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Beide Live-Bands hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck beim Publikum und verstanden es auf hervorragende Weise, Südstaatenflair in die nüchterne Waldhalle zu bringen.
Eine Slide-Gitarre ist gut für den Bluesrock. Sind gleich zwei Slide-Gitarristen in einer Band automatisch besser? Das muss nicht unbedingt zutreffen. Bei „Delta Moon“ aber haut es hin. Die beiden Gitarristen Tom Gray (lap-steel) und Mark Johnson (bottleneck) sind das Aushängeschild dieser Band. Sie versetzten das Publikum tief in die Südstaaten und sorgten mit atemberaubenden Call-and-Response-Schlachten für Gänsehaut-Stimmung. „Delta Moon“ mit den Doppel-Slide-Gitarren war bereits 2011 beim Festival dabei und sorgte damals schon für Begeisterung beim Publikum.
„Delta Moon“, die Band der beiden Gitarristen, gründete sich um das Jahr 2000 in Atlanta. Damals begegneten sich die beiden Musiker Tom Gray und Mark Johnson in einem Musikgeschäft. Bald spielte man als Duo in den Cafes der Stadt. Mit Schlagzeug und Bass wurde aus dem Duo das Quartett „Delta Moon“. Tom Gray an der Lap Steel Guitar und Mark Johnson an der Bottleneck Slide Gitarre bewiesen sich erneut als ein unschlagbares Team.
„Delta Moon“ kommt aus Georgia und verschmilzt den Blues des Mississippideltas mit der Rootsmusik der Appalachen. Grundidee von „Delta Moon“ ist es, die beiden Slide-Gitarristen zu einem einzigen großen Klanggebilde zu verweben. Die Band nennt sich „Delta Moon“ nach einem Pilgerpfad zu Muddy Waters Hütte bei Clarksdale, Mississippi.
Im zweiten Teil des Doppelkonzerts trat „Deadman“ auf und legte ebenfalls einen begeisternden Auftritt hin. Eine junge, sechsköpfige Formation, die von Leadsänger, Songschreiber und Rhythmusgitarrist Steven Patrick Collins angeführt wird. Der Mann mit Cowboyhut wurde unterstützt durch den Akustikgitarristen Kevin McCollough, dem Schlagzeuger Kyle Schneider, dem Hammond B 3-Organisten Matthew Mollica, dem Bassisten Lonnie Trevino sowie dem furios aufspielenden Leadgitarristen Jacob Hildebrand, dessen Lockenpracht wie ein Vorhang tief ins Gesicht hing.
Der Band-Name „Deadman“ stammt von einem Schwarz-Weiß-Cowboyfilm, zu dem Neil Young die Musik geschrieben hat. „Viele glaubten noch vor wenigen Jahren, dass wir auf Grund unseres Namens automatisch eine Heavy-Metal-Band sein müssten, doch dann, als sie uns hörten, waren sie bitter enttäuscht“, erzählte Leadsänger Steven Patrick Collins belustigt.
„Deadman“ überzeugte das Festival-Publikum durch kraftvolle Folksongs, wobei der Übergang zur Country- und Rockmusik und anderen stilistischen Einflüssen fließend war. Offen bekannte sich die Band dazu, dass der Countrysänger Willie Nelson sie nachhaltig beeinflusst habe. Assoziationen zu den Allman Brothers oder zu „Little Feat“ sind offenkundig, und in manchen Songs erinnerte „Deadman“ auch an „The Band“.
Kraftvolle Songs mit eruptiven Ausbrüchen, mehrstimmiger Gesang, ein bombastischer Sound, aber auch „some really nice folk songs“ (Steven Patrick Collins) hatte „Deadman“ im Repertoire. Wieder eine Band aus der Talentschmiede Austin/Texas, die ihrem Ruf alle Ehre machte. Ihre Hymne „When The Music’s Not Forgotten“ war ein großartiges, berührendes Bekenntnis zur Kraft der Musik, die die Menschen bewegt.
Am Ende des fulminanten Finales kam „Deadman“ zu der Erkenntnis: „There ain’t no music which is gone“ (Es gibt keine Musik, die vergessen ist). Das laufende Festival beweist es, welche enorme Anziehungskraft diese Art von Musik hat. Das Publikum feierte „Deadman“ mit stehenden Ovationen.

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