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Die 47-Jährige löst die 64-jährige Anni Peipp aus Kammerstein ab, die nach einer Periode als Landfrauen-Chefin und 15 Jahren als Stellvertreterin nicht mehr zur Wahl angetreten war.
Im Übrigen hat es im Kreisvorstand für die nächsten fünf Jahre kaum Veränderungen gegeben. Zur stellvertretenden Vorsitzenden bestimmten die Landfrauen erneut Barbara Stürmer aus dem Schwabacher Ortsteil Oberbaimbach.
Ebenso wurden vier von fünf Beisitzerinnen in ihrem Amt bestätigt. Neu gewählt wurde ausschließlich die 37-jährige Michaela Dorner aus Eysölden (Thalmässing). Sie folgt der 65-jährigen Marianne Schneider aus Laibstadt (Heideck), die nach 20 Jahren als Kreisvorstandsmitglied nicht mehr kandidieren wollte. Margarete Heinloth aus Häusern (Hilpoltstein), Elisabeth Heinloth aus Oberrödel (Hilpoltstein), Rita Seitz aus Ebenried (Allersberg) und Margit Rohm aus Hofstetten (Roth) komplettieren das Beisitzerinnen-Quintett. Alle sind mit jeweils sehr großer Mehrheit gewählt worden.
Annette Götz war bisher nicht Mitglied des Kreisvorstands. Die Arbeit der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband kennt sie dennoch aus dem Effeff. 20 Jahre lang war sie Ortsbäuerin in Günzersreuth. Seit Kurzem führt sie den vergrößerten Ortsverband Barthelmesaurach. Gemeinsam mit ihrem Mann Richard bewirtschaftet sie einen Hof mit 90 Hektar Ackerland und 23 Hektar Wald. Dort existieren 125 Plätze für die Bullen- und 180 Plätze für die Schweinemast.
Doch Annette Götz verkörpert exakt das, was man sich unter einer modernen Landfrau vorstellt. In ihr vereinigen sich Landwirtschaftskompetenz und Innovationsgeist. Zweieinhalb Tage pro Woche arbeitet sie noch in Nürnberg als Bankkauffrau. Ferner betreibt sie mit einer Kollegin aus dem Landkreis Nürnberger Land einen mittlerweile sehr gut florierenden Partyservice. „Wir kochen dabei alles selbst“, versichert die Meisterin der Ländlichen Hauswirtschaft, zu deren Familie drei erwachsene Söhne und ein anderthalbjähriger Enkel gehören.
Modern statt klischeebehaftet
„Bewährtes fortführen und für Neues offen sein“: Unter diesem Motto will Annette Götz die Landfrauen im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach in die Zukunft führen. Sie will dabei insbesondere „gegen überkommene Klischees“ ankämpfen und die Modernität heutiger Bäuerinnen herausstellen. „Ganz viele haben einen zweiten Beruf“, sagt sie.
Ferner ist es ihr ein Anliegen, die Dorfgemeinschaften zu stärken und ein größeres Angebot für Seniorinnen zu unterbreiten. Als ein Kennzeichen ihrer künftigen Arbeit bezeichnet Götz es, in den Gemeinden und Dörfern alle in ein Boot zu holen, Bäuerinnen und Nicht-Bäuerinnen. „Ich war schon als Ortsbäuerin Ansprechpartnerin für alle Frauen, die auf dem Land wohnen“, schildert Götz ihr Selbstverständnis. Erreichen will sie das auch mit einem breiten Veranstaltungsangebot zu den Themen Gesundheit, Hauswirtschaft und Ernährung.
Zu Gast bei der Wahlversammlung der Landfrauen war Bundestagsabgeordnete und Kollegin Marlene Mortler. Die CSU-Politikerin schilderte ihre Eindrücke von der „Grünen Woche“ in Berlin und griff allgemeine agrarpolitische Themen auf. Dabei kritisierte sie, dass zahlreiche Entwicklungen in der Landwirtschaft oft ausschließlich aus Unkenntnis als Skandal dargestellt werden. Sie griff dazu die ins Rampenlicht geratene Antibiotika-Gabe auf. „Präventiv ist das seit 2006 verboten“, sagte die Bezirksbäuerin. „Unsere Tiere erhalten Antibiotika ausschließlich bei Krankheiten nach tierärztlicher Verordnung“, unterstrich Mortler. Sie rief die Landfrauen auf, sich in ähnlichen Fällen für nachhaltige Aufklärung der Öffentlichkeit stark zu machen.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.