Mittwoch, 19.12.2018

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MdL Volker Bauer absolvierte Antrittsbesuch beim Bauernverband

Schäden durch Schwarzwild und Biber - Warten auf den Windpark - 27.12.2013 08:24 Uhr

Beim Antrittsbesuch (von links): BBV-Obmann Thomas Schmidt, MdL Volker Bauer, Kreisbäuerin Annette Götz und BBV-Geschäftsführer Maximilian Schneider. © oh


Das Kennenlernen sollte im Mittelpunkt der Versammlung stehen, erklärte Kreisobmann Thomas Schmidt und gab Volker Bauer die Gelegenheit, sich selbst vorzustellen und erste Eindrücke aus der Landtagsarbeit zu vermitteln. Bauer verwies auf seine enge Beziehung zur Landwirtschaft aus seiner Kindheit auf dem Hof seines Onkels in Kammerstein.

Besonders freue er sich, künftig im Umweltausschuss mitgestalten zu können. „Umweltthemen liegen mir seit der Zeit in der evangelischen Landjugend sehr am Herzen.“ Gerade in diesem Ausschuss werden viele Themen beraten, die eng mit der Landwirtschaft verbunden sind.

Alltagsökonomie

Kreisbäuerin Annette Götz bat in der Diskussions- und Fragerunde der BBV Ehrenamtlichen um Unterstützung bei der Umsetzung der Inhalte aus einer Unterschriftenaktion der Landfrauen. Diese hatten über 100000 Unterschriften für die Einführung des neuen Schulfaches „Alltags- und Lebensökonomie“ gesammelt und wollen nun viele der Inhalte in den Lehrplänen sehen. In den Themenbereich ländlicher Raum fiel die Anregung einer Ortsbäuerin, die für die Dörfer auf dem Jura verkehrsberuhigende Maßnahmen einforderte.

Vor allem im Umweltbereich bekam Volker Bauer viele Anregungen mit auf den Weg. Die Forderung des BBV für Produktion ohne den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Bayern fand seine sofortige Zustimmung. Ebenso ablehnend war seine Meinung zu den Plänen einer neuen Bundesstraße 131, die mit einem großem Flächenverbrauch und Brücken den Landkreis Weißenburg über Heideck und Thalmässing an die A9 anschließen soll.

Ein wachsames Auge versprach er bei den Plänen für neue Stromtrassen. Diese sollen von Thüringen in den Süden Bayerns führen, wobei der Landkreis Roth stark betroffen sein könnte. Er wies allerdings darauf hin, dass die Energiewende erfolgreich weitergeführt werden müsse und dies nicht ganz ohne Veränderungen bei der Stromproduktion und beim Stromtransport funktionieren werde. Volker Bauer: „Wenn es uns gelingt, möglichst viel Strom regional zu erzeugen, können wir uns große Stromtrassen zum Teil sparen.“

Bei diesem Thema bat Kreisobmann Thomas Schmidt um die Unterstützung für einen Windpark im Bereich zwischen Landersdorf und Waizenhofen. „Bürger, Grundbesitzer und Kommune sind sich einig, hier darf Bürgerengagement nicht bestraft werden“, bat er Bauer, sich für die baldige Genehmigung der geplanten fünf Windräder durch die Regierung von Mittelfranken einzusetzen.

Ein immer wiederkehrendes Thema in Versammlungen des Bauernverbandes sind die Pläne der Wasserversorgung Reckenberg-Gruppe, an verschiedenen Stellen im Landkreis mehr Wasser zu fördern. Zur Zeit wird wieder über eine Erhöhung der Förderung in Wassermungenau diskutiert. Der Sprecher der dortigen Bürgerinitiative, Karl-Heinz Fries, bat den Abgeordneten abzuklären, warum die Zuständigkeit für diese Anträge nicht mehr im Wasserwirtschaftsamt Nürnberg liegt. „Diese Aufgabe aus der Region wegzudelegieren, lässt uns das Schlimmste befürchten.“

Ortsobmann Gerhard Freytag aus Schwanstetten erläuterte das Problem von immer mehr Schwarzwild, vor allem im Staatswald. Er forderte eine bessere Jagd und erfolgreichere Jagd in den Staatswaldrevieren, um Bauern und Jäger nicht mit den Wildschweinen alleine zu lassen.

Diese Jagd müsse auch mit den Jägern vor Ort abgestimmt werden. Darüber hinaus forderte er die Bauern zu besserer Zusammenarbeit mit den Jägern auf.

Entschädigung wichtig

Außerdem beklagte er immer mehr Schäden von Bibern und fand breite Unterstützung im Saal. „Die Bauern müssen für Schäden besser und unbürokratisch entschädigt werden“ war eine Forderung. Zusätzlich sollten dort, wo Biber ständig große Schäden verursachen, die Biber von Fachleuten entnommen werden dürfen.

Zu wenig Sachverstand in der Umweltverwaltung erzürnte Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf. Er forderte am Beispiel von Sanierungsarbeiten an Stromleitungen, die zu unvorstellbaren Strukturschäden am Acker- und Wiesenboden führten, daß Landwirtschafts- und Umweltverwaltung auf Augenhöhe zusammenarbeiten müssten. „Es geht nicht an, den Sachverstand im Bereich Landwirtschaft völlig auszublenden, hier muss Einvernehmen hergestellt werden“, forderte er vom Abgeordneten.

Einen anderen Themenbereich sprach der BBV-Ortsobmann und Steuerberater Peter Hackner aus Herrnsberg an: Er beklagte sich über zunehmende Bürokratie bei der Hofübernahme in einigen Bereichen.

Der Wahlkreisabgeordnete bat bei diesem wie allen anderen Themen um kurze schriftliche Detailinformationen. Dann könne er sich der Themen richtig annehmen.

Damit sich Volker Bauer gründlich um die vielen landwirtschaftlichen Belange kümmern kann, wurde er vom BBV mit den passenden Utensilien ausgestattet: Thomas Schmidt überreichte dem Abgeordneten seine eigenen Arbeitshandschuhe, verbunden mit der Bitte, die für die Landwirtschaft wichtigen Themen „tatkräftig anzupacken“. Passend dazu erhielt Bauer von Kreisbäuerin Annette Götz ein T-Shirt, das dazu aufruft, Profil für die Landwirtschaft zu zeigen.

Der frisch gewählte Abgeordnete versprach, sich nach bestem Wissen und Gewissen für die Belange der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes einzusetzen.
  

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