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Das Räderwerk, ein von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zum mobilen Jugendtreff umgebauter 7,5-Tonnen-Lkw, ermöglicht es, insbesondere in ländlich geprägten und strukturschwächeren Bereichen, für Kinder und Jugendliche eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit zu bieten.
Das Besondere an dem Jugendtreff ist seine Mobilität. Weil es über eine Kfz-Zulassung verfügt, ist das Räderwerk jederzeit fahrbereit und damit an keinen bestimmten Standort gebunden. Somit kann es bei abgestimmten Einsatzzeiten gleich an mehreren Standorten als Jugendtreff dienen.
Zugegeben, mit 16 Quadratmetern Nutzfläche ist das Räderwerk eine Jugendfreizeitstätte im Kleinformat. Strom- und Wärmeversorgung sind autark, womit es bei Bedarf für einen begrenzten Zeitraum auch Standort unabhängig eingesetzt werden kann. Bei längeren oder regelmäßigen Einsätzen ist der Anschluss einer stationären Energiequelle jedochjederzeit möglich.
Der Innenraum ist ansprechend gestaltet, beleuchtet und beheizt. Daher bietet er auch bei Dunkelheit und jetzt zur kalten Jahreszeit eine Aufenthaltsmöglichkeit für bis zu 18 Personen — je nach Alter und Programm.
Für die professionelle Betreuung und Begleitung ist das Räderwerk mit einer geteilten Vollzeitstelle für pädagogisches Fachpersonal ausgestattet. Nach Bedarf werden Praktikanten/-innen und Honorarkräfte eingesetzt, für besondere, themenorientierte Angebote und Projekte auch externes Fachpersonal. Projektleiterin und Betreuerin des mobilen Treffs ist die bereits an der Grund- und Mittelschule (GMS) Abenberg tätige Sozialpädagogin Sabine Knuhr. Das Räderwerk, das der Jugendreferent der Awo, Jürgen Kriese, dem Abenberger Stadtrat als regelmäßig feste Treffmöglichkeit für Jugendliche vorstellte, kam bei der Eröffnungsveranstaltung bestens an. Über 90 Kinder und Jugendliche aus Ganztagesklassen, Hauptschule und Außenstelle der Lebenshilfe schauten bei schönstem Wetter beim Räderwerk vorbei.
Wer es sportlicher wollte, konnte sich bei Fußball, Baseball, Federball und Football vergnügen. Die es ein bisschen ruhiger angehen wollten, gaben sich mit kleinen Snacks, Brett- und Kartenspielen, Jugendzeitschriften oder den bequemen Sitzecken zum „Reinlümmeln“ zufrieden. Im Dezember wurden Kreativ-Angebote durchgeführt und sogar eine Weihnachtsfeier abgehalten, für jeden war damit etwas dabei.
Begonnen hat das Räderwerk seine Tätigkeit in den Herbstferien mit einem zweitägigen medienpädagogischen Workshop. Hierbei hatten Jugendliche mit Kamera und PC eine Foto-Story zum Thema „Mobbing“ Klick für Klick zu einer spannenden Geschichte zusammengesetzt. Zielgruppe waren Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren.
Während des ersten Tages konnten es sich die Jugendlichen im behaglich beheizten Lkw bei Spielen und Hotdogs noch gut gehen lassen. Am zweiten Tag haben sie sich dann eine Geschichte ausgedacht, bei der ein Jugendlicher in die Rolle eines Mobbing-Opfers schlüpfte. Hervorragend gespielte Fotoszenen wurden im Anschluss am PC zu einer tollen Story mit Sprechblasen und Untertiteln weitergestaltet — natürlich mit Happyend am Schluss: Das „Opfer“ wurde Teil der Clique. Dass Mobbing nicht immer glücklich endet und durchaus zu einer ernsthaften Gefahr für betroffene Jugendliche werden kann, darauf wies anschließend Projektleiterin Sabine Knuhr die Jugendlichen ausdrücklich hin.
Das „Räderwerk“ ist kein Spielmobil. Es ist vor allem dort unterwegs, wo Angebote der Offenen Jugendarbeit bislang nicht, nicht mehr oder noch nicht bestehen. Das schließt jedoch vereinzelte Einsätze mit Spielmobilcharakter nicht aus. Die Etablierung fester Angebote der Offenen Jugendarbeit mit Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung ist das Ziel. Diese sollen den Aufbau entsprechender Strukturen vor Ort anstoßen, begleiten und fördern.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.