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2010 landeten 74 Jugendliche aus dem Landkreis Roth mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, was einem Anstieg um 45 Prozent entspricht. In Schwabach betrug der Anstieg 50 Prozent: 33 Schwabacher Teenies mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die meisten landen dabei übrigens nicht in den Kliniken vor Ort, sondern eher in Nürnberg.
„Die Trinker werden immer jünger“, berichtet Karl Dörr vom Rot-Kreuz-Kreisverband, „mangelnde Aufklärung und Erziehung durch die Eltern könnten Gründe für diese Entwicklung sein.“ Viele Heranwachsende würden Alkohol nicht als gefährlich einstufen, da er oftmals Teil ihres alltäglichen Lebens sei. Und sei es auch nur, weil die eigenen Eltern ein Glas Wein zum Abendessen trinken.
Auch neuartige Mode-Getränke, wie „Alcopops“ könnten Schuld am anhaltend hohen Alkoholkonsum Heranwachsender tragen. Denn obwohl diese Mischgetränke meist Hochprozentiges, wie Wodka oder Whiskey, enthalten, fehlt ihnen durch die Beimengung von zuckerhaltigen Softdrinks der alkoholtypische Bittergeschmack. Gerade für junge Mädchen ist die Kombination des süßen Geschmacks mit der Wirkung des Alkohols verlockend. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche sich unter Zugzwang sehen, trinkt doch ein Großteil ihrer Freunde. Also trinken sie mit und finden oftmals sogar Gefallen am Alkohol und dessen Wirkung.
Richtig gefährlich ist das „Kampftrinken“. Hierbei handelt es sich um einen wettkampforientierten Konsum von Alkohol, bei dem die Teilnehmer versuchen, sich gegenseitig an der Menge des getrunkenen Alkohols zu überbieten. Viel zu oft überschätzen sie ihre Trinkfestigkeit maßlos und müssen den Rest der Nacht in einem Krankenhausbett verbringen — häufig nach einer vorherigen Magenspülung.
Damit es nicht erst so weit kommt, sollten Eltern ihren Kindern verstärkt bewusst machen, wie schädlich und gefährlich Alkohol sein kann, gerade in der Entwicklung. Auch Betreiber von Kneipen oder Bars sollten in eigenem Interesse die vorgeschriebenen Ausweiskontrollen gewissenhaft handhaben, können sie doch zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie an Minderjährige Alkohol ausschenken.
Gerade in der närrischen Zeit locken die Versuchungen des Alkohols an allen Ecken und Enden. Nichtsdestotrotz sind Gastwirte, Karnevalsgesellschaften und Behörden verantwortlich dafür, dass Jugendlichen der Zugang zu Alkohol auch während des Faschings so schwer wie möglich gemacht wird. In Schwabach sind entsprechende Vorkehrungen bereits getroffen.
Beim traditionellen Faschingsumzug am 21. Februar durch die Schwabacher Innenstadt gilt, wie schon im vergangenen Jahr: Das Mitbringen und der Verzehr von alkoholischen Getränken ist verboten. Die Polizei wird dort sein und sicherstellen, dass Aktive und Zuschauer sich daran halten.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.