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Für Thomas III. und Sabine III. war der Auftritt im Markgrafensaal ein Heimspiel. Schließlich stammen beide aus der Karnevals-Kaderschmiede der Schwabanesen und kennen die Bühne dort wie ihre Westentasche.
Das Gipfeltreffen der Tollitäten war der absolute Höhepunkt der glanzvollen Feier, die Schwabanesen-Präsident Daniel Stollar schwungvoll und heiter moderierte. So etwas wird es auch so schnell nicht mehr geben: Die Schwabanesen stellen in diesem Jahr zwei Prinzenpaare. Der also nur scheinbar übermächtige Faschingsnachbar im Norden hat sich bei der Auswahl seiner Regenten beim kleinen Bruder im Süden bedient. Thomas und Sabine Knörl gehören seit vielen Jahren zu den Stützen der Schwabacher Faschingsgesellschaft. Sie für die wichtigste Zeit des Jahres auszuleihen, war gewiss nicht leicht. Doch enttäuscht sein, das muss niemand bei den Schwabanesen: In Sachen Erscheinung, Repräsentation, Humor, Schlagfertigkeit und Karnevalskompetenz muss man gewiss einiges bieten, um in Nürnberg Prinzenpaar zu werden. So wird wohl eher „Stolz“ über ihr zweites Regentenpaar die Gefühlslage der Schwabacher Faschingsmatadore bestimmen.
Doch auch wenn Marco II. und Sabrina I. noch nicht über eine ähnliche Erfahrung verfügen. Auch auf sie können die Schwabanesen stolz sein.
Nicht nur bei der Überreichung der Machtinsignien machte das Schwabanesen-Paar einen glänzenden Eindruck. Das strahlende Lächeln der überaus feschen Prinzessin und die wahrlich an aristokratische Vorbilder erinnernde Statur des Prinzen verzückte das Publikum. Beim Prinzenwalzer im Anschluss an die Krönung war das deutlich spürbar.
Oberbürgermeister Matthias Thürauf hatte zuvor artig den Schlüssel zum Rathaus beim Prinzenpaar in Verwahrung gegeben. Nicht ohne für einen der heiteren Höhepunkte des Abends zu sorgen. Denn Daniel Stollar hatte den Festabend mit Seitenhieben auf den Bundespräsidenten eröffnet. „Für jede Veranstaltung“, bot Matthias Thürauf daraufhin an, „bei der ihr keine Witze über den Bundespräsidenten macht, bekommt ihr von mir 100 Euro.“ Den Ruch einer Bestechung wollte Thürauf allerdings nicht aufkommen lassen, hatte er doch auch sofort einen „Ersatzprügelknaben“ im Angebot. Wenn man es nicht lassen könne, Politiker aufs Korn zu nehmen, so solle man doch den CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Frieser nehmen, meinte Thürauf. Eine gut abgesprochene Pointe. Denn der Nürnberger CSU-Parlamentarier hielt das offenbar für ein glänzende Idee, freute er sich doch sichtlich über den Vorschlag des Stadtoberhaupts. Um sein Versprechen aufgrund eigener Überzeugung einlösen zu können, muss Thürauf in der bevorstehenden Session allerdings zunächst seinem Parteifreund aus Nürnberg nacheifern. Denn der hat im vergangenen Jahr den „Grand Slam des Nürnberger Faschings“ geschafft: Frieser war 2011 zu Gast bei allen 18 großen Veranstaltungen der Nürnberger Karnevalsgesellschaften.
Karnevalistische Glanzpunkte
Das Programm der Inthronisation war freilich wie jedes Jahr wieder gespickt mit karnevalistischen Glanzpunkten, dessen strahlendsten eine Deutsche Meisterin aufblitzen ließ. Die zehnjährge Liana Wolf gab eine begeisternde Vorstellung als Tanzmariechen. Überaus motiviert brannte die Schwabacher Sportlerin des Jahres mit großer Freude ein wahres Feuerwerk des karnevalistischen Tanzes ab und zeigte ihre überragende Begabung.
Bauchredner Pierre Ruby, Entertainer Tobias Klaus von den „Steiner Schlossgeistern“ und die Allersberger Flecklashexen hatten sich die Schwabanesen zur Verstärkung ihrer eigenen Garden, Tanzmariechen, Majorettes und Büttenredner aus der Region hinzugeladen.
Zudem überreichte Senatspräsident Hans-Dieter Molnar zwei langjährigen Förderern des Schwabacher Faschings große Ernennungsurkunden. Christian Schaffer und Georg Straußberger sind ab sofort Senatoren der Faschingsgesellschaft.
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12