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Samstag, 22.09.2018

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Erster Schultag: Das sind die neuen Lehrer

34 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wurden gestern im Rother Landratsamt begrüßt und vereidigt. Eingesetzt werden sie ab heute in vielen Schulen im Landkreis und in Schwabach - 11.09.2018 06:00 Uhr

Die „Neuen“ im Schulamtsbezirk Roth-Schwabach wurden gestern vereidigt. Zu den Gratulanten zählten Landrat Herbert Eckstein und Schwabachs Bürgermeister Dr. Roland Oeser sowie die Vertreter des Schulamts. © Foto: Graff


Dazu zählen auch die 34 Lehramtsanwärter, die gestern im Sitzungssaal des Landratsamtes vereidigt wurden. 34 motivierte Berufsanfänger, die mit dem heutigen Tag in ihre zweijährige Referendariatszeit starten und flächendeckend eingesetzt werden. 19 von ihnen in den Grundschulen und elf an den Mittelschulen. Dazu kommen vier Fachlehreranwärter. Männer sind auch beim Lehramtsanwärter-Jahrgang 2018 in der Minderheit. Ein einziger ist es im Grundschulbereich. Auf ihn dürfen sich die Obermässinger Grundschüler freuen. Immerhin fast die Hälfte machen die männlichen Lehramtsanwärter hingegen bei den Mittelschulen aus.

Dem Schulamtsbezirk neu zugewiesen wurden neben den Lehramtsanwärtern auch 26 Grundschullehrkräfte, 18 Mittelschullehrkräfte, zwei Fachlehrer und eine Förderlehrerin. Damit sieht das Schulamt seinen Bedarf sehr gut gedeckt und sich auch in Sachen mobiler Reserve gut versorgt. 60 Lehrkräfte hat das Schulamt im Topf, um Ausfälle während des Schuljahres zu kompensieren.

Drei neue Stellvertreter

Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Liste der Neubesetzungen von Schulleitungsstellen heuer kurz. "Wir haben den großen Generationswechsel hinter uns und können jetzt wieder mehr auf Kontinuität setzen", freut sich die leitende Schulamtsdirektorin Dröse. Lediglich drei Stellvertreter-Posten wurden zum Schuljahresanfang neu besetzt: Verena Thiel heißt die neue stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule Kupferplatte Roth. An der Anton-Seitz-Mittelschule Roth sitzt nun Steffen Vogel auf diesem Posten. Simone Kühnert ist neue stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule Schwarzenlohe.

Neubesetzt wurden auch drei Seminarleitungen: Heiko Schnütgen als Seminarleiter an der Mittelschule Allersberg, Christian Haubner als Seminardirektor an der Grundschule Rednitzhembach und Christoph Weidmann als Seminarleiter an der Grundschule Schwanstetten.

Stadt-Land-Gefälle

Was die Schülerzahlen angeht, gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. Im Landkreis Roth ist die Zahl der ABC-Schützen leicht rückläufig (1059 statt 1113 im Vorjahr), in Schwabach gibt es den umgekehrten Trend (351 statt 331). Die Schulamtsdirektorin spricht trotzdem von "stabilen Schülerzahlen".

Erfreulich ist: Im Durchschnitt sind die Klassenstärken gesunken. "Trotz geringerer Schülerzahlen haben wir mehr Klassen bilden können." Ein Plus von sieben Klassen an den Grundschulen und ein Plus von zwei an den Mittelschulen bringt spürbare Entlastung. Fast alle Eltern, Lehrer und Kinder im Schulamtsbezirk dürfen sich laut Schulamt über kleinere Klassen als bisher freuen.

Im Norden wird´s ein wenig enger

Die meisten Kinder sitzen in diesem Schuljahr in den stadtnahen Landkreisschulen Wendelstein, Schwarzenlohe und Schwanstetten in einem Klassenraum. Jahrgangsübergreifende Grundschulklassen gehören im Schulamtsbezirk mittlerweile zur Normalität.

Insgesamt fünf ursprünglich große Klassen konnten aufgrund des Migrantenanteils noch geteilt werden. Vier davon in Schwabach.

Um schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen in das Schulleben zu integrieren, gibt es spezielle Klassen. Letztes Jahr hießen diese noch "Einführungsklassen", heuer "Deutschklassen". Acht davon gibt es im Schulamtsbezirk. Neu ist, dass diese nicht nur zusätzliche Lehrerstunden erhalten, sondern obligatorisch als Ganztagesklassen geführt werden. Zusätzlich zur regulären Stundentafel stehen bei den Migrantenkindern jetzt auch "kulturelle Bildung und Werteerziehung" mit mehreren Wochenstunden zusätzlich auf dem Stundenplan. Deutschklassen gibt es in Schwabach an der Johannes-Kern-Mittelschule, der Christian-Maar-Schule und an der Johannes-Helm-Schule und im Landkreis an der Mittelschule Rednitzhembach und den Grundschulen Roth-Kupferplatte und Hilpoltstein. Zusätzlich gibt es an verschiedenen Schulen für Kinder mit Migrationshintergrund individuelle Deutschförderstunden.

Bilinguale Grundschule

Eine Besonderheit ab dem kommenden Schuljahr wirft an der Schwabacher Christian-Maar-Grundschule schon in diesem Schuljahr ihre Schatten voraus: Die Schule beteiligt sich am Schulversuch "Bilinguale Grundschule Französisch" und startet heuer mit Sprach-AGs, bevor im Schuljahr 2019/20 jeweils eine Klasse pro Jahrgangsstufe teilweise in Französisch unterrichtet wird.

Das große inhaltliche Thema an den Schulen heißt Digitalisierung. "Übertragbare Konzepte für die systematische Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Unterricht" soll der Schulversuch "Digitale Schule 2020" entwickeln. Daran beteiligt sich die Schwabacher Karl-Dehm-Schule als Netzwerkschule.

Trend zur Digitalisierung

An den Mittelschulen soll Informatik künftig in allen Klassenstufen Pflichtfach werden. Damit das 2019/20 mit den fünften Klassen be- ginnen kann, müssen heuer die Lehrkräfte und Ausstattungen fit gemacht werden für die neuen Anforderungen. Schulamtsdirektor Karlheinz Pfahler sieht dem gelassen entgegen. Mit einer "Tablet-Klasse" an der Anton-Seitz-Mittelschule Roth habe man schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dafür, dass vor lauter Begeisterung für die digitalen Errungenschaften die analogen Kulturtechniken nicht vernachlässigt werden, soll "Filby" an den Grundschulen ab sofort einen Kontrapunkt setzen. Unter dem sperrigen Titel "Fachintegrierte Leseförderung Bayern" läuft mit Beginn dieses Schuljahres eine Initiative zur systematischen Leseförderung an. Als "Erprobungsschulen" (mit wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung) wurden die Grundschule Roth-Nordring und die Grundschule Wendelstein ausgewählt. Anwendungsschulen sind die Grundschulen Rohr, Röthenbach, Schwarzenlohe, Abenberg, Heideck, Meckenhausen, Allersberg sowie die Luitpoldschule und die Johannes-Helm-Schule in Schwabach. Die Teilnahme-Bescheide sind so frisch, dass die ausgewählten Schulen erst heute davon erfahren werden, dass sie mit im Boot sind. 

STEFANIE GRAFF

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