Donnerstag, 15.11.2018

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Kohlbauer-Hof Kleinschwarzenlohe: Schicksal ungewiss

Baustelle ruht seit Jahresbeginn und der weitere Fortgang ist unklar - 17.10.2015 08:27 Uhr

Die Baustelle der „Ortsmitte Kleinschwarzenlohe“. Hier ist seit Beginn des Jahres 2015 nichts mehr passiert. Zumindest den Bauzaun könnte man auf das Grundstück zurückrücken, meint ein Anwohner. © Foto: Hess


Genau genommen handelt es sich um zwei Bauträger, nämlich die R 1 Projektgesellschaft und die R 3 Projektgesellschaft – beide mit Sitz in Schwabach. Hinter beiden Firmen stehen jedoch dieselben Personen. Während die eine Firma auf dem Areal den Bau der Wohnungen übernommen hat, wollte sich die andere um den Bau des Pflegeheims kümmern.

Die R-Firmen sind nun schon die dritte Firma, die sich an dem Grundstück die Zähne ausbeißen. Nach der Firmenpleite der „DL-Bau“, die auf dem großen Grundstück zwischen der Rangaustraße und der Schwarzach in den 1980er Jahren ein Seniorenwohnheim geplant hatte, erbte die Sparkasse die gesamte Anlage. Sie wollte kurz nach dem Jahr 2000 das Gelände neu bebauen, wobei das historische Gasthaus abgerissen und durch einen Neubau in Anlehnung an die frühere Gebäudebauform ersetzt werden sollte. Der Widerstand des Landesamts für Denkmalpflege in München verhinderte diese Planungen.

Dann begann mit dem Schwabacher Bauträger alles recht vielversprechend. Noch im (milden) Früh-Winter 2014 hatten die Abbruch-Arbeiten begonnen. Das alte Haus musste weichen, da die für die Neubauten nötigen Parkplätze in einer Tiefgarage entstehen sollten. Der dazu nötigen Baugrube war das alte Wirtshaus im Weg. Bis sie wieder aufgebaut werden können, werden die Bauteile des „Kohlbauer-Hofs“ in einer Lagerhalle aufbewahrt, berichtete das Schwabacher Tagblatt seinerzeit. Wo die Bauteile gelagert sind, ist heute unklar.

Der Bauträger warb für den „Schwarzach-Garten – daham im Urlaub“. Noch heute steht im Internet zu lesen „Info-Center, Rangaustraße 12, 90580 Wendelstein, Öffnungszeiten: Sonntags, 13 - 16 Uhr“. Abgesehen davon, dass die Postleitzahl von Wendelstein falsch ist, gibt es dort schon seit Monaten niemanden mehr, der beraten könnte.

Ohne Kohlbauer-Hof

Kunden, die Geld für die Wohnungen bezahlt haben, bangen darum, denn seit Beginn des Jahres 2015 ruhen die Arbeiten auf der Baustelle, nachdem im westlichen Teil des Grundstücks der Rohbau eines Mehrfamilienhauses hochgezogen worden war.

Sogar einige Fenster wurden schon eingebaut. Doch plötzlich ging nichts mehr. Dem Vernehmen nach haben die Handwerker kein Geld vom Bauträger bekommen, angeblich weil die Vermarktung der Wohnungen so schwierig gewesen sei.

Im Hintergrund laufen offenbar Verhandlungen um die Fortsetzung des Baus. Laut dem Geschäftsleitenden Beamten des Marktes Wendelstein, Harald Jakob, hat sich ein solide erscheinender Betreiber von Alten- und Pflegeheimen gemeldet, der die Baustelle fortführen will. Mit in Nuancen geänderter Planung, wie es heißt, aber ohne den Wiederaufbau des Kohlbauer-Hauses, denn der sei angeblich nicht finanzierbar.

Spannend wird es möglicherweise noch in anderer Hinsicht. Nach dem Abtragen des Kohlbauer-Hofs sollte untersucht werden, ob sich im Untergrund noch Fundamente des mittelalterlichen Vorgängerbaus aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg erhalten haben, die Hinweise auf die Kleinschwarzenloher Ortsgeschichte geben könnten. Diese archäologische Untersuchung steht noch aus. Archäologische Untersuchungen werden üblicherweise von den Grundstückseigentümern bezahlt.

Bauzaun steht im Weg

Der Stillstand auf der Baustelle bereitet aber auch in anderer Hinsicht Kummer. Die Baufirmen hatten Bauzäune aufgestellt und auch den Gehsteig abgesperrt. Obwohl die Baustelle seit rund einem Dreivierteljahr ruht, stehen diese Zäune noch immer.

„Das ist absolut gefährlich, wenn da jemand wegen des Bauzauns über die Straße muss“, hat ein Anwohner beobachtet, „aber die sehen das alle nicht. Die sind betriebsblind. Da könnte doch die Gemeinde oder das Landratsamt einmal den Zaun ein Stück zurückrücken. Aber das hat noch niemand gesehen. Auch der Landrat nicht, obwohl der jeden Morgen daran vorbeifährt.“ 

GUNTHER HESS

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