Montag, 10.12.2018

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Pädagoge und Künstler

Hubert Vogl ist im Alter von 78 Jahren verstorben - 25.02.2012 08:19 Uhr

Hubert Vogl war ein markanter Kopf der Schwabacher Kunst


Bekannt geworden ist er vor allem durch seine „Schwabacher Drucke“ und sein Engagement als Vorsitzender des Künstlerbundes: Hubert Vogl ist tot. Am Dienstag ist er im Alter von 78 Jahren verstorben. Mit ihm verliert Schwabach einen seiner herausragenden Künstler der vergangenen Jahrzehnte.

Ab 1984 war er 21 Jahre lang Vorsitzender des Künstlerbundes. 2005 hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurückgezogen. Als Anerkennung für sein Werk hatte der Künstlerbund 2006 eine Sonderausstellung zum Bürgerfest organisiert und Hubert Vogl während der Vernissage zum Ehrenmitglied ernannt.

Hubert Vogl im Selbstportrait.


„Mit ihm begann der Aufschwung des Künstlerbunds zu einem bedeutenden Kunstverein, der großes Ansehen im Raum Nürnberg genießt“, sagte Vogls Weggefährte Hans Vitus Gerstner damals in seiner Laudatio.

Seine niederbayerische Heimat blieb ein Leben lang unüberhörbar. 1933 war Vogl in Straubing geboren. An der Münchner Akademie der Bildenden Künste studierte er Kunstgeschichte und Archäologie. 1959 kam er als Kunsterzieher ans Adam-Kraft-Gymnasium. 1992 ging er krankheitsbedingt in Ruhestand.

Eng verbunden ist sein Name vor allem mit den „Schwabacher Drucken“. Über 80 Bände hat Hubert Vogl herausgegeben. Den ersten 1972. Damals gründete er seinen „Ein-Mann-Verlag“. Mit einer alten Handpresse richtete er sich zu Hause eine kleine Druckerwerkstatt ein. Den Massengeschmack bediente Hubert Vogl mit seinen Grafiken nicht. Die Auflage seiner Drucke schwankte zwischen 30 und 400. Es sind in Handarbeit hergerstellte Liebhaberstücke.

In den fünfziger und sechziger Jahren stand er unter dem Eindruck des Expressionismus. Von 1968 bis 1973 persiflierte er Sportler, inspiriert von den Olympischen Spielen in München. Bis 1983 setzte er sich mit „beschädigten Landschaften“ auseinander. Flurbereinigung statt Idylle.

Zwischen 1983 und 1988 widmete er sich Antiquitätenbildern. Seit 1988 standen „Singles und Paare“, seit 1995 behinderte Kinder in seinem Fokus.

2002 widmete ihm das Stadtmuseum eine Sonderausstellung.

Als Vorsitzender des Künstlerbundes war Hubert Vogl hauptverantwortlich für das Konzept der Bürgerhaus-Galerie. „Es sah vor, einheimische und auswärtige Künstler in abwechslungsreichen Ausstellungen zu präsentieren. Dies ist in jeder Hinsicht gelungen. In zwölf Ausstellungen pro Jahr können Besucher Bildende Kunst betrachten und – das war Hubert Vogl wichtig – auch kontrovers diskutieren“, sagt Margot Feser, die heutige Vorsitzende des Künstlerbundes. „Unvergesslich sind seine pointierten Reden bei den Vernissagen. Wir alle bewunderten sein großes kunsthistorisches Wissen.“
  

gw

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