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Freitag, 14.12.2018

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Nach Tod von Jonas: Neue Spendenbedürftige gesucht

"Es war würdevoll, und es war gut": Was geschieht mit 162.000 Euro Spenden? - 03.03.2018 06:00 Uhr

Rund 162.000 Euro liegen noch auf dem Konto. Mit diesem Geld würde die Familie nun gerne anderen krebskranken Kindern und deren Familie jene Hilfe zuteil werden lassen, die sie selbst erfahren haben. © Privat


Gerettet werden konnte Jonas nicht mehr. Und doch sind seine Eltern mehr als dankbar für alle Unterstützung. Auch für die finanzielle. "Diese unglaubliche Hilfsbereitschaft hat uns tief bewegt", sagt Andreas Gabriel.

Nach Spendenaufrufen für seinen krebskranken Sohn waren nicht nur die erhofften 30.000 Euro für eine Therapie zusammengekommen. "1355 Spender haben exakt 173.032,69 Euro auf das von der Stadt Abenberg eingerichtete Treuhandkonto überweisen", berichtet Bürgermeister Werner Bäuerlein. "Die Spenden lagen zwischen 5 und 8000 Euro."

Schnelle und unbürokratische Hilfe

Mit 11.000 Euro hat die Familie die noch begonnene Therapie finanziert. "Und die Beerdigungskosten", fügt Gabriel hinzu. Rund 162.000 Euro liegen noch auf dem Konto. Mit diesem Geld würde die Familie nun gerne anderen krebskranken Kindern und deren Familie jene Hilfe zuteil werden lassen, die sie selbst erfahren haben.

Deshalb haben sie mit Freunden die "Jonas Gabriel Kinderkrebshilfe" gegründet. "Es versteht sich ja von selbst, dass wir das Geld nicht für uns behalten dürfen und auch nicht behalten wollen", sagt Andreas Gabriel. Seine Familie hat erlebt, was monatelange Krankheit auch für den Beruf bedeuten kann. "So viel Urlaub kannst Du gar nicht nehmen." Das Ziel: schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn es finanzielle Engpässe gibt. "Oder wenn man den Kindern noch einen besonderen Wunsch erfüllen kann", erläutert Gabriel.

Dazu aber bedarf es noch einer rechtlichen Klärung. Die Spenden waren zweckgebunden für Jonas’ Therapie und sind deshalb nicht einfach übertragbar.

"Wir wollen Jonas’ Andenken bewahren": Deshalb haben Andreas und Andrea Gabriel (vorne mit dem Foto von Jonas) und enge Freunde der Familie die „Jonas Gabriel Krebskinderhilfe“ gegründet. Von links nach rechts stehend: Sonja Dietrich (Schatzmeisterin), Fritz Dietrich, Susann Hermann (Schriftführerin), Jirka Hermann, Iris Fuhrmann und Bernd Fuhrmann ( 2. Vorsitzender). © Foto: Familie Gabriel


Spender entscheiden

"Die Spender haben die Wahl: Sie können das Geld dem Verein übergeben, sie können es aber auch wieder zurückbekommen", erklärt Gabriel. "Natürlich ist für uns beides in Ordnung. Es wäre nur schade, wenn das Geld auf dem Konto einfach herumliegt."

Denn ohne eine Erklärung der Spender gibt es für deren Spenden eine Sperrfrist bis 2021. "Dann entscheidet der Stadtrat", erklärt Bäuerlein. "Diese restlichen Spenden werden gemäß dem Spendenzweck in die Unterstützung krebskranker Kinder fließen."

Familie Gabriel und die Stadt versuchen nun gemeinsam, Kontakt mit möglichst vielen Spendern aufzunehmen. Bei 344 ist das kein Problem: Da sie eine Spendenquittung erbeten hatten, verfügt die Stadt über die Adressen. "Mit diesen 344 Spendern wären 63 Prozent der Spendensumme abgedeckt", so Bäuerlein. Die Stadt wird sie anschreiben, sobald die Gemeinnützigkeit des Vereins formal feststeht, was in Kürze der Fall sein dürfte.

"Bitte melden"

"Und die anderen bitten wir, sich zu melden", so Gabriel und Bäuerlein. Als Beleg für die Spende genügt ein Kontoauszug.

Der Verein stellt einen Fragebogen als Download bereit unter: www.jonas-gabriel-kinderkrebshilfe.de. Spender können sich aber auch direkt mit der Stadt in Verbindung setzen. Telefon (0 91 78) 98 89 61 (Stadtkasse). Wer den neuen Verein unterstützen möchte, hier die Kontonummer:

Sparkasse Mittelfranken-Süd, IBAN DE89 7645 0000 0231 7391 11 

Günther Wilhelm

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