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CSU-Parlamentarier Martin Kastler hat sich just am „Europatag“ mehr als eine Stunde Zeit genommen, um in der Aula der Schule aus seinem Abgeordnetenleben zu berichten. Sozialkundelehrerin Annett Kroner hatte Besuch und Diskussion organisiert.
Martin Kastler ist 37 Jahre, studierter Historiker und Familienvater. Seine Leidenschaft für Europa wurde, wie er vor den Elftklässlern zugibt, durch einen Vortrag Otto von Habsburgs geweckt. Der Enkel des letzten österreichischen Kaisers war lange Jahre Mitglied des Straßburger Parlaments. „Er hat viel für Europa getan“, sagt Kastler. Er selbst sei 1999 erstmals auf der CSU-Liste zur Europawahl angetreten. In der Folge habe er viel Glück gehabt, gibt Kastler zu. „Ich bin reingerutscht ins Europaparlament und auch wieder raus“, schildert er seinen Werdegang als Volksvertreter.
Kastler erklärt den 16- bis 18-Jährigen auch, wie sich die Politik in Europa durch die Wende 1989 verändert hat. „Ich habe den eisernen Vorhang noch erlebt“, schildert er die Trennung in die Blöcke Ost und West. „Das ist vorbei, heute reisen wir ohne Grenzkontrollen und bezahlen in 17 Ländern mit einer Währung“, so der CSU-Politiker.
Martin Kastler zog erstmals von 2003 bis 2004 für die CSU in das Europäische Parlament ein und folgte hier auf Emilia Müller, die vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in die Staatsregierung berufen worden war. Nach der Bayerischen Landtagswahl im September 2008 rückte Kastler für Alexander Radwan nach. Bei den Europawahlen 2009 wurde er für die volle Wahlperiode als Abgeordneter ins Europäische Parlament gewählt.
Kastler ist sozial- und entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe. Er ist Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten und stellvertretendes Mitglied im Entwicklungsausschuss. Kastler kämpft seinen eigenen Worten zufolge in engem Kontakt mit Greenpeace gegen Bio-Patente in Europa. Ferner hat er sich als Verfechter einer starken Solidarität zwischen den Generationen einen Namen gemacht.
Für die Zukunft bereiten ihm der Euro und die hohe Arbeitslosigkeit in Ländern wie Spanien die meisten Sorgen. „Die gemeinsame Währung ist wie ein Experiment am offenen Herzen“, findet er. „Das kann schief gehen.“ Sein politisches Ziel sei es, eine Währung zu haben. „Die Volkswirtschaften müssen aber besser aufeinander abgestimmt werden“, lautet Kastlers Forderung. Die Verbindung von Fiskalpakt und Wachstumsstrategien hält er dabei für den richtigen Weg.
Di. 07.05.13
Do. 02.05.13
Do. 25.04.13
Mo. 22.04.13
Sa. 23.03.13