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Montag, 18.02.2019

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Ratschkattln: Schön, sauber und scharf

Das neue Programm des Schwabacher Frauen-Trios vorgestellt - 09.02.2019 05:55 Uhr

Gelungene Kombination: Die Schwabacher Ratschkattln und die Familienband „SchmidtEinander“ bei der Programmpremiere in der Galerie Gaswerk. © Foto: Robert Schmitt


"Abnehmen, Schönheit und Kosmetik" stehen im Mittelpunkt, wenn sich Rosy Stengel, Brigitte Schmidt und Hilde Bub diesmal am Schönen Brunnen im Gaswerk treffen. Schließlich wollen sie bleiben wie jener Firmenname, der in Schwabach schon immer einen guten Klang hatte. Ein Drei-S-Frauen-Trio: schön, sauber und scharf. Ergebnis: Herzhaftes Musik-Kabarett mit jeder Menge Lokal-Kolorit.

Dabei haben sie sich mit einem zweiten Trio verstärkt. "SchmidtEinander" heißt die familiäre Verbindung, die den Ratschkattln nicht nur Begleitung zu ihren Liedern liefert. Frank Schmidt sowie seine Söhne Tim und Lukas haben auch Songs im Gepäck, die dem Abend eine rasant-schwungvolle Note geben. Mit den Klassikern von Buddy Holly, Johnny Cash und Elvis Presley machen die zwei Gitarren und der Kontrabass aus dem Gaswerk einen echten Rock-Schuppen. "It’s So Easy", "Folsom Prison Blues" und "That’s All Right" lassen das Publikum stark mitgehen. Der Sound der 1960-er Jahre ist aber keine Nostalgie. "SchmidtEinander" gibt ihm ein modernes Gepräge.

Das Senioren-Medley thematisiert zu den Melodien bekannter Schlager heiter die Lasten des Alters. Eine Premiere ist ihr "Liebeslied für Franken", das vor allem von den Bewohnern Nordbayerns kündet. "Franken sind brutal erotisch und mental total hypnotisch." Ob das auch für die Ratschkattln gelten soll?

Die drei Kittelschurz-Ladies mit ebenso farbigen wie wechselnden Kopfbedeckungen strengen sich jedenfalls mental und physisch ziemlich an, um in Form zu bleiben und ihren Männern zu gefallen. Jede Diät bereiten sie lange im Kopf vor. Der Zumba-Kurs soll das Gewebe straffen, zugleich auch die Pölsterchen verschwinden lassen. Die Ausfahrten mit dem E-Bike stärken die Muskulatur. Das moderne Bewegungsangebot ist aber auch schwierig zu durchschauen.

Zehn Zumba-Grundstellungen kennt Rosy ja bereits aus der "Bäckerblume". Hilde und Brigitte sehen sie deshalb schon im Fitness-Wahn. Doch bis Rosys Buch über die Kombination von Aerobic mit lateinamerikanischen Tänzen endlich eintrifft, will sie bei isometrischen Übungen bleiben und sich im Beauty-Salon behandeln lassen. Der Rat der Kosmetikerin: "Zu braunen Augen passt am besten die Komplementärfarbe: hellgrüner Lidschatten."

Noch wichtiger als der Stromantrieb scheint allerdings der Gel-Sattel ihres Trekking-Rads zu sein. Schließlich hat sie es ihm zu verdanken, dass sie überhaupt bis nach Unterfürberg gekommen ist. "Der Klügere gibt nach", lautet das Motto. Dennoch ist der Ausflug in den Fürther Stadtteil ziemlich anstrengend gewesen. Er hat Rosy so arg mitgenommen, dass sie jetzt eher einen Platz in der Reha braucht als im Café am Schwabacher Marktplatz. Was also übermäßigen Sport betrifft, sollten die Ratschkattln besser auf ihre Musiker hören: "Lo des geh", singen die Schmidts als fränkische Übersetzung des Beatles-Hits "Let it be". Auf Schriftdeutsch: Lass’ die Finger davon. 

ROBERT SCHMITT

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