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"Bauer sucht Sau": Landjugend zeigt Theaterstücke

Im Markgrafensaal gab es zwei ländliche Einakter mit viel Humor zu sehen - 19.04.2017 05:58 Uhr

Ralf Uhlmann als Marie und Judith Meermann als Rosa: Zwei Dorftratschen im Wartezimmer der örtlichen Ärztin, wo es auch schlüpfrige Lektüre zu begutachten gilt. © Foto: Robert Schmitt


Der ELJ-Ortsverband Schwabach brachte "Bauer sucht Sau" auf die Bühne. Die ELJ-Kollegen aus Barthelmesaurach schilderten Szenen "Im Wartezimmer" einer Landärztin. Damit nähert sich die ELJ Roth-Schwabach mit Riesenschritten einem erstaunlichen Jubiläum. Der Theaterabend hat am Ostermontag zum 58. Mal stattgefunden. 2019 wird er 60 Jahre alt.

Bauer Fritz Zeilinger alias Markus Hönig ist eingefleischter Junggeselle. Seinen Hof betreibt er mit Unterstützung seiner Mutter Liesl, die davon allerdings längst die Nase voll hat. Deshalb gibt sie ohne Wissen ihres Sohnes eine Heiratsanzeige auf. Doch der hält gar nichts von der Ehe. "Was, eine Frau, ein zusätzlicher Kostenfaktor also", kontert er entsprechende Andeutungen. Weil er selbst aber ebenfalls per Zeitungsannonce eine Muttersau gesucht hat, werden die Dialoge mit den auftauchenden Heiratsinteressentinnen ziemlich absurd.

Ein Wurf nach dem anderen

"Wie sieht es denn aus mit der Fruchtbarkeit, schließlich muss die Gebärmutter ausgelastet sein: Ein Wurf nach dem anderen", schleudert er der ersten jungen Frau entgegen, die sich eigentlich für eine Beziehung interessiert und keine Zuchtsau verkaufen will. Für die zweite hat er eine vernichtende Bewertung parat: "Das ist doch eine viel zu dünne Kreatur", meint er, als er das Gewicht erfährt. Aus seiner Sicht das der Muttersau. Das hübsche Fräulein aber hat lediglich mit Blick auf ihr eigenes Maß wahrheitsgemäß geantwortet: "55 Kilo."

Es kommt, was bei solch einem Verwechslungsspiel kommen muss. Beide Heiratswilligen verlassen Zeilingers Hof fluchtartig. Ein Glück, dass mit Lehrerin Karin Neumeier noch eine blitzsaubere Partie auftaucht. An sie verliert Zeilinger schließlich sein Herz, nicht nur, weil sie blond und bildhübsch ist. Auch Barbara Held und Lara Bauer ließen als potentielle Bräute kaum zu wünschen übrig. Die von Marina Carl gespielte Pädagogin ist allerdings auch ausgebildete Landwirtin und verwitwete Bäuerin. Das ist für den alleinstehenden Bauern zehnmal besser als jede Muttersau.

Wandelnde Litfaßsäulen

Auf ganz andere Weise schildert die ELJ Barthelmesaurach die Besonderheiten des ländlichen Lebens. Ralf Uhlmann als Marie und die hinreißende Judith Meermann als Rosa treffen sich im Wartezimmer der örtlichen Ärztin. Offenbar sind die beiden Frauen die wandelnden Litfaßsäulen der Dorfes. Jedenfalls zerreißen sie sich das Maul über jeden Patienten.

Damit nicht genug: Selbst die Behandlung wird durch einen Spalt in der Tür zum Sprechzimmer beobachtet. "Der hat ja ein Riesengeschwür am Arsch", stellte Rosa beim ersten Patienten fest, dem die beiden Dorfratschen großzügig Vortritt gewähren. Als aber die tablettensüchtige Hypochonderin Zwick wutentbrannt aus dem Behandlungszimmer stürmt, wird den beiden Frauen ihre Neugier zum Verhängnis. Die geschlagene Tür trifft sie mit großem Schwung und hartem Schlag. Eine Reise ins Land der Träume ist die Folge. Für die Doktorin ein großes Problem. Denn wie erste Hilfe funktioniert, das habe sie im Medizinstudium nicht gelernt, kreischt sie entsetzt und entschwindet. Um den Notarzt zu alarmieren.

Zwei musikalische Schmankerl

Seit vielen Jahren garniert die ELJ Roth-Schwabach ihren Theaterabend stets auch mit einem musikalischen Schmankerl. In diesem Jahr waren es sogar zwei.

Alexander und Sebastian Ziegler aus Rothaurach überzeugten bei ihrem ersten ELJ-Auftritt mit zünftiger Blechblasmusik. Die beiden ELJ-Landesvorsitzenden Stefan Kittsteiner und Nadine Bentheimer stimmten mit Unterstützung der Weißenburger ELJ-Kreisvorsitzenden Lina Pfister auf das große ELJ-Treffen am 29. und 30. Juli ein.

Dann sollen die Mitglieder aus ganz Franken zur "Orange Night" nach Pappenheim kommen. Der ELJ-Song des Trios zählte die Vorteile einer Landjugend-Mitgliedschaft auf. In den Refrain stimmte nach kurzer Übung der gesamte Saal ein. Mit eindeutigem Bekenntnis: "Sind für die Landjugend geboren", lautete die Hauptzeile. 

ROBERT SCHMITT

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