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Marlene Mortler bei Alkohol-Präventionstag in Rednitzhembach

Bundesdrogenbeauftragte zu Gast in der Schule - 29.04.2015 10:00 Uhr

Bilderstrecke zum Thema

Alkohol-Präventionstag: Blick durch die Rauschbrille

An der Rednitzhembacher Schule wurden die fatalen Auswirkungen von Alkohol thematisiert.


Die Jugendsozialarbeit der Schule hat in Kooperation mit dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) für die Schüler und Schülerinnen der achten Klasse und der neunten Praxisklasse diesen Alkohol-Präventionstag veranstaltet.

Rund 45 Schüler und Schülerinnen im Alter von 14 bis 16 Jahren lauschten in der Mensa nicht nur den Ausführungen der hochkarätigen Referenten sondern diskutierten eifrig mit ihnen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler aus Lauf, nahm sich in der rund dreistündigen Veranstaltung viel Zeit für die Schüler und beantwortete geduldig alle Fragen.

Rektorin Silke Blomeyer stimmte die Schüler zu dem „wichtigen Thema“ ein: „Alkohol macht viel mehr kaputt, als man denkt.“ Bürgermeister Jürgen Spahl erinnerte an die früher „unzumutbaren Zustände“ auf der Hembacher Kärwa. Nur durch verstärkte Kontrollen und Polizeipräsenz hätten die Probleme gelöst werden können.

Für Marlene Mortler sind die aktuellen Zahlen mit bundesweit rund 27 000 Alkoholvergiftungen bei jungen Menschen pro Jahr „total schrecklich“. Zwar sei die Zahl der Missbrauchsfälle leicht rückläufig, aber „trotzdem zu viel“. Mortler zeigte sich ferner tief betroffen darüber, dass jedes Jahr rund 2000 Babies gesund auf die Welt kommen könnten, wenn „die werdenden Mütter …“ – und an dieser Stelle in ihrer Rede vervollständigte eine Schülerin den Satz – „…in ihrer Schwangerschaft nicht getrunken hätten“.

Für Mortler ist eine frühzeitige Sensibilisierung beim Thema Alkohol unabdingbar. Neben allen notwendigen Regularien und Gesetzesvorschriften seien die Menschen auch selber gefordert, verantwortungsvoll mit dem Alkoholkonsum umzugehen.

Andreas Kalbitz von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wies anhand der erschreckenden Zahlen und Fakten auf die Notwendigkeit hin, die „Öffentlichkeit zu sensibilisieren“. Laut dem Jahrbuch „Sucht 2014“ beträgt der Pro-Kopf-Konsum alkoholischer Getränke in Deutschland 135 Liter. Fast 10 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren hätten Alkoholprobleme.

Kalbitz präsentierte die aktuellen bundesweiten Kampagnen „Null Alkohol – voll power“ und „Alkohol? Kenn dein Limit“. Ziel ist es, die eigenen Sinne für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol nachhaltig zu schärfen. „Denn letztlich“, so Kalbitz, „hat jeder die Entscheidung selbst in der Hand“.

Lisa Knospe, die im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als sogenannter „Peer“ tätig ist, begeisterte die interessierten Schüler durch ihre praxisnahe Darstellung. Die Peers führen zur Unterstützung der Kampagnen – quasi als „Gesicht der Kampagnen“ — bei Großveranstaltungen aller Art und Schulprojekten mit den Jugendlichen spontane Gespräche.

Fatale Wirkung

Um die fatalen Wirkungen von Alkohol im wahrsten Sinne des Wortes für sich selber und die Mitschüler sichtbar zu machen, wurden „Rauschbrillen“ aufgesetzt: Ein Händedruck zum Gegenüber ging ins Leere, ein Ball konnte nicht gefangen werden, nach einem Bleistift zu fassen, war schier unmöglich und auf einer geraden Linie sicher zu gehen, bereitete größte Schwierigkeiten.

Ein weiterer Höhepunkt war die Autorenlesung von Olaf Büttner aus seinem Jugendbuch „Filmriss“. Büttner verstand es, den schleichenden Prozess vom vermeintlich harmlosen „geplanten Trinken“ über „Trichtertrinken“ bis hin zur Besinnungslosigkeit spannend darzustellen.

Weitere Bilder von der Veranstaltung im Internet unter www.nordbayern.de/schwabach 

MANFRED STEINBERG

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