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Christine Ramsauer: Das Laufen ist einfach ihr Ding

Sportler des Jahres 2018 im Landkreis Roth: Die Nominierten - 30.12.2018 14:20 Uhr

Christine Ramsauer beim Rother Kirchweihlauf. © Salvatore Giurdanella


Seit Jahren gehört sie zu den besten Läuferinnen der Region. Regelmäßig taucht ihr Name in den Siegerlisten ganz oder sehr weit vorne auf: Christine Ramsauer. Nach diversen mittelfränkischen und bayerischen Meistertiteln über die Halb- und die Marathondistanz hat sie sich 2018 auch auf nationaler Ebene in die Sport-Annalen eingetragen. Sowohl im Halbmarathon wie auch wenige Tage später im Marathon wird sie in ihrer Altersklasse Deutsche Meisterin. Und setzt damit ein weiteres Ausrufezeichen.

Laufen, das ist "mein Ding, das liegt mir einfach", sagt Christine Ramsauer. "Ich laufe eigentlich schon immer", bereits in der Jugend habe sie damit angefangen. Und auch trotz ihrer fünf Kinder nicht damit aufgehört. Im Gegenteil: Dank Baby-Jogger sei das Laufen der Sport gewesen, der nach den Geburten wieder am schnellsten und einfachsten zu betreiben gewesen sei. "Nach einer Stunde weiß man, dass man etwas gemacht hat."

Startschuss Landkreis-Lauf

Um Platzierungen kämpft die Allersbergerin, die im Familienbetrieb, einer Zimmerei, das Büro führt, allerdings nicht von Anfang an. Das sei erst relativ spät losgegangen. 1999 habe sie zum ersten Mal beim Landkreis-Lauf mitgemacht und auf Anhieb ihre Etappe als Dritte beendet. "Ab da hab’ ich dann mit Wettkämpfen angefangen." Der Landkreis-Lauf, wo sie oft auf dem längsten Teilstück, von Rohr nach Barthelmesaurach, unterwegs ist, ist seitdem ein fester Termin in ihrem Sportjahr.

Neben einigen zweiten und dritten Plätzen habe sie 2018 zum 14. Mal eine Etappe gewonnen, rechnet die 50-Jährige vor. "Da wird es nicht so viele geben, die so oft Gold geholt haben." Auch beim Läufer-Cup gehört sie zu den Seriensiegern. Mittlerweile bringt sie es in dieser regionalen Rennserie auf acht – teils mit deutlichem Vorsprung errungene – Gesamtsiege.

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2018 konzentriert sich Christine Ramsauer allerdings auf die deutschen Meisterschaften im Halbmarathon Anfang April in Hannover. Nach dem Allersberger Fasching, einem Pflichttermin, beginnt sie mit der gezielten Vorbereitung.

Fünfmal die Woche

In der Regel trainiert sie an fünf Tagen in der Woche. Die Laufeinheiten absolviert sie vor allem am Rothsee ("da ist immer was los, man ist nie alleine und es ist flach") oder auf dem Radweg Richtung Seligenporten. Ausgleichseinheiten in Form von Radfahren oder Schwimmen gehören ebenso zum Programm. Im Frühjahr kommt sie so auf "rund 90 Laufkilometer pro Woche". Mehr aber auch nicht, erklärt Ramsauer, lieber setze sie sich dann noch die eine oder andere Stunde aufs Rad. Überhaupt mag sie lange Läufe. "Der Halbmarathon ist meine Lieblingsdisziplin. Da ist man nicht so lange unterwegs wie beim Marathon und es ist nicht so schnell wie ein Zehner."

Da sie 2018 gerade erst 50 geworden ist und damit zu den Jüngsten ihrer neuen Altersklasse, der AK 50, gehört, hat sie in Hannover ein klares Ziel vor Augen: Nachdem sie 2014 in Freiburg im Breisgau in der AK 45 bereits Deutsche-Vizemeisterin über die 21 Kilometer geworden war, soll es diesmal mit dem Titel auf ihrer Lieblingsdistanz klappen.

Wertvolle Erfahrung

Entsprechend motiviert und gut vorbereitet steht sie am 8. April bei der Halbmarathon-DM am Start. Da sie die Konkurrenz nicht wirklich kennt und es in den Altersklassen immer schwer ist, den Überblick zu behalten und die Platzierungen der anderen zu verfolgen, läuft sie von Anfang an ihr eigenes Rennen. Konstant spult sie Kilometer um Kilometer ab. Auch gegen Ende werden ihre Durchgangszeiten kaum schlechter. "Die Erfahrung macht’s aus", so erklärt sie sich, dass sie am Schluss nur wenig Tempo verliert.

Nach 1:28:04 Stunden (damit ist sie nur rund zweieinhalb Minuten langsamer als bei ihrer persönlichen Bestzeit im Jahr 2013) läuft sie über die Finishline. Letztlich wird es ein Start-Ziel-Sieg. "Ich habe mich schon sehr gefreut", blickt Ramsauer auf ihren ersten Deutschen Meistertitel zurück.

Mit diesem Erfolg im Rücken fährt sie drei Wochen später nach Düsseldorf. Nach dem Sieg im Halbmarathon will sie es nun auch auf der Marathon-Distanz wissen und hofft insgeheim auf einen Podiumsplatz. Obwohl der Wettbewerb doppelt so lange ist und es diesmal statt Sonnenschein und warmen Temperaturen, die Ramsauer eigentlich liegen, kühl ist und regnet (der einzige Vorteil eines dreistündigen Regenrennens sei laut Ramsauer, "dass man weniger trinken muss und ein paar Verpflegungsstationen auslassen kann"), läuft sie erneut "von vorne weg" ein sehr gutes Rennen.

Just in dem Moment, als Sebastian Reinwand für seinen zweiten Platz geehrt wird, kommt Christine Ramsauer ins Ziel. Mit einer Zeit von 3:04:54 Stunden gewinnt sie auch am Rhein ihre Altersklasse und sichert sich auch noch die Marathon-Krone. "Heuer war schon echt gut", lautet dementsprechend ihre Saisonbilanz.

Abschied von LAC

Nur ein verpasster Sieg im Jahr 2018 ärgert sie: der zweite Platz beim "wichtigsten Wettkampf" des Jahres, wie sie mit einem Augenzwinkern erzählt, dem Bike & Run in Ungerthal. Das sei einfach die Kult-Veranstaltung in der Region nach dem Challenge. Dass es 2018 für die Allersbergerin in der Endabrechnung des Läufercups vielleicht "nur" zu Rang drei reicht, macht ihr hingegen – wohl auch angesichts der DM-Titel und der entsprechenden Saisonplanung – wenig aus. "Es ist doch toll, dass Jüngere nachkommen."

Nach dem Saisonabschluss beim Silvesterlauf, den sie im Gegensatz zu den Vorjahren diesmal nicht in Pleinfeld, sondern in Nürnberg bestreitet, bekommen sogar bei Christine Ramsauer die Laufschuhe eine Verschnaufpause. Der Januar ist für die Allersberger Ausdauerläuferin – zumindest sportlich gesehen – ein ruhigerer Monat.

Statt gezielten Laufeinheiten steht nun einige Wochen lang Regeneration auf dem Programm. Für 2019 hat sie sich erneut ein klares Ziel gesetzt: "Nächstes Jahr will ich meine Titel verteidigen." Dann allerdings nicht mehr im Trikot der LAC Quelle Fürth, sondern als Teil des Teams Memmert. 

ANDREAS REGLER

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