ich geglaubt", sagt Hannes, grinsend auf dem Pferd sitzend. Versprechen muss man schließlich halten. 

HELEN BIELAWA/dpa

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