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Am Beginn stand jedoch die traditionelle ökumenische Andacht in der Georgskirche.
Beim anschließenden Empfang freute sich BdS/DGV-Ortsvorsitzender Jürgen Seifert über einen neuen Teilnehmerrekord mit über 150 Gästen. Diese hohe Akzeptanz zeige, dass der Hauptzweck der Veranstaltung – eine Kontaktbörse zur Stärkung von Wirtschaft und Gemeinwesen zu sein – Früchte trage.
„Der Staat versagt“
An vielen Beispielen zeigte Bürgermeister Werner Langhans auf, dass sich Wendelstein stetig für eine gute Zukunft der Gemeinde starkmache, ob in der Betreuung der Jüngsten oder als Schulstandort. Hart ging er mit dem Freistaat und der Münchner Regierung ins Gericht. Er warf der Landesregierung „Versagen auf der ganzen Linie“ in der Breitbandversorgung vor: „Der Staat lobt ‚Laptop und Lederhose‘ aus als Symbol für das Bayern der Zukunft, lässt aber bei der Grundversorgung wie etwa dem Breitbandnetz die Gemeinden alleine und vor allem alleine zahlen.“
Als Pilotprojekt werden deshalb die Wendelsteiner Gemeindewerke mit Partnern bis Jahresende 2012 zunächst Kleinschwarzenlohe mit dem schnellen Internetanschluss versorgen, in den Folgejahren sind die weiteren unterversorgten Orte der Gemeinde in Planung. Auch deshalb sei es für die Marktgemeinde ein Riesenglück, noch eigenständige Versorgungseinrichtungen wie die Gemeindewerke zu haben.
Viel Lob für den Mittelstand und die Selbständigen in seiner Heimatgemeinde hatte Landrat Herbert Eckstein in seinem Grußwort parat. Er definierte die Bedeutung von „selbständig sein“ mit „selbst etwas zu unternehmen, um etwas zu ändern und nicht nur andauernd über die aktuellen Missstände zu klagen“.
Der Landrat rief dazu auf, die auch von der Gemeinde aufzunehmenden Asylbewerber als Gäste willkommen zu heißen und sie soweit wie möglich am Leben in der Gemeinde teilhaben zu lassen.
Wie sein Vorredner kritisierte der Landrat zudem die ungelösten Probleme bei der Breitbandversorgung im ländlichen Bereich und sah auch bei den Problemen bei der Umsetzung der Energiewende und bei den Problemen der Asylantenunterbringung den Freistaat als Schuldigen: „Der Staat macht es sich leicht und beruft sich auf Gesetze. Die unteren Verwaltungsebenen müssen dann ohne jede fachliche und finanzielle staatliche Unterstützung von heute auf morgen die Gesetze umsetzen und auf gut Glück improvisieren“, so Eckstein.
Als Hauptredner des Empfangs beschäftigte sich Prof. Dr. Rainer Gömmel aus Röthenbach/St. W. mit der Frage, ob aus der bisherigen Geschichte der verschiedenen europäischen Wirtschaftssysteme seit 1945 heraus angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise in Europa überhaupt eine europäische Wirtschaftspolitik realisierbar sei. Als Beispiele dienten ihm dabei die wirtschaftliche Neuordnung Deutschlands nach 1945 mit der „sozialen Marktwirtschaft“ und Frankreichs Wirtschaftsentwicklung auf der Basis von staatlich gelenkten „Fünfjahres-Plänen“.
Den für das deutsche Wirtschaftssystem prägenden Faktoren mit staatlich unabhängigen Banken, einer weitgehenden Preisstabilität und langfristig handelnden Verantwortlichen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik stünden die stetige Inflation des „Franc“ bis zur Euro-Währungsunion, die andauernde Abhängigkeit von Fördermitteln aus dem Ausland und die große Zahl an Streiks in der französischen Arbeitswelt gegenüber. Gömmel hatte deswegen Zweifel, ob in der jetzigen Krise zwei so unterschiedlich geprägte europäische Wirtschaftssysteme wie das deutsche und das französische auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten. Der bayerische BdS-Präsident Ingolf F. Brauner erinnerte daran, dass Deutschland inmitten der europäischen Wirtschafts- und Währungskrise noch verhältnismäßig gut dastehe. Das sei der große Verdienst des Mittelstands.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.