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Ob es sich bei den Metalltrümmern im Boden eines Grundstücks zwischen dem Holiday-Inn-Express-Hotel und der Autobahnausfahrt Schwabach-Süd tatsächlich um noch scharfe Relikte aus dem Jahr 1945 handelt, ist noch gar nicht sicher. Diese Sicherheit gibt es erst im Rahmen einer so genannten „Nachschau“, die am Sonntag mit Tagesanbruch beginnt und mindestens bis 10 Uhr, vielleicht auch bis 12 Uhr, dauert.
Sollte es sich aber tatsächlich um Bomben handeln, wird die Polizei die Straßen um die Fundstelle herum absperren. Betroffen sind dabei unter anderem die Staatsstraße von Schwabach nach Rednitzhembach (Rother Straße), die Staatsstraße von Schwabach Richtung Wendelstein (Penzendorfer Straße), alle Straßen zwischen diesem Dreieck, vor allem jedoch die Autobahn A6 zwischen den Anschlussstellen Neuendettelsau und Roth (in beiden Richtungen). Diese Vollsperrung würde nach Auskunft der Autobahndirektion wohl erst ab dem frühen Nachmittag greifen.
Gesperrt wird auch die Zugstrecke Nürnberg-Treuchtlingen und sogar der Luftraum über Schwabach. Sollte sich die Sperrung über viele Stunden hinziehen, setzt die Bahn für einzelne Züge ersatzweise Busse ein.
Die Anwohner sollten den Sonntag vorsorglich für einen Ausflug nutzen. Falls es sich um Blingänger handelt, müssen einige hundert Bewohner in einem Umkreis von 300 Metern um die Fundstelle ihre Wohnungen verlassen. In einem weitern Umkreis von 1000 Metern darf während der Entschärfung niemand ins Freie. Der TV Penzendorf hat sein Fußballspiel vorsorglich abgesagt.
Wobei: Noch ist gar nicht klar, ob es sich nahe der Autobahn tatsächlich um Blindgänger handelt. Es können auch Badewannen, ein paar Stahlhelme, ein Blitzableiter oder Flugzeugtrümmer sein. Doch die Indizien sprechen für Bomben. Es gibt Luftbilder aus dem Jahr 1945, die deutliche Einschlagtrichter neben der damals als „Reichsautobahn“ klassifizierten Schnellstraße, der heutigen A6, zeigen. Ganz in der Nähe gibt es Reste einer Flak-Stellung der Nazis, welche die Amerikaner im Frühjahr 1945 bombardiert haben. Und: Bei einer weiteren Untersuchung im Zuge der Vorarbeiten für den sechsspurigen Ausbau der A6 stießen Messtrupps auf „ferromagnetische Störfelder“.
Übrigens: Dass unter der Erde neben der Autobahn möglicherweise Blindgänger liegen, weiß die Stadt Schwabach schon seit Monaten. Bereits Anfang des Jahres erhielt die Firma Tauber den Auftrag, die Kriegshinterlassenschaft zu beseitigen. Die Koordinierung der Arbeiten, die Ausarbeitung des Evakuierungsplans und die Abstimmung zwischen den Rettungskräften benötigten aber viel Zeit. Und dann musste noch ein passender Termin gefunden werden. An einem Sonntag kann man am ehesten Schienenwege und Straßen sperren und die Produktion in den umliegenden Betrieben stoppen. Am Ende gab schließlich die Polizei den 14. Oktober vor. Dann nämlich hat die Fußball-Bundesliga spielfrei – und die Polizei genügend Einsatzkräfte zur Verfügung.

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