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Schon seit Jahren forciert Landrat Herbert Eckstein für den Landkreis die Initiative, Fotovoltaik auf Dächern kreiseigener Gebäude zu ermöglichen, wo immer es geht. „Allerdings rechnen die Investoren mittlerweile mit spitzem Stift. Und nur dort, wo es für sie wirtschaftlich interessant ist, wird Geld in die Hand genommen“, machte Alexander Wernard, verantwortlich für das Gebäudemanagement des Landreises, im Gremium deutlich.
Anhand zweier Beispiele konnte er dies aufzeigen. Sowohl das Dach der neuen Hilpoltsteiner Dreifach-Turnhalle als auch das der Rother Realschule waren schon seit Monaten, ja sogar seit Jahren, zur Verpachtung als Fotovoltaik-Fläche ausgeschrieben. Bieter sprangen immer wieder ab.
Schließlich blieb am Ende für beide Projekte nur noch die GbR Einzinger/Brändl aus Abenberg übrig. Der Kreisausschuss erteilte den beiden Burgstädtern einstimmig den Zuschlag, zumal Thomas Einzinger und Josef Brändl der Verwaltung keine Unbekannten sind und dem Landkreis ein laut Wernard „marktübliches Angebot“ unterbreitet haben. Sie seien zudem „als verlässlicher Partner“ bekannt, nachdem die beiden bereits das Dach des Bauhofes ihrer Heimatstadt zum selben Zweck gepachtet haben.
Aber: Sie werden in Roth und Hilpoltstein nicht die gesamten Dachflächen nutzen, sondern nur jeweils zu einem Drittel — also dort, wo die Anlage am wirtschaftlichsten arbeitet. Der Landkreis wiederum profitiert von dieser Form der umweltfreundlichen Energiegewinnung über die Pachteinnahmen von rund 370 Euro pro Objekt und Jahr.
Bemerkenswerter ist laut Wernard der Blick auf die gesamte Entwicklung. „Wir verwirklichen Stück für Stück unser Energiekonzept.“ Das bedeutet: Bis zum Jahr 2030 soll sich der Landkreis komplett alleine mit Energie versorgen können.
So also sind bereits etliche Fotovoltaikanlagen auf kreiseigenen Gebäuden installiert. Allesamt basierend auf qualitativ hochwertigen Modulen, „weil wir uns ja keinen Sondermüll aufs Dach schrauben wollen“, so Wernard.
Gymnasium samt Turnhalle sowie Berufs- und Realschule in Roth, das Amt für Landwirtschaft, der Abenberger Kreisbauhof, die Kreisklinik und jetzt auch die Dreifach-Turnhalle in Hilpoltstein tragen bereits solche stromerzeugenden Anlagen. Auch das Wendelsteiner Gymnasium, das so konzipiert ist, dass es nur wenig über Passivhaus-Standard liegt, wird auf dem Dach nicht „ohne“ sein — hier wird der Landkreis übrigens erstmals selbst die Fotovoltaikanlage betreiben, während andernorts die Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) und Privatinvestoren die Stromerzeugung mittels Sonnenkraft übernommen haben.
Summa summarum kommt so mittlerweile eine installierte Leistung von rund 700 Kilowatt/peak zusammen, die knapp 700000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen — so viel wie in 200 Einfamilienhäusern verbraucht wird. Anders ausgedrückt: Mit Hilfe dieser Fotovoltaikanlagen werden im Landkreis jährlich 420 Tonnen Kohlendioxid eingespart. „Das kann sich sehen lassen“, waren sich Gebäudemanager Alexander Wernard und Landrat Herbert Eckstein einig.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.