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Rathäuser fest in der Hand der Krawattenabschneiderinnen

Ob Wendelstein, Schwanstetten, Büchenbach, Kammerstein oder Rednitzhembach: Überall übernahmen die Hexen das Regiment - 17.02. 09:00 Uhr

LANDKREIS ROTH  - Die einen reisten ganz traditionell mit dem Besen an, die anderen hatten ein Hexenmobil dabei. So oder so: In den (meisten) Rathäusern hatten die Männer gestern nicht viel zu lachen. Denn am Weiberfasching gingen zwischen Kammerstein ganz im Westen und Wendelstein ganz im Osten des Landkreises Roth die Hexen um. Nachfolgend ein kleiner Überblick.

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"Weiberfasching!" hieß es in den Gemeinden Schwanstetten, Rednitzhembach, Wendelstein, Büchenbach und Kammerstein: Reihum wurden die Krawatten gekürzt.

Die Hexen des Schwander Carnevals-Clubs SCC zogen schon am frühen Morgen mit ihrem Hexenmobil durch die Straßen der Marktgemeinde Schwanstetten. Während ihrer ganztägigen Tour besuchten sie Geschäfte, Arztpraxen, Firmen, Bankfilialen und Gaststätten, nachdem sie sich in den Räumen der Firma Papka für den Tag gestärkt hatten. Ihr Gefährt bestand aus einem Traktor samt Anhänger, gesteuert von SCC-Präsident Stefan Klafke.


Die Hexen verliehen zahlreichen Freunden ihren Hexenorden, hergestellt übrigens von der Firma Hutflesz aus Schwand. So manche Krawatte fiel den Scheren der SCC-Hexen zum Opfer. Auch im Rathaus, das sie am frühen Abend stürmten. Auf dem Programm des Unsinnigen Donnerstages stand auch der abendliche Weiberfaschingsball im Sportheim des 1. FC Schwand.

Mit viel Trubel und lauter Musik fielen die Kammersteiner Hexen im Rathaus in Kammerstein ein. Sie hielten die Verwaltung besetzt und sorgten dafür, dass die Amtsgeschäfte für einige Zeit ruhen mussten. Richtig sauer war darüber aber niemand. Im Gegenteil: Bürgermeister Walter Schnell, der wie seine Mitarbeiter seine Krawatte opfern musste, freute sich über diese „fröhliche Brauchtumspflege“.



Mit viel Trubel und lauter Musik fielen auch Büchenbacher Hexen im Rathaus in Büchenbach ein. Vor dem Verwaltungsgebäude riefen die Maskierten zu einer Polonaise auf. Bürgermeister Helmut Bauz, die Mitarbeiter des Rathauses und des Wasserzweckverbandes freuten sich über diese fröhliche Brauchtumspflege.

Fest in der Hand der Hexen und Faschingsnarren ist seit gestern auch das Rathaus in Wendelstein. Nachdem sich Bürgermeister Werner Langhans zunächst in seinem Zimmer verbarrikadiert hatte, gab er schließlich dem Druck des weiblichen Geschlechts doch noch nach, um größere Schäden zu vermeiden. Dies wurde natürlich mit dem obligatorischen Abschneiden seiner Krawatte und diversen Schminkereien bestraft. Den Rathausschlüssel konnte er sicher verwahrt an seinem Gürtel dafür einige Zeit tapfer verteidigen, bis ihn sich die über 20 Hexen aneignen konnten und nun bis zum Aschermittwoch regieren.

„Hex, Hex“ hieß es natürlich auch heuer wieder am Unsinnigen Donnerstag im Rathaus Rednitzhembach, denn wie alle Jahre wurde es um die Mittagszeit von den Hembacher Hexen erstürmt.

Aber die Gemeindebediensteten ließen sich vom närrischen Ansturm nicht weiter aus der Ruhe bringen. Mittlerweile wissen sie ja nur zu gut, dass die Damen zwar furchterregend ausschauen, aber im Grunde genommen nicht wirklich gefährlich sind. Zwar mussten auch in diesem Jahr wieder die Krawatten der Herren dran glauben und wurden radikal gekürzt, aber damit war auch schon das Schlimmste überstanden.

Mit ihren Tänzen und Gesängen beruhigten die Hexen schnell wieder die Gemüter und ein gemeinsamer Imbiss trug ebenfalls zur Entspannung der Lage bei. So verwunderte es nicht weiter, dass sich Bürgermeister Jürgen Spahl dazu überreden ließ, dem Hexentross den Rathausschlüssel anzuvertrauen: „Ich bin mir sicher, dass ich den Schlüssel nach den närrischen Tagen am Aschermittwoch wohlbehalten wieder in den Händen halten werde“ meinte er zuversichtlich.

Nur Rohr blieb hexenfrei

In Abenberg hatten die Hexen gestern erst nach Einbruch der Dunkelheit ihren großen Auftritt.

Außen vor blieben lediglich die Bediensteten in Rohr. Dort war die Verwaltung faschingsfreie Zone. „Hexen? Haben wir leider nicht“, hieß es. Ein bisschen Trauer schwang dabei durchaus mit. 



anh/rog/st

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