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Deutscher Doppelsieg am Keller

EM-Revanche war rundum gelungen — „Stehersport, wie ihn die Fans lieben“ - 05.10.2011 08:27 Uhr

Ein letzter sportlicher Gruß an die vielen Steherfans: Mario Vonhof (li.) und Dieter Durst haben ihre lange und erfolgreiche Karriere beendet. Mit Rat und Tat wollen sie aber dem Verein Sportplatz weiterhin zur Seite stehen. © Marr


Der 28-jährige Sohn des Ex-Weltmeisters Jean Breuer, der im ersten Lauf hinter dem Schweizer Mario Birrer Platz zwei belegte und den zweiten Lauf vor dem deutschen Meister Florian Fernow (Berlin) gewann, war der überragende Mann des Tages. Breuer verwies in der Gesamtwertung Florian Fernow und den Schweizer Ex-Europameister Giuseppe Atzeni klar auf die Plätze. „Mit Christoph Breuer hat heute der beste Mann verdient gewonnen“, urteilte Schrittmacher-Legende Dieter Durst. Fast noch mehr als Christoph freute sich Ex-Weltmeister Jean Breuer über den Sieg seines Sohnes: „Das gibt Christoph noch mehr Selbstvertrauen.“

Weniger glücklich verlief die Revanche für Europameister Patrick Kos, der seiner Favoritenrolle nicht gerecht wurde. In Zweikämpfen mit Breuer, Fernow und Atzeni zeigte der Holländer, der am Ende nur Platz sieben belegte, deutliche Schwächen. Wesentlich besser rollte es diesmal bei seinem Landsmann Matthé Pronk, der immer wieder beherzt in die Positionskämpfe eingriff und hinter dem Schweizer Mario Birrer verdient Platz fünf erkämpfte.

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Die rund 1800 begeisterten Radsportfans kamen beim „Preis der Sparkasse“ bei optimalem Rennwetter rund vier Stunden lang voll auf ihre Kosten. Bahnchef Andreas Zentara strahlte mit der Sonne um die Wette. Für ihn war der rundum gelungene Renntag zugleich das schönste Geschenk zu seinem 53. Geburtstag. Auch Sportleiter Horst Brom zog ein sehr zufriedenes Fazit: „Das war heute spannender und guter Stehersport wie ihn die Fans lieben und damit die beste Werbung für unsere Rennen im nächsten Jahr.“

Tränen beim Abschied

Den Sieg bei seinem Abschiedsrennen ließ sich Mario Vonhof im Rahmenprogramm nicht nehmen. Der 36-jährige Schwabacher, seit 1998 gefeierter Lokalmatador der Reichelsdorfer Piste, gewann hinter dem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein nach 75 Runden/30 km und mitreißenden Positionskämpfen verdient vor dem Schweizer Meister Peter Jörg und dem Herpersdorfer Christoph Schwerdt.

„Es ist gut gelaufen. Ich freue mich sehr, dass ich heute auch noch einen Sieg feiern durfte“, sagte Mario Vonhof sichtlich gerührt ins Mikrofon, als er sich von den treuen fränkischen Steherfans verabschiedete. Für die letzte Ehrenrunde seiner Karriere bildeten seine Rennfahrerkollegen und die Schrittmacher ein buntes Spalier. Wesentlich gelassener als Vonhof ließ Schrittmacher-Legende Dieter Durst, der seine Karriere ebenfalls beendete, die abschließenden Ehrungen und Abschiedsworte über sich ergehen. „Amol is halt Schluss“, meinte der waschechte Nürnberger trocken, der dem Verein Sportplatz und dem Stehersport ebenso wie Mario Vonhof, auch künftig mit Rat und Tat zur Verfügung stehen wird. BDR-Vize-Präsident Peter Streng überreichte Dieter Durst als „besten deutschen Schrittmacher aller Zeiten“ zum Abschied einen Schrittmacher-Oskar, den Durst strahlend entgegennahm.

Guten Grund zu strahlen hatte auch Harald Elendt. Nach wochenlangem intensiven Training und akribischer Vorbereitung gelang es dem einstigen bayerischen Meister des RC Herpersdorf auf seinem selbst konstruierten Spezialrad (Pedelec mit zwei Elektromotoren), die „Schallmauer“ 100 km/h zu durchbrechen. Unter großem Beifall schaffte er sensationelle 102 km/h! Der bisherige inoffizielle Weltrekord lag bei 94 km/h. Sichtlich erleichtert schlüpfte Elendt nach der erfolgreichen Rekordjagd aus seinem dicken Lederanzug. „Bei den sehr hohen Temperaturen war der Anzug heute schon sehr lästig“, erklärte Elendt, der keine weiteren Rekordversuche auf der Rennbahn plant: „Auf der relativ rauen Piste mit den steilen Kurven sind die 102km/h schon das äußerste Limit. Ich bin froh, dass ich das geschafft habe.“

EM-Revanche, Gesamtergebnis: 1. Christoph Breuer (RSG Hürth)/Gerd Geßler (Bielefeld); 2. Florian Fernow (Zehlendorf)/Peter Bäuerlein (Nürnberg); 3. Guiseppe Atzeni/René Aebi (Schweiz); 4. Mario Birrer (Schweiz)/Helmut Baur (Singen); 5. Matthe Pronk/Sam Mooj (Niederlande); 6. Peter Jörg (Schweiz)/Johannes Fuchs (Nürnberg); 7. Patrick Kos/Jan Fack (Niederlande); 8. Ronny Freisleben/Lutz Weiß (Deutschland); 9. Andreas Müller (Österreich)/Frank Schwarz (Wendelstein).

Mario-Vonhof-Abschiedsrennen: 1. Mario Vonhof (TK Schwabach)/Peter Bäuerlein (Nürnberg); 2. Peter Jörg/René Aebi (Schweiz); 3. Christoph Schwerdt (VFR Herpersdorf)/Frank Schwarz (Wendelstein).

  

Manfred Marr

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