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Ab sofort Bürgersolaranlagen im Paket - 07.04.2011 08:00 Uhr

Hier ist ein Dach frei für eine Bürgersolaranlage. Martin Sauer und Dr. Gerhard Brunner von der Agenda-21-Gruppe und Ernst Hofer von den Stadtwerken (vonlinks) auf dem Recyclinghof am Schwabacher Stadtrand bei Neuses. © Gerner


Ökologisch, sozial, wirtschaftlich: Schwabachs Bürgersolaranlagen sind alles. Ökologisch, weil sie helfen, den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid zu reduzieren. Sozial, weil auch Otto-Normalverbraucher für wenig Eigenkapital zum Energieproduzenten werden kann und dieses Feld nicht alleine den wenigen Strom-Multis überlassen bleibt. Wirtschaftlich, weil Investoren zwar kein ganz großes Geschäft machen können, sie aber auf Dauer von 20 Jahren doch relativ sicher eine Rendite von drei bis vier Prozent haben.



Die Zahlen der bislang 15 Schwabacher Bürgersolaranlagen sprechen für sich. Zusammengenommen erreichen sie eine installierte Leistung von 553 Kilwatt/peak (kWp). Das entspricht einer jährlichen Stromproduktion von etwa 500000 Kilowattstunden. So viel, wie etwa 600 Schwabacherinnen und Schwabacher in 125 Einfamilienhäusern pro Jahr verbrauchen. Müsste man diese Strommenge in Gas- oder Kohlekraftwerken erzeugen, würden jedes Jahr 250 Tonnen Kohlendioxid zusätzlich in die Luft geblasen. Die werden jetzt eingespart.

Fünf bis sechs Neue

Jetzt packt die Agenda21-Gruppe in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, mit der Stadt und mit der Kirchengemeinde St. Martin die nächsten Projekte an: Neue Photovoltaikanlagen – die Nummern 16 bis 20 oder 16 bis 21 – sind geplant auf dem Gemeindezentrum St. Lukas und dem Kindergarten St. Lukas in Penzendorf (Eigentümer: Kirchengemeinde St. Martin), auf dem Dach des Anne-Frank-Kindergartens (Stadt Schwabach), auf dem Dach der Zwieseltalschule Wolkersdorf (Stadt Schwabach), auf dem Wasserwerk in der Brünst (Stadtwerke Schwabach), auf der neuen Halle im Recyclingzentrum bei der Mülldeponie (Stadtwerke) und möglicherweise auf der Kasernen-Turnhalle (Stadt Schwabach).

Zusammengenommen streben Martin Sauer und Gerhard Brunner eine zu installierende Leistung von 200 kWp an, was einer jährlichen Stromproduktion von etwa 180000 Kilowattstunden entspricht. So viel, wie in 45 Einfamilienhäusern verbraucht wird. Das Projekt wird damit doppelt so groß wie der bisherige Spitzenreiter, die PV-Anlage auf dem Bahnhofs-Parkhaus (105 kWp).
 

Handliche Portionen

Die installierte Nennleistung (kWp) wird wieder in handliche Portionen gestückelt, so dass möglichst viele Bürger ihre persönliche Energiewende einläuten können. Immerhin 130 haben von diesem Angebot bei den ersten 15 Schwabacher Bürgersolaranlagen Gebrauch gemacht.

Pro kWp werden zwischen 2000 und 2500 Euro fällig. Der produzierte Strom wird ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Jede Kilowattstunde wird mit derzeit 28,8 Cent vergütet. Sollten die Anlagen bis Juni ans Netz gehen, ist dieser Preis dank des Erneuerbare Energien-Gesetzes 20 Jahre lang garantiert. Für neue PV-Anlagen ab Juli wird die Vergütung um 15 Prozent gekürzt, die dann allerdings auch wieder für 20 Jahre garantiert ist.

Wenn man die Kosten für Dachmiete, Verwaltung und möglichen Versicherungen abzieht, sollten die Investoren etwa nach zwölf Jahren ihr eingesetztes Kapital zurückerhalten haben. Danach kann mit den Anlagen noch mindestens acht Jahre Geld verdient werden.

Sonnenstrom von der Müllhalde

Noch größer ist das Projekt, das Martin Sauer und Gerhard Brunner auf einer bereits verfüllten und endausgebauten Mülldeponie in Nordbayern (den Standort wollen sie noch nicht verraten) im Visier haben. Dort könnte eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 350 kWp gebaut werden. Während solche Freiflächen-Anlagen auf früher landwirtschaftlich genutzten Feldern nicht mehr subventioniert werden, ist dies bei Solarkraftwerken auf stillgelegten Müllhalden noch anders.

Und noch ein Angebot haben Gerhard Brunner und Martin Sauer: Wer sich derzeit überlegt, selbst ein kleines Sonnenkraftwerk aufs Dach zu schrauben, der kann sich nicht nur Beratung bei der Agenda-Gruppe holen. Möglich ist es auch, sich mit seiner Bestellung an die der Bürgersolaranlagen dranzuhängen. „Dann“, sogt Brunner, „wird der Preis besser“.

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rog

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