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Denkmal hat Zukunft

Positive Sanierungs-Beispiele am 1. Februar in Ansbach prämiert - 05.02.2013 09:00 Uhr

ANSBACH  - Der Bezirk Mittelfranken im Bezirksrathaus in Ansbach prämierte das Engagement von Baudenkmal-Besitzern, die viel Geld und Zeit in die Instandsetzung und damit in den Erhalt ihrer Denkmäler investierten. In einer Feierstunde erhielten sie eine Urkunde und zwei vom Bezirk herausgegebene Bücher, in dem die heuer prämierten Objekte in Wort und Bild vorgestellt sind.

Pinzenberg 6 (Baujahr 1698)
Pinzenberg 6 (Baujahr 1698)
Foto: May
Pinzenberg 6 (Baujahr 1698)
Pinzenberg 6 (Baujahr 1698)
Foto: May

Aus Schwabach wurden heuer vier Objekte ausgewählt, aus dem Landkreis Roth acht. Nachfolgend ein Überblick.

Schwabach

Schwabach, Pinzenberg 6: Die Generalsanierung des zweigeschossigen Hauses aus dem Jahr 1698 haben die Denkmalschützer mit Wohlwollen begleitet. Das Gebäude sieht heute zwar nicht mehr so aus wie zu seiner Gründungszeit. Dafür wurde vor allem in den 1960er und 1970er Jahren zu viel umgebaut. Doch sowohl außen wie im Inneren konnten wertvolle Ausstattungselemente erhalten werden, wie die Balustrade des Treppengeländers und eine historische Bohlen-Balkendecke. Das Fachwerk wurde im Zuge der Generalsanierung wieder unter Putz gelegt, die neuen Fenster sind denkmalgerecht. Die Nutzung des Hauses ist im übrigen nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft gerichtet: Es ist eine Ganztags-Kindertagesstätte.


Rosenbergerstraße 11 (Baujahr 1710)
Rosenbergerstraße 11 (Baujahr 1710)
Rosenbergerstraße 11 (Baujahr 1710)
Rosenbergerstraße 11 (Baujahr 1710)

Schwabach, Rosenbergerstraße 11: Die markante frühere Gastwirtschaft/Hotel wurde in ein Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Erst die Sanierungsarbeiten brachten zu Tage, „um welch ein Juwel es sich bei dem Gebäude handelt“, würdigt der Bezirk Mittelfranken. Der Bau stammt ursprünglich aus dem Jahre 1710, der in seinem Kern trotz einiger Umbauten und „Verschalungen“ weitgehend erhalten ist. „Bei der Generalsanierung wurde sehr behutsam und vorbildlich mit der historischen Bausubstanz umgegangen“, lobt der Bezirk.


Der Anbau Wöhrwiese 10 aus der Zeit um 1650.
Der Anbau Wöhrwiese 10 aus der Zeit um 1650.
Der Anbau Wöhrwiese 10 aus der Zeit um 1650.
Der Anbau Wöhrwiese 10 aus der Zeit um 1650.

Schwabach, Wöhrwiese 10: Das zweigeschossige Eckgebäude stammt aus der Zeit um 1650 und diente zunächst als Bürgermeisteramt. Durch Modernisierungen wurde das äußere Erscheinungsbild des zweigeschossigen Eckgebäudes stark verändert. Als vorbildlich gilt jedoch die Fassadensanierung 2011. Das Gebäude wurde jetzt ausgezeichnet, obwohl es kein Einzeldenkmal ist, sondern ein Gebäude innerhalb eines Ensembles. Lobend erwähnt wurden das Entfernen der Rollläden, der Einbau neuer, geteilter Fenster und denkmalgerechter Fensterläden sowie der Umbau des Eingangsbereich, der dem ursprünglichen Aussehen des Hauses wieder viel näher kommt.


Jahrzehntelang diente in Schaftnach das Gebäude als Waag- und Feuerwehrhaus. Obwohl es heute keinen funktionalen Zweck mehr hat, sanierte die Stadt Schwabach vorbildlich.
Jahrzehntelang diente in Schaftnach das Gebäude als Waag- und Feuerwehrhaus. Obwohl es heute keinen funktionalen Zweck mehr hat, sanierte die Stadt Schwabach vorbildlich.
Jahrzehntelang diente in Schaftnach das Gebäude als Waag- und Feuerwehrhaus. Obwohl es heute keinen funktionalen Zweck mehr hat, sanierte die Stadt Schwabach vorbildlich.
Jahrzehntelang diente in Schaftnach das Gebäude als Waag- und Feuerwehrhaus. Obwohl es heute keinen funktionalen Zweck mehr hat, sanierte die Stadt Schwabach vorbildlich.

Schwabach-Schaftnach, Waag- und ehemaliges Feuerwehrhäuschen: Obwohl die Schaftnacher ein neues Feuerwehrhaus haben, haben die Ortswehr und die Stadt dieses aus dem Jahr 1921 stammende Waag- und Feuerwehrhäuschen nicht nur erhalten, sondern auch liebevoll saniert. Das Gebäude wurde neu verputzt. Türen, Fenster und Leuchten wurden zum Teil rekonstruiert. Das Gebäude, um das sich im übrigen weiterhin die Feuerwehr kümmert „kann auch nachfolgende Generationen noch an alte Traditionen, wie beispielsweise das Viehwiegen, erinnern“, würdigt der Bezirk.


