Montag, 10.12.2018

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Den ersten Härtetest bestanden

Auch Schwabachs bislang jüngste Bürgersolaranlage funktioniert störungsfrei - 26.03.2011 08:04 Uhr

Strahlen mit der Sonne angesichts der weiteren Bürgersolaranlage um die Wette: Dr. Gerhard Brunner (links) und Krankenhausgeschäftsführer Klaus Seitzinger. © Robert Gerner


„Wir haben eine neue Form der Aufständerung wählen müssen“, erklärte Brunner dem neuen Geschäftsführer des Stadtkrankenhauses, Diakon Klaus Seitzinger, bei einer Stippvisite auf dem Dach. Anders als bei herkömmlichen Solarkraftwerken auf Flachdächern stecken die Module nicht in einem mit dem Dach verschraubten Rahmen, der dann mit schweren Platten beschwert wird, um dem Wind zu trotzen. Stattdessen ist das aufständernde Gestell so konstruiert, dass es vom Wind nur in eine Richtung gedrückt werden kann: nach unten. Schwere Platten sind damit nicht mehr nötig.

Nur so konnte die Photovoltaikanlage auf dem Gesundheitszentrum überhaupt realisiert werden. Denn die dortige Folien-Dachhaut verträgt keine übermäßig schweren zusätzlichen Gewichte.

Jetzt, nachdem die Anlage ihre ersten Herbst- und Winterstürme überstanden hat, zog Gerhard Brunner zufrieden Zwischenbilanz: „Die Module stehen in Reih’ und Glied. Die Aufständerungs-Technik funktioniert.“

Mit einer installierten Leistung von 34 kW/p gehört das Sonnenkraftwerk auf dem Gesundheitszentrum eher zu den durchschnittlich großen Projekten im Reigen der Schwabacher Bürgersolaranlagen. Bis zu 30000 Kilowatt Strom können damit pro Jahr erzeugt werden. In etwa so viel, wie in sieben bis acht Einfamilienhäusern verbraucht wird.

Vorbildfunktion

„Ich finde es klasse, dass wir auf unserem Dach so etwas haben“, freute sich Krankenhaus-Geschäftsführer Klaus Seitzinger. Als öffentliche Einrichtung habe man natürlich Vorbildfunktion. Deshalb habe sein Vorgänger Reinhard Beck das Dach gerne zur Verfügung stellt.

Es ist, wie üblich bei den Bürgersolaranlagen, eine Kooperation, bei der alle profitieren. Das Stadtkrankenhaus er-hält eine (geringe) Dachmiete. Die Bürgersolaranlage, an der acht heimische Investoren beteiligt sind, produziert Strom, der zu einem auf 20 Jahre garantierten Preis pro Kilowattstunden ins Netz eingespeist wird. Und die Umwelt hat auch etwas davon. 18000 Kilogramm des berüchtigten Klima-Killers Kohlendioxid werden pro Jahr eingespart, weil die 30000 Kilowattstunden Strom von der Sonne geliefert werden und nicht mehr in Gas- oder Kohlekraftwerken erzeugt werden müssen.. 

rog Weiterer Bericht über die Stromversorgung der Zukunft (mit einer etwas kritischeren Betrachtungsweise der Photovoltaik) auf Seite 3 dieser Ausgabe

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