Dienstag, 13.11.2018

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Fünf junge Turmfalken in Wildenbergen gerettet

Nest konnte nicht auf Baukran bleiben - Naturschützer siedeln Vögel um - 26.07.2018 09:25 Uhr

Ein wenig skeptisch wirken die jungen Turmfalken im Nistkasten schon. Für sie fand in Wildenbergen eine ungewöhnliche Rettungsaktion statt. © Bund Naturschutz


Die Ortsgruppe Rohr im BUND Naturschutz (BN) hat in einer aufwendigen Aktion fünf Turmfalkenjunge in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden aus dem Baukran in einen Nistkasten an eine benachbarte Scheune umgesiedelt.

Das Problem war, dass die Baufirma den Kran dringend für eine andere Baustelle benötigte, aber die Brut der Turmfalken gesetzlich geschützt ist und nicht vernichtet werden darf. "Wir danken den Naturschutzbehörden, der Baufirma Bruckschlögl und den Anwohnern, dass wir hier gemeinsam eine Lösung für die Turmfalken finden konnten," so Dr. Ralf Straußberger von der BN Ortsgruppe Rohr und BN-Waldreferent.

Kurios und problematisch

Noch vor Abschluss der Bauarbeiten an einem Einfamilienhaus in Wildenbergen haben die Turmfalken in der Führerkabine des Krans fünf Eier gelegt und ausgebrütet. Sie ließen sich dabei offenbar nicht davon stören, dass der Baukran weiter eingesetzt wurde: Allerdings wurde er nur von unten gesteuert, die Kabine wurde nicht mehr betreten.

In der zweiten Junihälfte wurde dann der BN Rohr über den kuriosen Brutvorgang informiert. Ein Abtransport des Krans hätte den sicheren Tod der Turmfalkenküken bedeutet und wurde deshalb von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken untersagt.

In einem ersten Schritt wurden die Falken in einen Nistkasten außen am Kran umgesiedelt. So wurden die Jungen weiter von den Eltern versorgt. Später wurde der Nistkasten an einer Scheune installiert. © Fotos: Bund Naturschutz


Das brachte Probleme für die Baufirma mit sich, weil diese den Kran dringend brauchte, aber der Brutplatz der streng geschützten Turmfalken nicht zerstört werden darf. Dies hätte bedeutet, dass während einer Brutzeit von etwa 30 Tagen und einer Aufzuchtzeit der Nestlinge von vier bis fünf Wochen der Kran nicht hätte abtransportiert werden dürfen.

Ralf Straußberger hat nach einer Lösung gesucht und in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden gefunden. Erster Schritt: Die jungen Turmfalken wurden in einen Nistkasten außen am Kran umgesiedelt, damit die Eltern weiter die Jungen versorgen. In einem zweiten Schritt wurde der Nistkasten mit den jungen Turmfalken vom Baukran an eine benachbarte Scheune mit Hilfe eines Kran-LKW der Firma Bruckschlögl umgehängt. Dort werden sie nun von den Eltern weiter gefüttert und beginnen demnächst auszufliegen. 

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