Das Backhäuschen in Oberreichenbach wurde von Grund auf neu aufgebaut.
Das Backhäuschen in Oberreichenbach wurde von Grund auf neu aufgebaut.
Das Backhäuschen in Oberreichenbach wurde von Grund auf neu aufgebaut.
Das Backhäuschen in Oberreichenbach wurde von Grund auf neu aufgebaut.

Landkreis Roth

Kammerstein-Oberreichenbach, Backhäuschen: Die grundlegende Instandsetzung des um 1750 errichteten Backhäuschens, von dem nur noch die Hülle stand, fand ungeteilten Beifall. Seit die Mutter des Besitzers um 1970 aus gesundheitlichen Gründen das Brotbacken aufgab, verfiel das Backhäuschen. Das Gewölbe und bald auch das Dach stürzten ein. Nur noch die Sandstein-Außenwände blieben. Der Besitzer Georg Leinberger holte sich fachmännische Unterstützung aus dem nahen Unterreichenbach. Der Ruhestands-Maurer Hans Scheuerpflug, der noch wusste, wie einst Backöfen gemauert wurden, errichtete das Gewölbe neu. Zementmörtel war dabei tabu, denn er würde in der Hitze Risse bekommen.


Ein Blick in die ebenfalls prämierte Kirche in Leerstetten.
Ein Blick in die ebenfalls prämierte Kirche in Leerstetten.
Ein Blick in die ebenfalls prämierte Kirche in Leerstetten.
Ein Blick in die ebenfalls prämierte Kirche in Leerstetten.

Schwanstetten-Leerstetten, Pfarrkirche St. Peter und Paul: Die evangelische Kirchengemeinde Leerstetten setzte ihre Pfarrkirche, eine Chorturmanlage, die ins frühe 14. Jahrhundert zurückgeht, gründlich instand. Fallender Putz, Risse im Mauerwerk und viele defekte Fenster waren der Anlass für die gründliche Innen- und Außeninstandsetzung. Innen- und Außenputz wurden saniert, Fenster renoviert oder wenn nötig erneuert. Die Kirchengemeinde richtete sich dabei nach den Vorgaben des Denkmalschutzes und engagierte sich mit vielen Stunden Eigenleistung.

Greding, Kapelle am Achmühlweg: Die barocke Wegkapelle, eins von etwa 250 Kleindenkmälern um Greding, wurde beim Neubau des nahen Feuerwehrhauses in die Planung mit einbezogen und integriert. Die Stadt Greding ließ sie von Grund auf instand setzen. Auch der Außenbereich wurde neu gestaltet.


Greding, früheres Rathaus, jetzt Archäologiemuseum: Das Gebäude am Marktplatz war einst ein Gasthaus, das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das ehemalige Rathaus, in dem früher das Museum „Natur und Mensch“ untergebracht war, wurde gründlich restauriert, bevor das neue Archäologiemuseum mit dem spektakulären Fürstengrab einzog. Im Untergeschoss fand die Bücherei in den gewölbten Räumen ihren Platz und bekam von Süden her einen eigenen Eingang.

Greding-Röckenhofen, Wehranlage: Die katholische Kirchenstiftung restaurierte mit großem Engagement und nach den Vorgaben des Landesamts für Denkmalpflege die Innenseiten der mittelalterlichen Wehranlage mit Turm und Mauer, die die Pfarrkirche St. Ägidius umgibt. Viele ehrenamtliche Arbeitsstunden von Seiten der Dorfbewohner ermöglichten die Maßnahme.

Hilpoltstein, Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer: Die katholische Kirchenstiftung ließ die Stadtpfarrkirche grundlegend instandsetzen und renovieren. Wichtig war vor der Innenrenovierung, den Dachstuhl fachgerecht zu reparieren. Beim Deckenstuck von Hieronymus Andrioli entdeckte man bei den Untersuchungen unter der stark verschmutzten Fassung die originale Farbgebung. Man entschloss sich, die Kirche auf diese hellere Farbigkeit zurückzuführen.

Hilpoltstein, ehemaliges Amtsgericht, Residenz: Das ehemalige Amtsgericht unterhalb der Kirche kaufte die Stadt und sanierte und renovierte es für die vielfältige Nutzung als Bücherei, Tourist-Info, Ausstellungsräume oder für Trauungen. Die Sanierung ist in Fachkreisen jedoch nicht unumstritten. Kopfschütteln löste bei vielen vor allem der neue Eingangsbereich mit einer Betontreppe aus, die überhaupt nicht zum Sandsteingebäude passt. Der Bezirk würdigt dennoch die Gesamtsanierung.

Hilpoltstein-Grauwinkl, Ortskapelle: Die 1814 errichtete Ortskapelle renovierte die Dorfgemeinschaft mit großem Engagement. So wurde die Fassade saniert, die Dacheindeckung und die Fenster erneuert und das Glockentürmchen eingeblecht. 

EVA SCHULTHEISS/rog


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