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In 30 Minuten stand der Baum

Kammersteiner Kärwaboum haben mit einem alten Vorurteil gründlich aufgeräumt - 10.07.2009

Der Festzug zur Kammersteiner Kirchweih hat Tradition. Etliche Neuerungen sorgten dafür, dass sich die vielen Gäste rundum wohl fühlen konnten. © Bek-Baier


So war der Festplatz mit einem Eingangstor versehen worden, über dem ein Banner die Kirchweihgäste willkommen hieß. Der Platz war dadurch eingegrenzt worden, was die Fahrbetriebe, Buden und das Festzelt zu einer Einheit werden ließ.

Schon am Freitag ging es beim Rockabend im Zelt rund. Mit über 800 Besuchern konnten die Kärwaboum einen Rekordbesuch in Kammerstein verzeichnen. Die Band «Bad Touch» lockte so viele Gäste nach Kammerstein wie noch nie am ersten Abend.

Auch heuer überzeugten die Kammersteiner Kärwaboum am Samstag beim Aufstellen des Kärwabaumes. Hatten vor einigen Jahren Spötter noch gewitzelt, in Kammerstein würde das Baumaufstellen am längsten brauchen, so hat sich das seit zwei Jahren nicht mehr bewahrheitet. Die Zeiten liegen nun bei 20 oder wie in diesem Jahr um die 30 Minuten. Der evangelische Posaunenchor hatte zuvor die Kärwaboum mit stimmungsvoller Musik in den Wald hinaus und wieder zurück gespielt.

Schon beim Fassanzapfen war beste Stimmung im Zelt. Mit zwei gezielten Schlägen stach Bürgermeister Walter Schnell am Samstagabend das symbolische erste Fass an. Gemeinderat Richard Zeller war zum «Kirchweihminister» ernannt worden und nahm die Zeremonie in die Hand. Er leitete den Gesang der Kärwaboum fachkundig an. «Der Richard hat es geschafft, dass die Kärwaboum einen spitzenmäßigen Gesang hingelegt haben», freute sich Schnell.

Auch am Samstagabend war das Zelt vollbesetzt. Besonders beliebt war die neue Weinlaube. Erstmalig konnte man in der ansprechend geschmückten Weinecke unter dem Sternenzelt die Kärwa feiern. Höhepunkt des Abends war die Tanzshow der Kärwamadli.

Der Kärwasonntag begann mit einem Platzkonzert des Posaunenchors zwischen Schul- und Pfarrhaus. Pfarrer Martin Bek-Baier lud im Kirchweihgottesdienst dazu ein, sich in die Gedanken von Zachäus, dem Zöllner, zu versetzen, den Jesus angenommen hatte, wie er war. «Und wenn dann wieder so ein Tag ist, an dem ihr das Gefühl habt, ihr müsst nur funktionieren dann erinnert euch und freut euch: Gott ist da – mitten im meinem Leben», rief er den Kärwaboum und -madli zu.

Auch beim traditionellen Kärwaumzug gab es Neuerungen. Der Zug der vom Gasthaus Ossmann zum Rathaus führte, wendete dort lediglich und zog sofort zum Festplatz. Viele Gruppen hatten sich ein paar Gags einfallen lassen. Der Kammersteiner FCN-Club schwenkte eine derart riesige Clubfahne, dass gleich drei Mann benötigt wurden, das Symbol in Zaum zu halten. Die Schlepperfreunde Oberreichenbach bildeten mit ihren geschmückten Oldtimer-Giganten den tuckernden und ratternden Abschluss des Zuges. Die Kammersteiner Blasmusik hatte den Zug musikalisch begleitet.

Gewohnt bestens besucht war auch der obligatorische Frühschoppen am Montag im Gasthaus Ossmann. 

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