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„Die Lage war ernst, sehr ernst sogar!“ Kaum ein anderer aus der Vorstandsetage kann zu diesem Thema wohl mehr sagen. Kassier Peter Ohlhaut war schon 2001 dabei, als Verantwortliche von Stadt, Diözese, Sparkasse und des Vereins an der Rettung der durch umfangreiche Baumaßnahmen in die Schieflage geratenen DJK Schwabach mitwirkten.
Damals wurde ein Konzept aufgestellt, das zwar für eine Entspannung der prekären Situation sorgte, inzwischen allerdings schon wieder überdacht werden musste. Nicht zuletzt wegen des Mitgliederschwundes in den vergangenen Jahren.
Wieder standen die Entscheidungsträger der DJK vor der Wahl: Entweder es wird entgegengesteuert oder der Verein geht baden. Ohlhaut wurde konkreter: „Im Jahr 2012 hätten wir unseren finanziellen Verpflichtungen noch nachkommen können, aber spätestens Mitte 2013 wären wir am Ende gewesen!“ Es musste was passieren. Und es passierte etwas. Sich jetzt in den hintersten Winkel des Sportheimes zurückzuziehen und darauf zu warten, was die Zukunft bringen würde, das wäre wohl der falsche Weg gewesen.
Was auch der Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Ziermann bestätigte, der den Vorstand der DJK ausdrücklich dafür lobte, das Problem anzupacken und es lösen zu wollen. Und es klappte...
Am 10. Januar 2012 trafen sich im Goldenen Saal des Rathauses Vertreter von Sparkasse, BLSV, Stadtverband, Stadt Schwabach und Diözesanverband zusammen mit der DJK-Spitze, um ein Konzept zu erarbeiten, das den Verein nicht nur kurzfristig, sondern vor allem langfristig aus der Krise bringen würde. „Voraussetzung dafür war,“ betonte Ziermann, „dass alle Entscheidungsträger mitspielen mussten.“ Natürlich musste auch die DJK ihre Hausaufgaben machen.
Dabei galt es vor allem, den Mitgliederschwund zu stoppen, was im vergangenen Jahr durchaus gelungen ist. Stand 1. Januar 2013 waren es 661 Mitglieder, also rund zehn Prozent mehr als zum 1. Januar 2012. Auf diesen Zahlen wolle man sich natürlich nicht ausruhen, sondern sein Sportangebot überdenken, ließen 1. Vorsitzender Paul Jainta und dessen Stellvertreter Thomas Panni durchblicken. Insbesondere das Thema Seniorensport sei bei der DJK längst noch nicht ausgereizt, wenngleich man schon darauf stolz sei, einen Kinder- und Jugendanteil von etwa 50 Prozent im Verein zu haben, betonten beide.
Finanziell stünden inzwischen auch die Abteilungen wieder gut da. „Wir schreiben schwarze Zahlen“, ließ Panni wissen und verwies hierbei auf die Situation in der Fußballabteilung, die bisher am kostenintensivsten gearbeitet habe. Nicht zuletzt durch den Verkauf des VW-Busses, mit dem über Jahre hinweg die Fußballtalente zum Training und wieder nach Hause gefahren worden sind, werde die Kasse spürbar entlastet. Dass damit auch ein gewisser Qualitätsverlust auf sportlicher Ebene einhergehen werde, müsse man natürlich in Kauf nehmen.
In erster Linie gehe es jetzt darum, den Verein auf finanziell gesunde Füße zu stellen. Und da sei man nicht zuletzt auf Grund der im Goldenen Saal beschlossenen Maßnahmen auf dem richtigen Weg.
Im Einzelnen wurden bei dieser Sitzung folgende Punkte besprochen: Die Sparkasse als der größte Gläubiger hat das Zinsniveau ihrer Darlehen auf die aktuell geltende Größenordnung angepasst. Beim Bayerischen Landessport-Verband in München wurde eine Stundung von drei Jahren beantragt, was zur Folge haben könnte, dass erst in drei Jahren begonnen werden müsse. die vom BLSV erhaltenen Darlehen zurückzuzahlen. Auch die Diözese Eichstätt kam der DJK entgegen, indem sie einen jährlichen Zuschuss über einen Zeitraum von zehn Jahren gewährt.
Schließlich sitzt auch die Kommune mit im Boot. Laut Stadtratsbeschluss erhalten Vereine in dieser Situation eine Förderung von 5500 Euro jährlich. Hinzu kommt eine Erhöhung von 13 auf 15,50 Euro pro Hallenstunde, die für den Schulsport angemietet wird.
Allerdings legten die Verantwortlichen der DJK großen Wert auf die Feststellung, dass die Fördermittel der Stadt allen Schwabacher Vereinen zur Verfügung gestellt werden.
All diese Maßnahmen führten dazu, dass die DJK Schwabach im Jahr 2012 ihren Schuldenstand um 48000 Euro abbauen konnte. Und die Zukunft sei darauf ausgelegt, den Schuldenabbau voranzutreiben. 8000 Euro jährlich, so die Prognosen anhand der aktuellen Entwicklung, sollten in den folgenden Jahren zusätzlich getilgt werden können.
„Das“, so Kassier Peter Ohlhaut, „hätte zur Folge, dass wir unseren Schuldenstand im Jahr 2021 so weit abgebaut haben, dass wir ohne weitere Zuschüsse unseren laufenden Verpflichtungen nachkommen könnten.“
Es bewegt sich also was an der Huttersbühlstraße — und zwar zum Positiven, wie auch der Stadtverbandsvorsitzende betonte. Ulrich Ziermann hat erkannt, dass bei der DJK alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, den Schuldenabbau zu forcieren. „Wir haben die Talsohle durchschritten“, ist Paul Jainta, der 1. Vorsitzende des Vereins, überzeugt und dankte in diesem Zusammenhang noch einmal allen, die im Januar 2012 am Runden Tisch im Goldenen Saal beteiligt waren.
Allerdings dürfe man sich jetzt nicht zurücklehnen. Die Berechnungen basieren vor allem auf einer positiven Mitgliederentwicklung — da müsse mit Weitblick an die Aufgaben der nächsten Monate und Jahre herangegangen werden.
Mo. 06.05.13
Fr. 17.05.13
Do. 16.05.13