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Digitalfunk, bitte kommen!

Neue Technik ist nötig und macht eine Menge Arbeit - 06.02.2013 08:17 Uhr

SCHWABACH/LANDKREIS ROTH  - Die Rettungskräfte in Schwabach und im Landkreis Roth werden ab diesem Jahr schrittweise vom Analog- auf den Digitalfunk umsteigen. Das klingt zunächst harmlos — doch dahinter verbirgt sich ein enormer Aufwand. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange.

Bis 2015 soll bei der Feuerwehr der Umstieg auf Digitalfunk erfolgt sein.
Bis 2015 soll bei der Feuerwehr der Umstieg auf Digitalfunk erfolgt sein.
Foto: Archiv / news5
Bis 2015 soll bei der Feuerwehr der Umstieg auf Digitalfunk erfolgt sein.
Bis 2015 soll bei der Feuerwehr der Umstieg auf Digitalfunk erfolgt sein.
Foto: Archiv / news5

Einen anschaulichen Vergleich hat Werner Löchl, Kreisbrandrat in Roth, zu bieten. Die Funktechnik, die Rettungsdienste bis heute nutzen, hat über 50 Jahre hinter sich. Wenn jetzt auf Digital umgerüstet wird, sei dies nicht anders, als würde man einen Umstieg von Omas schwarzem Bakelit-Telefon hin zu einem Smartphone der neuesten Generation wagen.

Dass dies mit einer Menge Arbeit, technischem Aufwand und noch mehr Planung verbunden ist, liegt auf der Hand. Bei Löchl füllt das Thema Digitalfunk bereits jetzt einen stattlichen Aktenordner und eine Reihe von Excel-Dateien auf seinem PC. Wozu das Ganze?

Die Umrüstung — da sind sich alle Befragten einig — ist dringend nötig. Der Schwabacher Stadtbrandrat Holger Heller hebt die verbesserte Sprachqualität hervor. Gerade bei Einsätzen, in denen im Hintergrund etwa Pumpen laufen oder Motoren dröhnen, bringe die neue Technik große Fortschritte: „Nebengeräusche werden einfach herausgefiltert“, sagt Heller.

Gestörte Störer

Von einem weiteren Vorteil weiß Löchl zu berichten: Die Digital-Technologie biete mehr Schutz vor Störungen. Mit dem Smartphone und einem einfachen Zusatzteil könne man sich bislang leicht in das analoge Netz einschalten. In der Vergangenheit haben Unbekannte sich immer mal wieder einen merkwürdigen Spaß daraus gemacht, die Feuerwehr damit zu alarmieren. Dies sei künftig nicht mehr möglich.


In diesen Tagen beginnen interne Tests. Einige Digital-Funkgeräte stehen bereits zur Verfügung. Bis Mitte des Jahres sollen in Schwabach und Roth in einer Großbestellung die neuen Apparate angeschafft sein. Verschiedene Anbieter konkurrieren auf dem Markt — ähnlich wie bei den Handys. Der Preis eines Handempfängers, offiziell „Handheld Radio Terminal“ genannt — entspricht mit 800 Euro in etwa dem eines neuen iPhones.

Umgerüstet wird „alles, was ein Blaulicht hat“, sagt Löchl. Während jedoch bei der Polizei das Innenministerium übernimmt, muss bei den Ehrenamtlichen der Feuerwehr vieles quasi nebenbei erledigt werden.

Hans-Jürgen Hähnlein, Rechtsdirektor der Stadt Schwabach, ist für die Koordination bei der Einführung des Digitalfunkes zuständig ist. Im Probebetrieb, der zur Mitte des Jahres laufen soll, werde sich zeigen, wie gut die Netzabdeckung ist, sagt er. Man geht davon aus, dass die Reichweite der neuen Technik um Längen besser ist.

Mehr Strahlen?

Immer wieder ist zu hören, dass der neue Funk eine zusätzliche Strahlenbelastung bringe. Dies will Löchl so nicht stehen lassen: Andere Funkmasten können dafür wieder eingespart werden, sagt er. Hier brauche es noch viel Aufklärung.

Für die Bürger wird sich nichts ändern. Die Notrufnummern bleiben gleich, die Vorgehensweise danach läuft intern ab. Auch die Alarmierungsmethode wird vorerst gleichbleiben. Die erfolgt analog über einen Pager und — wie in einigen Ortsteilen Schwabachs — über laut vernehmliches Sirenengeheul.


Jetzt, in der Testphase, werden Mitarbeiter von Rettungskräften geschult, die dann ihr Wissen an Kameraden und Kollegen weitergeben sollen. Szenarien werden geschaffen, in denen die Technik zeigen kann, was in ihr steckt — bei einem angenommenen Zugunglück etwa.

Dann werden die Rettungskräfte sehen, ob es noch irgendwo hakt, wo nachgebessert werden muss oder ob Garantieansprüche an den Hersteller geltend zu machen sind. Bis zum Jahr 2015, so sieht der Zeitplan vor, soll dann ausschließlich digital kommuniziert werden.

Einen Aufwand werden noch die „Mobile Radio Terminals“ mit sich bringen, also jene Geräte, die fest in den Einsatzautos installiert werden. „Neue Feuerwehrautos sind dafür vorbereitet“, sagt Löchl, „doch Wagen der älteren Generation müssen umgerüstet werden.“

  

RURIK SCHNACKIG


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