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Der 77-jährige Ernst Rossmeissl hat die Wohlfahrtsorganisation 1979 mit ins Leben gerufen. Bis zur jüngsten Mitgliederversammlung war er 32 Jahre lang Vorstandsmitglied gewesen. 30 Jahre gehörte er der SPD-Fraktion im Rother Stadtrat an. 20 Jahre lang war er Mitglied des Bezirkstags. „Er war Antreiber, Mahner, Ideengeber sowie hartnäckiger und überzeugender Kämpfer mit sozialpolitischem Sachverstand“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete und Awo-Landeschef Thomas Beyer. Ernst Rossmeissl konnte das von vielen Seiten gespendete Lob indes nicht unmittelbar erleben. Sein Gesundheitszustand ließ eine Teilnahme an der Feier leider nicht zu.
„Es ist das Verdienst von Ernst Rossmeissl, dass der Awo-Kreisverband Roth-Schwabach der zweitgrößte in Bayern ist“, sagte Thomas Beyer und bescheinigte ihm unermüdlichen Einsatz auf mehreren Ebenen der Arbeiterwohlfahrt. „Den Awo-Ortsverein Roth hat er zu einem modernen Dienstleister für Alt und Jung gemacht, der Kreisverband ist erfolgreich und modern aufgestellt“, so der Landtagsabgeordnete. Beyer bezeichnete es als berechtigte Würdigung dieses Lebenswerks, dass das Rother Awo-Sozialzentrum nun „Ernst-Rossmeissl-Zentrum“ heiße.
Auch das neue Auf-Draht-Gebäude sah Beyer als Ergebnis des Wirkens von Ernst Rossmeissl an. Schließlich war er lange Zeit Leiter des Rother Awo-Heims und hat dort mit dem heutigen Auf-Draht-Chef Burkhardt Winter über mehr als elf Jahre hinweg in Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft schon früh wegweisende Arbeitsprojekte für psychisch kranke Menschen geschaffen. Die Integrationsfirma „Auf Draht“ schloss 1999 daran an. Sie bietet heute nahezu 100 Menschen mit psychischem Handicap einen Arbeitsplatz. Das neue, sehr futuristisch anmutende Gebäude hat eine Nutzfläche von 2000 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befinden sich Räume für die Produktion, die Werkstätten und den Lagerbereich. Dort werden etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt sein.
Im Obergeschoss liegen Verwaltungsräume für 20 Mitarbeiter, eine Großküche mit Gastronomie für bis zu 400 Essen pro Tag sowie ein großer Veranstaltungsraum mit 230 Sitzplätzen zur Versorgung der eigenen Belegschaft und externer Kunden. Dort seien bereits Veranstaltungen bis 2013 gebucht, sagte Burkhardt Winter.
Im gesamten Bau hat Architekt Bernd Stadelmann ein energetisches Konzept umgesetzt, das gesetzliche Forderungen „deutlich unterschreitet“, so der Planer. Baubeginn war im August 2009. Fertiggestellt wurde der Trakt im Juli 2011. Die Kosten liegen bei fünf Millionen Euro.
Vor zahlreichen Vertretern der Arbeiterwohlfahrt aus dem gesamten Landkreis, vielen Auf-Draht-Beschäftigten sowie Rother Stadtratsmitgliedern und Kreisräten sprachen Landrat Herbert Eckstein und Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer Grußworte. Eckstein würdigte Rossmeissl als einen für die Sache der sozialen Gerechtigkeit streitbaren Wegbegleiter. „Danke für manchen Anschiss, Du hast sehr, sehr viel richtig gemacht“, wandte er sich unmittelbar an Rossmeissl, der den Verlauf der Feier per Videobotschaft erleben wird.
Ralph Edelhäußer sah es als charakterisierendes Persönlichkeitsmerkmal Rossmeissls an, „immer wieder Neues angepackt und zum Erfolg geführt zu haben“. Anstelle des Geehrten trat sein Sohn ans Mikrophon, um sich für die Ehrung zu bedanken. „Mein Vater hat betriebswirtschaftlich Wärme geschaffen“, fasste Ralf Rossmeissl das soziale Lebenswerk seines Vaters zusammen und zeigte auch eine Schattenseite auf. „Wegen seiner Kämpfe war er oft einsam, dann war die Awo seine Familie“, so Ralf Rossmeissl.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.